Ötzi gibt immer noch Rätsel auf

Ötzi gibt immer noch Rätsel auf
Wie Ötzi genau ausgesehen hat, weiß man nicht. Mit modernster Technik hat man versucht, sein Aussehen nachzubilden. (Foto: Ochsenreiter/Südtiroler Archäologiemuseum/dpa)

Vor 20 Jahren fanden Wanderer eine männliche Leiche in den Ötztaler Alpen, die über 5300 Jahre alt war. Das war eine Sensation. Und ist sie bis heute. Denn der Tote, den die Wissenschaftler Ötzi tauften, gibt bis heute große Rätsel auf. 

Seit 20 Jahren liegt Ötzi in einer Eisgruft

Die Ötzi-Mumie liegt in einer Kühlkammer in einem Museum in der Stadt Bozen in Italien. (Foto: Robert Parigger/epa apa/dpa)

Manche nennen sie auch „Der Mann aus dem Eis“. Seit 20 Jahren liegt Ötzi nun in einer Eisgruft in einem Museum in Bozen. Das ist eine Stadt in Italien. Dort wird die Leiche gekühlt und mit Wasser besprüht, damit sie nicht austrocknet und lange erhalten bleibt.

Wissenschaftler haben inzwischen viel über den Mann aus dem Eis erfahren: Dazu untersuchten sie zum Beispiel seine Kleidung, den Inhalt seiner Taschen und was er im Magen hatte.

Heute weiß man: Der Mann hatte einige Krankheiten. Seine Lunge zum Beispiel war schwarz, deshalb vermuten Forscher, dass er sich viel am offenen Feuer aufhielt und diese Luft einatmete, als er noch lebte.

Warum wurde „der Mann aus dem Eis“ ermordet?

Die Fundstelle von Ötzi liegt in den Alpen in Südtirol. (Foto: Lukas Aichner/Südtiroler Archäologiemuseum/dpa)

Außerdem wurde Ötzi wohl ermordet. Er soll aus der Ferne mit einem Pfeil in den Rücken erschossen worden sein. Denn Wissenschaftler fanden diesen Pfeil in der Mumie. Die Frage ist aber: Wer hat den Pfeil abgeschossen? Und warum? „Genau werden wir das wohl nie erfahren“, sagt Katharina Hersel. Sie arbeitet in dem Museum, in dem seine Überreste liegen.

Die Wissenschaftler schließen aus, dass Ötzi getötet wurde, um ihn zu bestehlen. Denn neben ihm lag ein Kupferbeil. Und Kupferbeile waren vor mehr als 5000 Jahren sehr, sehr wertvoll.

Was arbeitete Ötzi?

Vieles ist also noch immer ein Rätsel. Zum Beispiel auch, welchen Beruf er hatte. Hirte war Ötzi wohl nicht. Denn Tiere wurden erst 1000 Jahre später auf Sommerweiden getrieben. Als Bauer hat er aber wohl auch nicht gearbeitet. Denn die Muskeln an seinem Skelett zeigen, dass er zwar viel gelaufen ist, aber keine schweren Lasten geschleppt hat. „Es bleibt noch Landbesitzer. Jäger. Oder etwas, an was wir heute gar nicht denken“, sagt Katharina Hersel.

Sie glaubt aber fest daran, dass Forscher in Zukunft noch mehr über Ötzi herausbekommen werden. „Es werden immer neue Maschinen mit feineren Messmethoden erfunden. In fünf Jahren sehen wir vielleicht Dinge, die uns heute noch unbekannt sind.“

(Von dpa)

Wer war der Ötzi?