Frühstück in der Schule – Alltag in Malawi

Nsima besteht aus gestampfem Mais und Wasser. Das ist allerdings nicht sehr nahrhaft. Für das Schulfrühstück gibt es deshalb eine Spezial-Mischung aus Mais, Soja und vielen Vitaminen. (Foto: dpa)
Nsima ist das Hauptnahrungsmittel in Malawai. Es besteht aus gestampfem Mais und Wasser. Das ist allerdings nicht sehr nahrhaft. Für das Schulfrühstück gibt es deshalb eine Spezial-Mischung aus Mais, Soja und vielen Vitaminen. (Foto: dpa)

Weit entfernt in Afrika liegt das Land Malawi. Viele Familien dort sind so arm, dass sie ihre Kinder hungrig zur Schule schicken müssen. Doch dann kam die Idee mit dem Super-Brei…

Das Frühstück für die Schulkinder kommt mit einem Boot. Es schippert über einen großen See in dem afrikanischen Land Malawi. Am Ufer angekommen, werfen sich ein paar Männer große Säcke über die Schultern. Darin steckt hellgelbes Pulver.

Der Lehrer Morris Chekani zeigt den Männern, dass sie ihre Ladung in einen Lagerraum stellen sollen. In den Säcken ist das Frühstück: Das Pulver soll dafür sorgen, dass Hunderte Schulkinder in dem Dorf Zambo nicht mehr mit knurrendem Magen lernen müssen.

Brei riecht nach Mais und Soja

Doch erst mal muss aus dem Pulver ein richtiges Frühstück werden. Dafür wuchten einige Frauen frühmorgens bei Sonnenaufgang große Töpfe auf die Kochstellen. Schon bald blubbert dort cremiger Brei. Es riecht nach Mais und Soja.

In der Nähe versucht Hanna, sich auf die Rechenaufgabe an der Tafel zu konzentrieren. Die Schülerin ist zehn Jahre alt. Mathe ist ihr Lieblingsfach. Doch jetzt ist sie abgelenkt!

Hanna mit ihrer Familie (Foto: dpa)

Hanna mit ihrer Familie (Foto: dpa)

Der Unterricht findet heute draußen unter dem großen Mangobaum statt. Von dort hat Hanna die Küche gut im Blick – und auch die Erstklässler, die mit Tellern und Löffeln anstehen. Zuerst sind immer die Jüngsten mit Frühstück dran. Hanna ist im zweiten Schuljahr. So etwas wie Frühstück kannte sie bis vor Kurzem gar nicht.

Früher gab es nur Tee

„Es gab für die Kinder morgens nur Tee“, erzählt ihre Mutter. „Und manchmal war Hanna so hungrig und schlapp, dass sie gar nicht zur Schule wollte.“ Erst am Nachmittag wurde die erste Mahlzeit gekocht, meist nur Nsima. So heißt der typische Maisbrei in Malawi.

Nsima ist allerdings nicht sehr nahrhaft, wenn man nicht Gemüse oder Fleisch dazu isst. Aber das können sich nur wenige Familien in dem armen Land leisten. „Manchmal essen wir ein paar kleine Fische zum Nsima“, sagt Hanna. „Die mag ich besonders gern.“ Ihr Vater ist Fischer, aber er verkauft so viel wie möglich von seinem Fang auf dem Markt, um Geld zu verdienen. Es gebe heute nicht mehr so viele Fische im See, sagt Hannas Vater. „Und manchmal haben wir Hunger.“

Hunger ist ein großes Problem in Malawi

Hunger ist ein großes Problem in Malawi. Das Land gehört zu den ärmsten in Afrika. Vor allem die Kinder leiden darunter, das Lernen fällt ihnen schwer.

Das wollte ein Schulpolitiker aus Malawi ändern. Zusammen mit Mitarbeitern der Welthungerhilfe hatte er die Frühstücks-Idee: Etwa ein Jahr lang bekommen Schulen das hellgelbe Pulver. Es ist ein ganz bestimmtes Mehl aus Mais, Soja und vielen Vitaminen. Gemeinsam werden Küchen gebaut mit Feuerstellen. Vor dem Unterricht kochen Frauen aus den Dörfern.

Nebenbei legen alle zusammen Schulgärten an und pflanzen dort Süßkartoffeln, Tomaten, Kohl oder Bohnen. Damit die Kinder auch satt werden, wenn das Hilfsprogramm endet.

Von dpa

Noch vor der Schule holt die elfjährige Chimwemwe Wasser für die Familie. (Foto: dpa)

Noch vor der Schule holt die elfjährige Chimwemwe Wasser für die Familie. (Foto: dpa)

Was Schüler sonst noch lernen

Wie wichtig Händewaschen vor dem Essen ist, lernen manche Kinder im Land Malawi in der Schule. Dazu gehört auch die elfjährige Chimwemwe. Sie lebt in dem Dorf Chitimbe.

„Ich bin in der neuen Gesundheitsgruppe“, erzählt die Schülerin. „Dort habe ich gelernt, dass wir nicht mehr so oft krank werden, wenn wir uns nach der Toilette und vor dem Essen die Hände waschen.“

Inzwischen ist auch der Brunnen des Dorfes repariert. Es gibt genügend sauberes Wasser. Chimwemwes Eltern haben also keine Ausrede mehr. Ihre Mutter gibt zu: „Wir wussten schon, wie wichtig Händewaschen ist, haben es aber nie gemacht.“ Chimwemwe habe sie immer wieder daran erinnert. So lernen also nicht nur die Schüler etwas Wichtiges, sondern auch ihre Eltern.

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