Was bedeutet „Familiennachzug“?

Was bedeutet „Familiennachzug“?
Flüchtlinge gehen über das Gelände einer Erstaufnahmeeinrichtung. (Foto: dpa)

In den letzten Jahren sind viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Oftmals haben sie aber Teile ihrer Familie zu Hause gelassen – etwa in Syrien. Derzeit streiten sich unsere Politiker darüber, ob die geflüchteten Menschen ein Recht auf Familiennachzug haben.

Viele Menschen wollen am liebsten mit der ganzen Familie zusammenleben. Aber nicht immer klappt das. Manchmal trennen sich Eltern etwa, weil sie sich nicht mehr gut verstehen, und wohnen dann an verschiedenen Orten.

Es gibt aber auch andere Gründe, warum Familien nicht mehr zusammen sind. Flüchtlingen geschieht das häufig. Das sind Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, etwa weil dort Krieg herrscht oder es gefährlich ist, die eigene Meinung zu sagen.

Viele Flüchtlinge kommen aus Syrien

Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine Menge Flüchtlinge aufgenommen. Zum Beispiel aus dem Land Syrien, es liegt im Nahen Osten. In vielen Teilen des Landes gibt es seit Jahren Krieg. Allerdings macht sich nicht immer die ganze Familie auf die Flucht, denn die ist oft gefährlich und teuer. Sondern es macht sich zum Beispiel nur der 14-jährige Sohn auf den Weg.

Oft durften Flüchtlinge später enge Familienmitglieder auch nach Deutschland holen. Fachleute sprechen vom Recht auf Familiennachzug. Doch darüber gibt es Streit seit so viele Flüchtlinge kamen.

Am Donnerstag sprachen die Politiker im Bundestag darüber. Einige meinen: Es ist wichtig, dass alle Familien das Recht haben zusammenzuleben. „Überlegen Sie sich, was wäre, wenn es Ihr Kind wäre“, sagte etwa eine Politikerin. Andere meinen dagegen: Wenn zu viele Menschen herkommen, kann man sich nicht genug um sie kümmern. Deshalb müsse man Grenzen setzen.

Ausnahmen beim Familiennachzug erst ab dem Sommer

Die Mehrheit der Politiker entschied dann, dass bestimmte Flüchtlinge ihre Angehörigen erst mal nicht nachholen dürfen. Ab dem Sommer könnte es Ausnahmen geben. Dann sollen manche Flüchtlinge enge Familienmitglieder nachholen dürfen. Aber diese Anzahl wäre begrenzt – auf insgesamt 1000 Menschen pro Monat. Dafür müssten die Politiker aber noch ein Gesetz beschließen.

Von dpa