Louis schmettert den Riesenball

Louis schmettert den Riesenball
PRODUKTION - 18.06.2024, Saarlouis: Louis Ackermann (Mitte) steht zwischen seinem Kin-Ball-Trainer Holger Bader und dem Teamkollegen Tim. Beim Kin-Ball-Training bringt Holger Bader (links) den Jungs Louis und Tim jede Menge Tricks bei. (zu dpa: Louis schmettert den Riesenball) Foto: Jennifer Heck/dpa - ACHTUNG: Nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder zur einmaligen Verwendung und nur im direkten Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder +++ dpa-Nachrichten für Kinder +++

Von Jennifer Heck, dpa
Drei Teams und ein besonders großer Ball: Beim Kin-Ball katapultiert ein Spieler den Ball in die Luft. Wie das klappt, trainieren die Jungs Tim und Louis in einer Mannschaft.

Saarlouis (dpa) – Mitten in einer Sporthalle in der Stadt Saarlouis
 liegt ein richtig großer Ball. Er misst 1,22 Meter von der einen 
Seite zur anderen. Das ist ungefähr so groß wie ein Kind im ersten
 Schuljahr. Dieser spezielle Ball heißt Kin-Ball.

«Wenn man davorsteht, kommt der Ball einem schon groß vor. Aber wenn 
man schlägt, ist er relativ weich und leicht», erklärt Tim. Der
 16-Jährige und sein Kumpel Louis spielen an diesem Tag zusammen
 Kin-Ball. Zu erkennen ist ihre Mannschaft an den blauen Hemdchen, die
 die Jungs über ihre T-Shirts gezogen haben. Die Farben sind wichtig 
in dem Sport. 

Normalerweise stehen beim Kin-Ball insgesamt drei Teams mit je vier
 Spielern und Spielerinnen auf dem Feld. Im Training reicht die Anzahl
 der Leute diesmal nur für zwei Mannschaften: blau und schwarz. Neben
 dem Ball brauchen sie für das Spiel noch eine besondere Zähltafel für
 die Punkte.

Netze und Tore gibt es nicht

Die Mannschaft von Tim und Louis macht sich für den ersten Aufschlag
bereit. Dazu halten ein bis drei Spieler den Ball in die Luft. Louis holt aus und boxt kräftig gegen den Kin-Ball. Und so beginnt das 
Spiel. Ziel ist es, den Ball so zur anderen Mannschaft zu schmettern,
 dass sie diesen nicht fangen kann. Welche Mannschaft gemeint ist,
 ruft Louis aus. Denn er ist der Rufer im Team. 

Hat die ausgerufene Mannschaft es geschafft, den Ball zu fangen? Dann
 ruft sie als Nächste aus, welche Mannschaft nun den Kin-Ball schlagen
 muss. Fängt sie den Ball nicht, erhalten die anderen einen Punkt. 
Auch zum Beispiel, wenn der Kin-Ball ins Aus katapultiert wird. Es
 wird so lange gespielt, bis eine bestimmte Punktzahl erreicht ist.

 In einer kurzen Unterbrechung versammelt sich das Team von Louis um 
den Kin-Ball und tuschelt. Die Spieler hätten eine heimliche Taktik 
ausgemacht, um den Gegner auszutricksen, erklärt der 14-Jährige.

Für das Kommando Bereitmachen

Plötzlich ruft Louis: «Omnikin noir!» (gesprochen: omnikin noa).
«Omnikin» heißt das Kommando fürs Bereitmachen. «Noir» ist
Französisch und bedeutet schwarz. Beim Kin-Ball fallen oft 
französische Wörter. Denn die Sportart stammt aus dem Land Kanada.
 Dort wird teilweise Französisch gesprochen.

 Die schwarze Mannschaft ist nun gefragt, den Ball abzufangen, bevor
 er den Boden berührt. Kurz darauf halten zwei Spieler ihre Hände
 gegen den Ball und lassen ihn langsam nach unten gleiten. 
Blitzschnell ruft jemand «Omnikin bleu» (gesprochen: omnikin blö).
«Bleu» steht für «blau». Die Mannschaft von Louis ist also wieder 
dran.

 Um den Ball zu erreichen, könne man verschiedene Sachen ausprobieren, 
erklärt der Spieler. «Mal mit dem Fuß spielen, mal mit dem Arm oder 
mit dem Körper blocken. Man kann da seine ganz eigenen Sachen
 entwickeln, deshalb macht es auf jeden Fall sehr viel Spaß.»