Karoline Herfurth über ihre Rolle als „Die kleine Hexe“

Karoline Herfurth über ihre Rolle als „Die kleine Hexe“
Karoline Herfurth (l) als die kleine Hexe und Suzanne von Borsody als die böse Hexe Rumpumpel.

Karoline Herfurth (33) ist eine bekannte Schauspielerin aus Berlin. In „Fack ju Göhte“ war sie die Lehrerin Elisabeth Schnabelstedt. In „Die kleine Hexe“ spielt sie die Hauptrolle. Der Film startet am Donnerstag im Kino. Im Interview erzählt sie, wie sie sich auf das Fliegen und Zaubern vorbereitete.

Frau Herfurth, als kleine Hexe fliegen Sie auf dem Besen durch die Luft und können zaubern. Würden Sie das auch in echt gerne können?

Ja, ich würde wirklich gerne zaubern können. Als wir den Film gemacht haben, sind wir sehr viel durch Deutschland gereist, weil wir an vielen Orten gedreht haben. Da hätte ich manchmal gerne geschnipst, um von A nach B zu kommen, statt mit dem Zug oder dem Auto zu fahren.

Karoline Herfurth als die kleine Hexe mit Rabe Abraxas in einer Szene des Films „Die kleine Hexe“.

Und ich finde es auch praktisch, dass die kleine Hexe andere Hexen in Kröten verwandeln kann. Das würde ich manchmal gerne machen, wenn Leute unvernünftig sind oder ganz viel Quatsch reden. Und ich würde gerne hexen, dass die ganze Welt Frieden hat.

Wie wurden die Szenen mit dem fliegenden Besen denn gedreht?

Das wurde an einem Tag gemacht, vor einem sogenannten Blue Screen. Davor wurde ein Gerüst mit einer Seilkonstruktion aufgebaut und da dran hing ein Besen, auf dem ich gesessen hab. Der hatte auch einen Sattel und Fußstützen, sonst wäre das ganz schön anstrengend gewesen. Aber das sieht man nicht, weil das unter dem Rock der kleinen Hexe versteckt ist. Und dann haben mich Menschen an dieser Seilkonstruktion hin und her bewegt. Das wurde in den verschiedensten Situationen gefilmt. Einmal tue ich zum Beispiel so, als ob ich den Hexenberg sehe. Am Ende wird das dann alles per Computer in das richtige Bild eingesetzt.

Was hat Sie an dem Film „Die kleine Hexe“ gereizt?

Ich bin mit der kleinen Hexe groß geworden. Meine Eltern haben mir die Geschichte schon vorgelesen, als ich drei oder vier Jahre alt war. Ich mag die Figur und die Geschichte total gerne. Deswegen war ich sehr stolz, als ich gefragt wurde, ob ich die kleine Hexe spielen würde.

Die Geschichte der kleinen Hexe haben schon Millionen Kinder vor dir gelesen. (Foto: dpa)

Es war für mich auch spannend, mal ein Kind zu spielen. Die kleine Hexe ist zwar schon 127, aber in ihrer Welt ist sie noch ein Kind. Ich als erwachsene Frau musste herausfinden, wie man ein Kind spielt, ohne albern zu wirken. Das war eine Herausforderung. Und ich mag Herausforderungen.

In der Geschichte darf die kleine Hexe noch nicht beim Hexenfest mitmachen. Also geht sie heimlich hin. Haben Sie als Kind auch mal was Verbotenes gemacht?

Also ich durfte als Kind ziemlich viel. Trotzdem hab ich als Kind was gemacht, was ganz schön gefährlich war – und was man auf gar keinen Fall nachmachen sollte. Also: Ich bin in Berlin groß geworden, im Prenzlauer Berg, und da sind die Dächer ganz eng zusammen. Das ist ein richtiges Labyrinth aus Dächern. Wir haben uns auf den Dachboden geschlichen und dann sind wir auf den Dächern langspaziert. Wir hatten immer ganz schön Angst, erwischt zu werden.  Das ist aber heute gar nicht mehr möglich, glaube ich. Kann man also zum Glück nicht nachmachen.

Finden Sie es denn ungerecht, dass man manche Dinge noch nicht darf, weil man zu jung ist?

Aus meiner jetzigen Perspektive finde ich das absolut richtig. Aber gleichzeitig ist es auch richtig, dass man das als Kind ungerecht findet. Eltern sagen einem ja immer, was richtig und falsch ist, und dann gehört es zum Kind sein dazu, auszuprobieren, ob das immer gilt. Ich verstehe gut, dass Kinder das ausprobieren und irgendwann entwickelt man sein eigenes richtig und falsch und macht seine eigenen Regeln. Aber bis dahin gelten die Regeln der Eltern. Erwachsen zu sein hat gute und schlechte Seiten: Einerseits muss man viel Verantwortung tragen, aber andererseits hat man viele Freiheiten.

Als Strafe muss die kleine Hexe fast 8000 Zaubersprüche lernen, was ihr schwerfällt. Als Schauspielerin müssen Sie auch viel Auswendig-Lernen. Haben Sie einen Trick?

Naja, man muss einfach lernen. Bei schwierigen Sachen, wie diesen Zaubersprüchen, kommt man ganz schön durcheinander. Da fange ich früh an zu lernen, so drei Tage bevor ich es am Set brauche. Bei mir prägen sich Sachen am besten ein, wenn ich sie vor dem Einschlafen und direkt nach dem Aufwachen wiederhole. Ehrlich gesagt habe ich in der Schule aber auch immer erst auf den letzten Drücker gelernt.

Abraxas ist ein sprechender Rabe und das Haustier der kleinen Hexe. Hatten Sie als Kind ein Haustier?

Oh ja! Ich hatte eine Katze, die Cassandra hieß. Die hat Junge bekommen. In der Zeit haben wir noch zwei weitere Katzenbabys gefunden. Die haben dann alle bei mir unter dem Schrank gewohnt und mein ganzes Zimmer voll gemacht. Das war lustig.

Das Gespräch führte Angela Sommersberg