Wie lebten Aborigines früher?

Wie lebten Aborigines früher?
Heute legen Aborigines die traiditionelle Körperbemalung nur noch auf, wenn es einen besonderen Anlass gibt. (Foto: dpa)

Aborigines sind  die Ureinwohner Australiens. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „von Beginn an“. 

Ein Bumerang ist gebogen. (Foto: dpa)

Ein Bumerang ist gebogen. (Foto: dpa)

Sie selbst haben aber viele unterschiedliche Namen für sich, da sie in verschiedenen Stämmen lebten. Vor etwa 40.000 bis 60.000 Jahren kamen  die ersten Menschen nach Australien. Die meisten von ihnen lebten damals als Jäger und Sammler. Das heißt: Manche von ihnen, oft die Männer, gingen auf die Jagd und töteten Tiere. Andere Mitglieder der Stämme, oft waren das die Frauen, sammelten Nahrung im Pflanzenreich. Früchte und Knollen zum Beispiel.

Bumerang und Didgeridoo

So funktioniert ein Didgeridoo. (Foto: dpa)

So funktioniert ein Didgeridoo. (Foto: dpa)

Bei ihrer Jagd benutzten die Aborigines Bumerangs. Du hörst richtig: Das gebogene Wurfgerät, das heute nur noch zum Spaß durch die Luft geschmissen wird, war früher eine Waffe. Viele der Bumerangs damals waren noch nicht für den Rückflug gemacht und viel schwerer. Traf man ein Tier oder einen Gegner damit am Kopf, konnte man ihn bewusstlos machen. Große Bumerangs waren auch beliebte Schlagwaffen.

Außerdem zählen die Aborigines zu den ersten Völkern, die Kunst geschaffen haben. Sie malten zum Beispiel Tiere an Höhlenwände oder schnitzten Figuren aus Holz. Sie verzierten – und verzieren manchmal noch heute – ihre Körper mit kunstvollen Bemalungen. Und sie machten schon sehr früh Musik. Dabei benutzten sie vor allem ein Instrument: das Didgeridoo. Es ist ein laaanges Rohr, das außergewöhnliche Klänge macht. Heute gibt es Didgeridoos überall. Vielleicht hast du auch schon einmal einen Didgeridoo-Spieler in der Fußgängerzone gesehen!

Europäer bringen Probleme

Junge Aborigines heute (Foto: dpa)

Junge Aborigines heute (Foto: dpa)

Es gab Hunderte Aborigine-Stämme in Australien. Sie waren nicht, wie viele so oft glaubten, „Wilde“. Sie waren klug, schufen Kunst und hatten ihre eigene Religion. Als die Europäer aber ab 1788 auf Schiffen nach Australien kamen, ging es für die Aborigines bergab. Denn die Fremden brachten Krankheiten auf den zuvor abgeschottenen Kontinent, die ihre Körper nicht kannten. Viele der Aborigines starben daran. Andere mussten ihre Leben lassen, weil sie versuchten, ihr Land zu verteidigen. Denn die Neuankömmlinge besiedelten Grundstücke, auf denen die Aborigines schon lange lebten. Von Hunderten von Aborigine-Stämmen blieben nur wenige übrig.

Heute leben die meisten Aborigines in Städten. Sie haben sich an die moderne Lebensweise angepasst und bemalen ihre Körper nicht mehr. Außer zu besonderen Anlässen, wenn sie ihre Kultur und Geschichte feiern möchten.

Von jm, ann