Kämpfer mit klebrigen Fingern – Handball

Kämpfer mit klebrigen Fingern – Handball
Foto: Axel Heimken/dpa

Die Handball-WM beginnt – Unser Autor erklärt, warum der Sport so toll ist

Wusstest du, dass man einem Handball-Bundesligaspieler nach dem Spiel am besten nicht die Hand gibt? Es sei denn, du willst klebrige Finger bekommen. Die großen Kerle schmieren sich ihre Hände nämlich mit Harz voll – das ist so ein klebriges Zeug, wie du es an Bäumen findest, deren Rinde verletzt ist. Da haftet alles dran. Wenn du aber einen Ball genau werfen willst, ist das eine feine Sache. Du kannst ihm einen schönen Drall geben, so dass er beim Aufkommen am Torwart vorbeihüpft. Und du kannst ihn auch mit einer Hand festhalten. Die Spieler fassen sich oft an ihren Schuh, denn daran haben sie den Kleber geschmiert. Achte also mal darauf, wenn du dir ein Spiel anschaust. Dazu hast du jetzt viel Gelegenheit – denn heute beginnt die Handball-Weltmeisterschaft. Die Spiele werden in Deutschland und Dänemark ausgetragen.

Deutschlands Uwe Gensheimer wirft einen Strafwurf. Foto: Axel Heimken/dpa

Handball ist super

Wer Handball gespielt hat, liebt es sein Leben lang, das wissen alle Handballer. Besonders gut finden die Spieler, dass bei diesem Sport wirklich jeder wichtig ist. Keiner wirft Tore allein. Das Team hilft immer. Wenn der Rückraumspieler – das sind die großen Kerle links und rechts hinter der gestrichelten Linie – ganz hochspringt und den Ball Richtung Tor wirft, ist es der Spieler am Kreis, der die Abwehrspieler daran hindert, ihn anzugreifen und am Wurf zu hindern.

Vielleicht ist aber der Torwart ein bisschen wichtiger als die anderen. Denn wenn er einen richtig guten Tag hat, hat der Gegner schon so gut wie verloren. Mit jeder Parade vom ihm verlieren die gegnerischen Angreifer ein Stück Selbstvertrauen.

Die Spielregeln

Vielleicht solltest du noch etwas über das Spiel an sich wissen: Es dauert zweimal 30 Minuten. Wenn die Unterbrechungen zu lange dauern, wird die Uhr angehalten. Jeder Spieler darf drei Schritte mit Ball machen, dann muss er den Ball mindestens einmal auf den Boden „titschen“, prellen heißt das. Und wenn man im Angriff einfach nur den Ball behalten will und gar nicht versucht ein Tor zu werfen, pfeift der Schiedsrichter ab. Zeitspiel nennt man das.

Ein Kampfsport

Übrigens ist Handball ein Kampfsport. Da wird manchmal richtig kräftig zugelangt, denn das Ziel der Abwehr ist es, den Angriff des Gegners zu unterbrechen. Deshalb haben die Handballer am Tag nach dem Spiel oft Schmerzen und humpeln durch die Wohnung. Aber alles halb so schlimm. Wer zu hart attackiert, bekommt eine Zweiminutenstrafe. Dann muss er sich so lange auf die Bank setzen und kann darüber nachdenken, ob er wirklich so hart hätte zulangen müssen. Denn seine Mannschaft spielt solange mit einem weniger – und meistens wirft der Gegner deshalb ein oder zwei Tore mehr in der Zeit. Ein Handballtor ist zwei Meter hoch und drei Meter breit, trotzdem fallen ziemlich viele Tore. Das liegt daran, dass man mit der Hand den Ball viel besser kontrollieren kann als mit dem Fuß.

Die Chancen

Die Deutschen haben übrigens vielleicht nicht die besten Spieler, die haben wohl die Franzosen. Aber die deutschen Spieler haben viel Mut und Kampfkraft. Vor allem die Abwehr ist richtig klasse. Deshalb haben sie eine Chance, Weltmeister zu werden. So wie im Jahr 2007, da haben sie es das letzte Mal geschafft. Wenn du sie anfeuerst, schaffen sie es vielleicht eher. Die Finalspiele sind schließlich in Köln. Und wenn du Lust hast, gehst du danach einfach selbst in einen Handballverein und findest heraus, warum der Sport so cool ist.

Von Michael Hesse