Warum gibt es Streit um die AfD?

Warum gibt es Streit um die AfD?
Alice Weidel und Alexander Gauland leiten die Partei AfD. (Foto: dpa)

Nach der Bundestagswahl sorgt vor allem eine Partei für Aufregung: die Alternative für Deutschland, abgekürzt mit AfD.

Der Grund für die Aufregung: Einige Politiker der AfD werden demnächst im Bundestag sitzen und dort zum Beispiel bei neuen Gesetzen mitbestimmen. Das entschieden die Wähler, also die Erwachsenen, die am Sonntag bei der Wahl abstimmen durften. Etwa 13 Prozent aller Wähler setzten ihr Kreuz bei der AfD und unterstützten sie so. Nur zwei andere Parteien bekamen mehr Stimmen: die CDU und die SPD.

Viele Menschen sind über das Ergebnis der Wahl erschrocken. Deshalb protestierten am Wahlabend auch einige vor dem Gebäude in der Stadt Berlin, in dem die AfD ihren Erfolg feierte. Auch in Köln gab es Proteste.

Neu im Bundestag

Die AfD ist eine sehr junge Partei. Sie wurde erst vor vier Jahren gegründet. Bisher war die AfD nicht im Bundestag vertreten, in einigen Parlamenten in den Bundesländern aber schon. Die Gegner finden es nicht gut, dass die Partei nun mehr Einfluss bekommt.

Denn die Aussagen der AfD gehen ihnen zu weit. Sie werfen deren Mitgliedern unter anderem vor, andere gegen Flüchtlinge aufzustacheln. Außerdem erinnern die Aussagen der AfD-Politiker über Ausländer und Soldaten viele an die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus. Damals herrschten die Nazis unter Adolf Hitler über Deutschland. Zuerst machten sie nur fiese Bemerkungen über Minderheiten, die in Deutschland leben – zum Beispiel über Juden oder Behinderte. Später aber richteten sie ihre furchtbare Politik darauf aus, so viele Angehörige dieser Minderheiten zu töten wie nur möglich. Solche Zeiten soll es in Deutschland nie wieder geben! Die AfD selbst sagt, dass sie mit Nazis nicht zu tun hat.

Unzufriedene wählen die AfD

Viele fragen sich jetzt: Warum war die AfD so erfolgreich? Und wer hat sie gewählt? Ein Politiker der SPD sagte: „Das sind, glaube ich, viele Menschen, die einfach aus Protest die AfD gewählt haben.“

Er meint: Viele Leute waren mit der Politik der anderen Parteien in den letzten Jahren unzufrieden und wählten deshalb diesmal eine andere Partei. Das bestätigten auch Umfragen. Außerdem wählten viele Menschen die AfD, die sonst nicht zur Wahl gegangen sind.

AfD-Politiker streiten sich

Auch die AfD sagt, die Wähler seien unzufrieden gewesen. Sie hätten sich von den Politikern nicht gut vertreten gefühlt. Zum Beispiel, wenn es um Flüchtlinge geht. Die AfD möchte das nun anders machen.

Am Montag hatte die Partei aber erst mal mit eigenen Problemen zu tun. Wichtige AfD-Politiker streiten sich darüber, welche Ansichten für die Partei zu extrem sind und welche nicht. Frauke Petry, die eine Zeit lang Chefin in der Partei war, hat angekündigt, dass sie sich aus der AfD zurückzieht. Sie findet die Einstellungen ihrer Kollegen zu extrem und möchte mit ihnen nichts mehr zu tun haben.

Von dpa, ann