Nordkorea gegen die USA

Nordkorea gegen die USA
Heftige Wortgefechte: Kim Jong-Un (links) ist Staatschef in Nordkorea, Donald Trump (rechts) ist der Präsident der USA. (Foto: Wong Maye-E/AP/dpa)

Du hast es sicher gehört: In den letzten Tagen gab es zwischen den Ländern USA und Nordkorea heftigen Streit. Manche Menschen befürchten sogar einen Krieg. Was ist da los? Wir erklären es hier.

Das ist Nordkorea

In Nordkorea ist Kritik am Herrscher nicht erlaubt, überall hängt nur Werbung für ihn, wie die Plakate auf diesem Bild. (Foto: kyodo/dpa)

Man weiß nur sehr wenig über Nordkorea. Denn Nordkorea schottet sich ab. Das heißt: Nordkorea will mit anderen Ländern nicht zusammenarbeiten. Deshalb treffen sich Politiker aus Nordkorea kaum mit Politikern aus dem Ausland. Auch Journalisten wird die Einreise normalerweise strikt verboten.

Im Land selbst kontrolliert die Regierung, was in Zeitungen, Fernsehen und Radio berichtet wird – es gibt dort also keine Pressefreiheit. Die nordkoreanische Regierung will, dass ihre eigenen Bürger so wenig wie möglich über die Welt außerhalb der Landesgrenzen wissen. Bei allen Radio- und Fernsehgeräten ist der Staatssender voreingestellt, der Werbung über den Staatsführer Kim Jong-un und seine Familie sendet. Wer dabei erwischt wird, Zeitungen oder Webseiten aus dem Ausland zu lesen, muss mit schweren Strafen rechnen.

Sogar die Todesstrafe ist möglich. Nordkorea ist eines der wenigen Länder dieser Welt, wo die Todesstrafe noch vollstreckt wird.

Eine Familie herrscht, aber das Volk ist arm

Das Sagen in Nordkorea hat vor allem ein Mann. Er heißt Kim Jong Un. Seine Familie, die Familie Kim, herrscht schon seit Jahrzehnten über das Land. Eine Partei und das Militär unterstützen Kim Jong Un. Aus all diesen Gründen ist Nordkorea eine Diktatur. Hier darf die Bevölkerung nicht frei wählen und mitbestimmen, im Gegenteil: Wichtige Rechte wie das Recht zu demonstrieren und die eigene Meinung frei zu äußern, sind den Nordkoreanern verboten.

Hinzu kommt: Für seine große Armee gibt der Herrscher viel Geld aus, etwa für Waffen. Aber die meisten Menschen dort sind arm. Viele haben sogar nicht einmal genug zu essen.

Nordkorea und die Atomwaffen

Nordkorea behauptet, es brauche Atomwaffen, um sich zu verteidigen. Atomwaffen dürfen eigentlich aber nur einige wenige Länder auf der Welt besitzen – USA und Russland gehören dazu. Nordkorea nicht.

Das Land fühlt sich  von Feinden umgeben. Einer davon ist Nordkoreas direkter Nachbar: Südkorea. Früher gehörten beide Länder mal zusammen. Doch heute sind die Staaten verfeindet.

Einen weiteren Feind sieht die nordkoreanische Regierung in den USA. Warum? Unter anderem, weil die USA Südkorea einmal im Krieg gegen Nordkorea unterstützten. Damals wollten nordkoreanische Truppen Südkorea erobern. Der Krieg fand von 1950 bis 1953 statt.

Was passiert jetzt?

Seit Jahren provoziert Nordkorea seine Gegner immer wieder. Kim Jon-Un hat angekündigt, noch mehr und leistungsstärkere Atomwaffen bauen zu wollen. Und immer wieder lässt er Raketen testen. Höchstwahrscheinlich ist sein Ziel, dass seine Raketen bis in die weit entfernten USA fliegen sollen. Das hat er bisher noch nicht geschafft. Aber nach jedem Raketenstart kommt er ihnen angeblich ein bisschen näher.

Auf der Insel Guam starten und landen amerikanische Kampf-Flieger. ( Foto: Airman 1st Class Christopher Qua/U.S. Air Force/AP/dpa)

Vor wenigen Tagen dann hat der Präsident der USA, Donald Trump, Nordkorea gedroht. Er sagte, „Feuer und Wut“ würden Nordkorea treffen, „wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“. Das klingt nach Krieg – und für viele klingt das nach einem Atomkrieg. Aber viele Experten sagen: Einen Atomkrieg wird es nicht geben. Donald Trump hat nur große Sprüche gerissen, die gefährlich klingen. Deswegen wurde er auch heftig kritisiert.

Denn das Problem ist: Mit seiner Drohung hat er Nordkorea weiter angestachelt. Kim Jong-Un gab nach Trumps Drohung bekannt, man prüfe einen Angriff gegen die Insel Guam. Sie liegt im Pazifik in der Nähe von Japan, gehört aber zu den USA. Ein Drittel der Insel besteht aus einer Militärstation der Amerikaner.

Das Gute: Noch ist nichts passiert. Noch wurden nur Drohungen ausgetauscht. Und inzwischen hat sich auch China in die Diskussionen um Nordkorea eingeschaltet. Das Land ist der einzige und wichtigste Handelspartner für Nordkorea. Jetzt üben auch die Chinesen Druck auf Nordkorea aus und wollen, dass es sein Atomprogramm einstellt. Ob das Wirkung zeigt? Wir werden sehen.

Von ann (mit dpa)

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