Schüler schreiben für Gefangene

Schüler schreiben für Gefangene
Altayra hofft, dass ihre Briefe helfen, unschuldige Gefangene freizubekommen. (Foto: dpa)

Jugendliche sitzen in der Schule und schreiben. Ihre Notizen füllen viele Blätter. Doch sie tun das nicht für sich, weil sie eine Prüfung bestehen müssen. Die Schülerinnen und Schüler schreiben Briefe. Sie wollen so Menschen im Gefängnis helfen.

„Wir setzen uns mit den Briefen für Menschenrechte ein“, erklärt Altayra. Sie ist 12 Jahre alt und geht in Potsdam nahe Berlin zur Schule. Viele ihrer Mitschüler beteiligen sich an der Brief-Aktion.

„Wir schreiben Regierungs-Chefs verschiedener Länder an. Und fordern sie dazu auf, Menschen freizulassen, die unschuldig in ihren Gefängnissen sitzen“, erklärt sie.

Brief an die türkische Regierung

Altayra hat zum Beispiel einen Brief in das Land Türkei geschrieben. Es geht darin um eine Frau und einen Mann, die sich dort für die Menschenrechte eingesetzt haben. Die beiden sitzen seit mehreren Monaten in Haft.

Die Idee zu der Aktion kommt von der Organisation Amnesty International (gesprochen: ämnästi internäschenel). Sie setzt sich für Menschen ein, die unschuldig im Gefängnis sind oder unfair behandelt werden. Die Post soll ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.

1000 Schulen machen mit

An der Aktion beteiligen sich etwa 1000 Schulen. Vergangenes Jahr wurden Millionen Briefe geschrieben. Die Leute von Amnesty sagen: „Ein einzelner Brief mag ungelesen weggeworfen werden, Hunderttausende Briefe aber können die Behörden nicht ignorieren.“

Altayra kennt so einen Fall: „Was für eine Hilfe diese Briefe sein können, hat uns ein Mann erzählt.“ Er saß Jahrzehnte allein in einer Gefängniszelle. Im vergangenen Jahr erreichten ihn viele Kartons voller Briefe aus der ganzen Welt. Inzwischen ist der Mann frei.

„Mit meiner Post möchte ich auch erreichen, dass unschuldige Menschen freigelassen werden“, sagt Altayra. Darum hat sie vor, noch jede Menge solcher Briefe zu schreiben.

Von dpa