Videobeweis nach klaren Fehlern
War das ein Elfmeter? Bei solchen Fragen im Fußball soll der Videobeweis helfen. Auch bei der Europameisterschaft kommt er zum Einsatz. Dabei sorgt er regelmäßig für Ärger.
Plötzlich bleibt der Schiedsrichter stehen und greift sich ans Ohr. Kurz darauf läuft er an den Spielfeldrand und schaut auf einen Bildschirm. Wer die Fußballspiele der Europameisterschaft verfolgt, wird auch solche Momente wieder mitbekommen. Das Turnier in Deutschland beginnt am 14. Juni. Und ähnlich wie in der Bundesliga bekommen die Schiedsrichter auf dem Platz Unterstützung von zusätzlichen Fachleuten: den Videoschiedsrichtern, kurz VAR.

Die deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert (links) und Felix Zwayer sind bei der EM im Einsatz. Foto: Arne Dedert/dpa
Wo sitzen die Videoschiedsrichter bei der EM?
In der Bundesliga ist immer vom Videokeller in der Stadt Köln die Rede. Bei der Europameisterschaft sitzen die Videoschiedsrichter in einem Gebäude in Leipzig. „Von dort aus werden die Fernsehübertragungen der Europameisterschaft in die ganze Welt gesendet“, berichtet der Fußball-Verband UEFA. „Die Videoschiedsrichter werden in einem eigenen Bereich die Spiele verfolgen.“
Wann sollen die Videoschiedsrichter bei der EM eingreifen?
Das Team achtet im Spiel besonders auf vier Situationen: Wenn ein Tor gefallen ist, auf knifflige Momente im Strafraum, auf Rote Karten und auf Verwechslungen. Zum Beispiel, wenn der Schiedsrichter den falschen Spieler für ein Foul bestraft hat. Bei all diesen Situationen geht es immer um die Frage, ob der Schiri auf dem Platz klar falsch entschieden hat.
Am Ende entscheidet der Sciedsrichter
Und was passiert dann?

Vor der EM trafen sich Daniel Siebert und andere Schiedsrichter zur Vorbereitung. Foto: Arne Dedert/dpa
Die Videoschiedsrichter sollen nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern eingreifen. „Während eine Entscheidung überprüft wird, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen“, schreibt die UEFA. Liegt ein grober Fehler vor, kann sich der Schiedsrichter die Szene noch mal am Spielfeldrand auf einem Bildschirm anschauen. „Die endgültige Entscheidung liegt immer beim Schiedsrichter.“
Warum kommt es immer wieder zu Streit um den Videobeweis?
Manche Dinge lassen sich mit technischen Hilfsmitteln eindeutig entscheiden: zum Beispiel, ob der Ball hinter der Linie war oder ob ein Spieler im Abseits stand. Bei vielen Entscheidungen gibt es aber trotz Zeitlupe und mehreren Wiederholungen unterschiedliche Meinungen. Deshalb würden manche Trainer und Spieler den Videobeweis am liebsten wieder abschaffen. Die UEFA sieht das anders: Früher sei über klare und ungerechte Fehlentscheidungen diskutiert worden. Mit dem Videobeweis ginge es eher um Feinheiten. (dpa)




