Wir verbrauchen Wasser in anderen Ländern

Das Weiße sind Gewächshäuser in Spanien. Hier wird Gemüse angebaut. Dafür braucht es viel Wasser. (Foto: dpa)
Das Weiße sind Gewächshäuser in Spanien. Hier wird Gemüse angebaut. Dafür braucht es viel Wasser. (Foto: dpa)

Während des Zähneputzens strömt kein Wasser aus dem Hahn. Beim Duschen wird nicht getrödelt, um Wasser zu sparen. So verhalten sich viele Menschen in Deutschland. Dabei haben wir hier kein Wasserproblem. Es gibt genug für die Natur und uns Menschen.

Was eine Menge Leute aber nicht weiß: Wir verbrauchen auch Wasser in anderen Ländern. Indem wir hier zum Beispiel Sachen essen, die dort hergestellt wurden. „Schließlich braucht zum Beispiel eine Tomate regelmäßig Wasser, um zu wachsen“, erklärt Wasser-Experte Philipp Wagnitz. „Wenn es in dem Land genug regnet, ist das mit dem Wasserverbrauch kein Problem.“

Anders sehe das aber in trockeneren Regionen aus. Dort wo mehr Wasser verbraucht wird als durch Regen nachfließt. „Das ist zum Beispiel im sonnigen Süden Spaniens der Fall. „Dort gibt es riesige Flächen mit Gewächshäusern, in denen Gemüse und Obst angebaut wird“, sagt der Experte. Einerseits können wir so im Winter noch Erdbeeren und Tomaten essen. Andererseits wird dadurch viel Wasser in Südspanien verbraucht.

„Die Landwirte holen über Brunnen Wasser tief aus dem Boden“, erklärt Philipp Wagnitz. „Doch es kommt nicht genug Regen nach.“ Umweltschützer befürchten schlimme Folgen für die Natur.

Neue Techniken

Inzwischen hat man das Problem in Spanien aber erkannt und probiert neue Techniken aus. Dafür wird das salzige Wasser aus dem Meer so aufbereitet, dass Landwirte es verwenden können. „Doch die Sache ist so teuer, dass sie noch zu wenig genutzt wird“, sagt der Fachmann. Zudem versuchen die Landwirte, das Wasser sparsamer einzusetzen.

Auch wir könnten versuchen, etwas zu ändern. „Gut wäre es, Nahrungsmittel zu essen, die aus unserer Nähe kommen. Hier gibt es ja genug Wasser“, rät der Experte. „Und mitten im Winter kann man ja auch mal ein paar Monate auf Tomaten und Erdbeeren verzichten.“

Experten treffen sich

In Stockholm, einer  Stadt in Schweden wird in dieser Woche über die Probleme im Zusammenhang mit Wasser gesprochen. Hunderte Fachleute treffen sich hier.

Die Experten kommen ein Mal im Jahr in der Stadt in Schweden zusammen. Sie überlegen: Wie kann Wasser gespart werden? Wie bekommt man es hin, dass möglichst alle Menschen mit sauberem Wasser versorgt sind? Denn viele Menschen haben nur dreckiges Wasser. Außerdem werden wir immer mehr Menschen auf der Welt.

Die Aktion heißt Welt-Wasser-Woche. Sie geht von Sonntag bis Freitag.

Von dpa