Louis schmettert den Riesenball
Von Jennifer Heck, dpa
Drei Teams und ein besonders großer Ball: Beim Kin-Ball katapultiert ein Spieler den Ball in die Luft. Wie das klappt, trainieren die Jungs Tim und Louis in einer Mannschaft.
Saarlouis (dpa) – Mitten in einer Sporthalle in der Stadt Saarlouis liegt ein richtig großer Ball. Er misst 1,22 Meter von der einen Seite zur anderen. Das ist ungefähr so groß wie ein Kind im ersten Schuljahr. Dieser spezielle Ball heißt Kin-Ball. «Wenn man davorsteht, kommt der Ball einem schon groß vor. Aber wenn man schlägt, ist er relativ weich und leicht», erklärt Tim. Der 16-Jährige und sein Kumpel Louis spielen an diesem Tag zusammen Kin-Ball. Zu erkennen ist ihre Mannschaft an den blauen Hemdchen, die die Jungs über ihre T-Shirts gezogen haben. Die Farben sind wichtig in dem Sport. Normalerweise stehen beim Kin-Ball insgesamt drei Teams mit je vier Spielern und Spielerinnen auf dem Feld. Im Training reicht die Anzahl der Leute diesmal nur für zwei Mannschaften: blau und schwarz. Neben dem Ball brauchen sie für das Spiel noch eine besondere Zähltafel für die Punkte.
Netze und Tore gibt es nicht
Die Mannschaft von Tim und Louis macht sich für den ersten Aufschlag bereit. Dazu halten ein bis drei Spieler den Ball in die Luft. Louis holt aus und boxt kräftig gegen den Kin-Ball. Und so beginnt das Spiel. Ziel ist es, den Ball so zur anderen Mannschaft zu schmettern, dass sie diesen nicht fangen kann. Welche Mannschaft gemeint ist, ruft Louis aus. Denn er ist der Rufer im Team. Hat die ausgerufene Mannschaft es geschafft, den Ball zu fangen? Dann ruft sie als Nächste aus, welche Mannschaft nun den Kin-Ball schlagen muss. Fängt sie den Ball nicht, erhalten die anderen einen Punkt. Auch zum Beispiel, wenn der Kin-Ball ins Aus katapultiert wird. Es wird so lange gespielt, bis eine bestimmte Punktzahl erreicht ist. In einer kurzen Unterbrechung versammelt sich das Team von Louis um den Kin-Ball und tuschelt. Die Spieler hätten eine heimliche Taktik ausgemacht, um den Gegner auszutricksen, erklärt der 14-Jährige.
Für das Kommando Bereitmachen
Plötzlich ruft Louis: «Omnikin noir!» (gesprochen: omnikin noa). «Omnikin» heißt das Kommando fürs Bereitmachen. «Noir» ist Französisch und bedeutet schwarz. Beim Kin-Ball fallen oft französische Wörter. Denn die Sportart stammt aus dem Land Kanada. Dort wird teilweise Französisch gesprochen. Die schwarze Mannschaft ist nun gefragt, den Ball abzufangen, bevor er den Boden berührt. Kurz darauf halten zwei Spieler ihre Hände gegen den Ball und lassen ihn langsam nach unten gleiten. Blitzschnell ruft jemand «Omnikin bleu» (gesprochen: omnikin blö). «Bleu» steht für «blau». Die Mannschaft von Louis ist also wieder dran. Um den Ball zu erreichen, könne man verschiedene Sachen ausprobieren, erklärt der Spieler. «Mal mit dem Fuß spielen, mal mit dem Arm oder mit dem Körper blocken. Man kann da seine ganz eigenen Sachen entwickeln, deshalb macht es auf jeden Fall sehr viel Spaß.»




