Wie gehts?

Wie gehts?
Foto: Peter Gercke/ZB/dpa

Kindern in Deutschland geht es oft gut. Fast alle haben genug zu essen. Viele sind zufrieden mit ihrem Taschengeld und in ihren Familien fühlen sie sich wohl. Trotzdem machen sich viele auch Sorgen, wie die Studie „Children’s World“ der Bertelsmann-Stiftung herausgefunden hat.

Die Studie

Für die Studie wurden 3450 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren im Schuljahr 2017/18 befragt worden. Darin ging es darum herauszufinden, was aus ihrer Sicht ein gutes Leben ausmacht, was sie dafür brauchen, was ihnen fehlt, worauf sie verzichten können und worüber sie sich Sorgen machen. Heraus gekommen ist dabei unter anderem, dass den meisten Befragten wichtig ist, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen und dass sie sich erwachsene Vertrauenspersonen wünschen.

Die Familie
Die meisten befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich in vielen Bereichen gut versorgt. Der Aussage „In meiner Familie gibt es jemanden, der sich um mich kümmert“ stimmten die meisten zu. Aber immerhin jedes zehnte Kind sagte, dass dies „nicht oder nur ein bisschen“ so sei. „Jedes einzelne Kind sollte eine Vertrauensperson haben“, sagt die Bildungsexpertin Anette Stein. Vor allem ältere Kinder beklagten, dass ihre Eltern zu wenig Zeit für sie haben.

Die Schule
Wenn nicht gerade Ferien sind, verbringen Kinder viel Zeit in der Schule. Deshalb ist wichtig, dass sie sich dort wohl und sicher fühlen. Die Studie hat aber ergeben, dass das oft nicht der Fall ist. Das hängt von der Schulform ab, die die Befragten besuchen: Jedes dritte Kind, das auf eine Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschule geht, fühlt sich dort oder auf dem Schulweg nicht sicher genug. Es hat Angst, gemobbt oder ausgegrenzt zu werden. Der Aussage „Meine Lehrer kümmern sich um mich und helfen mir, wenn ich Probleme habe“ stimmten weniger als die Hälfte der 14-Jährigen.

Geld
Die meisten Kinder finden laut der Studie, dass sie genug Geld für Kleidung, Klassenfahrten, Zubehör für die Schule oder ein Fahrrad haben. Trotzdem macht sich ungefähr jedes zweite Kind „gelegentlich“, „häufig“ oder „immer“ Sorgen um die Geldsituation seiner Familie.

Beteiligung und Rechte
Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen gab an, nicht oder nicht sicher über ihre Rechte Bescheid zu wissen. Je älter die Kinder sind, desto weniger haben sie den Eindruck, Einfluss auf Entscheidungen in der Schule nehmen zu können. Erziehungswissenschaftlerin Sabine Andresen findet es wichtig, dass ihre Stimmen von den Politikern gehört und ernst genommen werden.

Das kannst du tun:

Wenn du Angst hast oder dir Sorgen machst, sprich mit deinen Eltern, Lehrern oder Freunden. Oder wende dich an die kostenfreie „Nummer gegen Kummer“:


Von Kathy Stolzenbach (mit dpa)