Bakterien – klein aber oho!

Bakterien – klein aber oho!
© Dorling Kindersley: Bettina Myklebuststovne

Warst du schonmal in den Bergen und hast vom Tal aus zu einem richtig hohen Gipfel hochgeschaut? So ähnlich muss ein Reiskorn für ein Bakterium aussehen. Ein Reiskorn ist etwa sechs Millimeter lang. Dieses kleine Korn müsstest du aber noch 3000 Mal vergrößern, um die winzigen Bakterien darauf erkennen zu können. Von keiner anderen Lebensform auf der Erde gibt es so viele wie von diesen Mikroben. Bakterien gibt es einfach überall, auch in dir und auf dir. In einem Teelöffel Teichwasser oder einer Prise Erde leben Millionen davon. Allein in deinem Mund gibt es mehr Bakterien, als Menschen auf der ganzen Welt. Und viele von ihnen sind sogar richtig nützlich.

Was genau sind eigentlich Bakterien?

Mikroben sind Lebewesen, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Die allermeisten von ihnen sind Bakterien. Vor rund 3,6 Milliarden Jahren tauchten sie auf der Erde auf. Aus ihnen entwickelten sich alle anderen Lebewesen. Bakterien bestehen aus nur einer Zelle. In der Zelle befindet sich die DNA, die Informationen über die Zelle enthält. Die DNA ist der Bauplan für ein Lebewesen. Auch wir haben sie in jeder unserer Milliarden Körperzellen. Die DNA bestimmt zum Beispiel darüber, welche Augenfarbe wir haben, wie groß wir sind oder ob wir lockige Haare haben. Auch beim Bakterium bestimmt die DNA darüber, wie es aussieht: Manche sind rund, andere stäbchenförmig, andere sehen aus wie Korkenzieher. Viele Bakterien haben eine Geißel. Das ist ein Schwanz, mit dem sie sich fortbewegen können.

© Dorling Kindersley: Bettina Myklebuststovne

Sind Bakterien gefährlich?

Häufig hört man, dass Bakterien krank machen. Auf einige trifft das auch zu. Einige verursachen Karies an den Zähnen, wenn du nicht ordentlich putzt. Andere machen Keuchhusten und wieder andere Durchfall. Doch viele sind sehr nützlich, zum Beispiel unsere Darmbakterien, die uns bei der Verdauung helfen. Gegen krankmachende Bakterien gibt es zum Glück Antibiotika. Das sind Medikamente, die Bakterien abtöten können. Doch man darf sie nur nehmen, wenn es unbedingt sein muss. Sonst gewöhnen sich die Bakterien daran. Sie vermehren sich nämlich sehr schnell. Es gibt immer Bakterien, die etwas anders sind als die anderen. Wenn einige gegen das Antibiotikum nicht empfindlich sind, überleben sie und vermehren sich. Man sagt dann: Sie sind „resistent“.

 

Wie vermehren sich Bakterien?

Einzellige Organismen vermehren sich einfach, in dem sie sich teilen. Sie fertigen sozusagen eine Kopie von sich selbst an. Das geht sehr schnell. In 20 Minuten hat sich ein E-Coli-Bakterium aus deinem Darm verdoppelt. Nach weiteren 20 Minuten sind es bereits vier Bakterien. Und nach zwölf Stunden 70 Milliarden!

© Dorling Kindersley: Bettina Myklebuststovne

Bakterien mit Superkräften

Die Einzeller können an den unterschiedlichsten Orten leben. Manche leben in größter Kälte, andere in größter Hitze. Es gibt auch Bakterien, die leuchten können. Die Weibchen des Tiefsee-Anglerfischs etwa haben eine „Angel“ mit Leuchtbakterien am Kopf, wie eine Laterne. Das hilft ihnen, Nahrung anzulocken und Männchen zu finden. Andere Bakterien sind magnetisch. Dank der magnetischen Kristalle in sich, die funktionieren wie eine Kompassnadel, können sich die Bakterien nach Norden orientieren.

Buchtipp und Autor: Mehr über Bakterien, aber auch Viren und Pilze erfährst du in dem Buch „Superstarke Bakterien. Die geheimnisvolle Welt der Mikroben“ von Steve Mould, DK Verlag, 12,95 Euro. Steve Mould erklärt wissenschaftliche Themen auf lustige Weise. Er hat einen eigenen Youtubekanal.