Wichtige Botschaft auf Papier

Wichtige Botschaft auf Papier
Herzen, Blumen oder Glitzer: Du kannst deinen Brief mit allem Möglichem verzieren! (Foto: dpa)

Hast du schon mal einen richtigen Brief geschrieben? Also keine Geburtstagskarte oder WhatsApp-Nachricht, sondern einen handgeschriebenen Brief auf Papier, den du zum Briefkasten bringen musstest. Persönliche Briefe sind heute nicht besonders angesagt. Schließlich gibt es E-Mails, SMS und soziale Netzwerke. Und im Briefkasten liegen nur Rechnungen für deine Eltern und Werbung. Dabei waren handgeschriebene Briefe mal richtig wichtig. Wann das so war und warum sich das geändert hat, erklären wir dir heute.

Alte Tradition

Diesen Brief schrieb der berühmte Feldherr Napoleon. Zu seiner Zeit wurden Briefe noch mit dem Pferd transportiert. (Foto: dpa)

Diesen Brief schrieb der berühmte Feldherr Napoleon. Zu seiner Zeit wurden Briefe noch mit dem Pferd transportiert. (Foto: dpa)

Wenn zwei Menschen, die weit voneinander entfernt wohnten, sich vor 150 Jahren etwas erzählen wollten, gab es  zwei Möglichkeiten: den anderen besuchen oder ihm schreiben. Briefe sind eine sehr alte Tradition. Schon vor fast 4000 Jahren ritzten die Babylonier, die im heutigen Irak lebten, Nachrichten in Tontafeln und ließen sie von Boten überbringen. Die Ägypter schrieben Briefe auf Papyrus, den Vorläufer des Papiers, und die Griechen und Römer auf mit Wachs beschichtete Tafeln. Im Mittelalter benutzte man Tierhäute und Papier.

Nur für Gebildete

Doch lange schrieben nur Adlige und Kirchenleute Briefe. Denn die meisten anderen  konnten weder schreiben noch lesen. Vor etwa 500 Jahren begannen die ersten ärmeren Leute lesen und schreiben zu lernen. Um 1800 konnten wohl die meisten Erwachsenen einfache Texte lesen.   Zunächst wurden die Briefe von Boten auf Pferden oder von Brieftauben überbracht. Dann entwickelte sich ein Postwesen mit Kutschen und später Zügen, die die Briefe beförderten.

Neue Techniken

Vor etwa 150 Jahren wurde das Telefon erfunden. Es dauerte aber lange, bis alle Menschen Zugang dazu hatten. Der Brief blieb wichtig. Später gab es das Fax und seit etwa 30 Jahren Internet und E-Mails. Im Jahr 1992 wurde die erste SMS verschickt. Und seit 2009 gibt es WhatsApp. All diese Techniken haben das Briefeschreiben ziemlich verändert. Wenn zwei Menschen sich heute etwas mitteilen möchten, greifen sie nur sehr selten zu Stift und Papier, sondern schreiben eher über das Internet.  Ist es nicht unglaublich, dass die fast 4000 Jahre alte Briefe-Geschichte  sich in hundert Jahren so verändert hat?

Schreib doch mal einen Brief!

In einen solchen Briefkasten musst du deinen Brief am Ende einwerfen, damit er ankommt, wo er hinsoll. (Foto: dpa)

In einen solchen Briefkasten musst du deinen Brief am Ende einwerfen, damit er ankommt, wo er hinsoll. (Foto: dpa)

An diesem Donnerstag ist Welttag des Briefeschreibens. Den hat sich ein australischer Künstler ausgedacht. Er will die Leute aufrufen, an diesem Tag  einen handgeschriebenen Brief zu verschicken.

Aber: Warum ist das besser als Mail oder WhatsApp? Elektronische Nachrichten ploppen schließlich nur Sekunden, nachdem du sie abgeschickt hast, auf dem Handy des anderen auf. Man kann so schnell hin und her schreiben, dass es fast ist, als würde man sich unterhalten. Deswegen kannst du deinen Freunden auch mehrmals am Tag kurze Nachrichten schicken. Dann weiß deine  beste Freundin, was du so machst und ihr seid euch nah.

Ein Brief hingegen ist eine Aussage. Er bedeutet: Ich habe mir Zeit für dich genommen,  um dir per Hand eine ganze Seite zu schreiben. Ein Brief in deiner Handschrift ist viel persönlicher als Computerschrift. Wenn du willst, kannst du noch Bilder dazu malen. Und in drei Tagen freut sich die Person, der du geschrieben hast, wenn sie deinen Umschlag im Briefkasten findet.

Von Angela Sommersberg