Die Fruchfliege: Das Haustier der Biologen

Die Fruchfliege: Das Haustier der Biologen
Fruchtfliegen essen nicht nur unser Obst - sie legen dort auch ihre Eier ab. (Foto: dpa)

Wahrscheinlich findest du sie wie die meisten Leute nur lästig – die vielen kleinen Fliegen, die vor allem im Sommer um das Obst herumschwirren. Für Wissenschaftler sind Fruchtfliegen aber spannende Forschungsobjekte. Sie züchten sie sogar. Deshalb nennt man Fruchtfliegen auch die „Haustiere der Biologen“.

Das Aussehen der Fruchtfliege

Fruchtfliegen werden drei Millimeter groß. Unter der Lupe sieht man, dass sie braun-gelb sind und rote Augen haben – meistens jedenfalls. Die Tiere riechen von weitem, wenn etwas faul ist. Der Duft reifen Obstes zieht sie magisch an. Es gibt viele verschiedene Arten, am häufigsten ist „Drosophila melanogaster“. Kein anderes Tier ist so gut erforscht.

Die Gene der Fruchtfliege

Die Wissenschaftler kennen alle Gene der Fruchtfliege und wissen, wofür sie zuständig sind. In ihnen ist zum Beispiel gespeichert, welche Augenfarbe oder welche Flügelform das Tier hat. Die Fruchtfliegeneltern geben ihre Gene  an ihre Kinder weiter. Welche Augenfarbe die Kinder haben, hängt davon ab, welche Gene sie von ihren Eltern bekommen haben. Weil sich Fruchtfliegen viel schneller vermehren als Menschen, kann man bei ihnen besser untersuchen, welche Gene sie weitergeben. Zum Beispiel haben einige Fruchtfliegen weiße anstatt rote Augen – aber nur die Männer. Was die Wissenschaftler über die Gene der Fliegen gelernt haben, versuchen sie, auf den Menschen zu übertragen. Einige Gene sind bei Fruchtfliegen und Menschen nämlich gleich, obwohl beide völlig unterschiedlich aussehen.

Die Ohren der Fruchtfliege

Fruchtfliegen können auch sehr gut hören. Zwischen ihren Augen haben sie Antennen, die aussehen wie kleine Zweige. Geräusche sind eigentlich Schallwellen, die sich durch die Luft fortbewegen. Diese Schallwellen bringen die Antennen zum Zittern – die Fliege hört etwas. Genauso funktioniert es bei uns Menschen, nur dass unsere „Antennen“ in unserem Kopf liegen. Bei der Fliege kann man also viel besser beobachten, wie Hören funktioniert. Wissenschaftler versuchen, mithilfe von Drosophila herauszufinden, wie man tauben Menschen helfen kann.

Die Kinder der Fruchtfliege

Fruchtfliegen essen Obst nicht nur, sie legen auch ihre Eier darin ab. Pro Fliege können das bis zu 400 Stück sein. Ein Ei ist nicht einmal so groß wie der Abstand zwischen den beiden kleinsten Strichen auf deinem Lineal. Daraus schlüpfen nach wenigen Tagen die Larven, aus denen dann in nur wenigen Tagen neue Fliegen werden. Das Ganze dauert etwa zehn Tage. Bei einem Menschen dauert es durchschnittlich 270 Tage, bis ein Baby zur Welt kommt. Eine Fruchtfliege kann bereits im Alter von zwölf Stunden wieder Kinder kriegen. Dafür lebt sie auch nur etwa zwei Wochen lang.

Mach ein Experiment!

Lege ein Stück Obst in ein Glas,  das du  ausgewaschen hast. Dann spannst du Frischhaltefolie mit einem Gummi über das Glas. Nun pikst du mit einem Zahnstocher Löcher in die Folie. Nach einer Weile werden Fruchtfliegen durch die Löcher zum Obst fliegen und darauf Eier legen. Sie finden aber nicht wieder aus dem Glas heraus. Nun kannst du über ein paar Tage beobachten, wie die Fliegen sich vermehren. Bitte bringe das Glas dann nach draußen und lasse die Fliegen frei.

Von Jasmin Krsteski