Macron wird neuer Präsident

Macron wird neuer Präsident
Emmanuel Macron wird der jüngste Präsident, den Frankreich je hatte. (Foto: dpa)

Die Franzosen haben am Sonntag ihren Präsidenten gewählt: Emmanuel Macron wird der neue Chef im Élysée-Palast. Wir stellen ihn dir vor.

In ganz Frankreich stimmten die Bürger am Sonntag darüber ab, wer ihr neuer Präsident werden soll. Die Mehrheit, nämlich 66 Prozent, entschieden sich für Emmanuel Macron. Seine Gegnerin Marine Le Pen wählten 34 Prozent.

Eine Besonderheit: So viele Wähler wie noch nie, etwa vier Millionen Franzosen entschieden sich dafür, einen leeren Wahlumschlag abzugeben oder ihre Stimme absichtlich ungültig zu machen. Das geht, indem man zum Beispiel Blödsinn auf den Wahlzettel schreibt oder mehr Kreuze setzt als erlaubt. Damit wollen viele Menschen zeigen: Ich nehme an der Wahl teil und interessiere mich für Politik – aber von den beiden angebotenen Kandidaten gefällt mir keiner.

Das ist Emmanuel Macron

Emmanuel Macron (Foto: dpa)

Emmanuel Macron wird mit 39 Jahren der jüngste französische Präsident sein, den es je gab. Bevor er Politiker wurde, hat er als Investmentbanker gearbeitet. Investmentbanker helfen anderen dabei, Geld zu verdienen: Sie erklären Unternehmen oder wohlhabenden Privatpersonen zum Beispiel, wie sie ihr Vermögen am klügsten sparen und welche Aktien und Versicherungen sie kaufen sollen.

2012 wechselte Macron in die Politik. Er wurde Berater seines Vorgängers, dem jetzigen Präsidenten Francois Hollande. Zwei Jahre später wurde er Wirtschaftsminister. Aber immer wieder kritisierte er, dass die Regierung unter Hollande Dinge zu langsam verändere. 2016 trat er als Wirtschaftsminister zurück und gründete eine eigene Bewegung, also etwas ähnliches wie eine Partei: Sie trägt den Namen „En Marche!“.

Dafür setzt er sich ein

In Paris feierten Tausende Fans von Macron das Wahlergebnis. (Foto: dpa)

Macron findet Europa super und will helfen, dass die Länder Europas noch enger zusammenarbeiten. Ansonsten will er den Menschen viel Freiheit lassen. Ob Christen oder Muslime, aus Afrika stammende Franzosen oder Franzosen, die schon immer im Land gelebt haben: Alle sollen sie sich in Frankreich zu Hause fühlen, findet Macron.

Ein wichtiger Punkt, an dem Macron als neuer Präsident arbeiten will, ist die Terrorbekämpfung. Sein Land Frankreich wurde in den letzten Jahren sehr oft von Terroranschlägen getroffen. Knapp 240 Menschen sind bei den Attacken gestorben.

Erleichterung im Ausland

Vor allem im Ausland sind viele Politiker und Bürger erleichtert darüber, dass die Franzosen Macron gewählt haben – und nicht seine Gegnerin Marine Le Pen. Sie wollte sich unter anderem gegen die Aufnahme von Flüchtlingen und gegen die Europäische Union einsetzen. Die Europäische Union (EU) ist ein Staatenverbund aus mehr als 20 europäischen Ländern. Deutschland und Frankreich gehören schon lange dazu. Le Pen warb in ihrem Wahlkampf dafür, dass die Franzosen aus der EU austreten und auch die gemeinsame europäische Währung, den Euro, aufgeben. Das hätte auch der EU geschadet. Mit der Wahl von Macron haben sich die meisten Franzosen jetzt für Europa und eine engere Zusammenarbeit entschieden.

Von Annika Leister, Axel Veiel