Jugend früher, Jugend heute

Jugend früher, Jugend heute
Jugendliche 2016: ins Smartphone vertieft (Foto: dpa)

Heute ist der internationale Tag der Jugend. Er soll auf die Situation von Jugendlichen auf der ganzen Welt aufmerksam machen. Jugend beschreibt die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein. Doch von wann bis wann ist das genau?

Es gibt  unterschiedliche Ansichten, wie lange jemand jugendlich ist. Das Gesetz in Deutschland sieht Menschen von  14 bis 18 Jahren als Jugendliche an. Einen groben Zeitraum gibt  auch das englische Wort für Jugendlicher  an:  „Teenager“ bezieht sich auf die Zahlen von 13, („thirteen“) bis 19 („nineteen“). Jugendliche sind demnach also zwischen 13 und 19 Jahre alt. Viele Wissenschaftler sehen diese Zeitspanne oft noch ein bisschen länger an. Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat uns  erklärt, wann die Jugend heute anfängt und wie das früher war.

Jugend im 19. Jahrhundert

Jugendliche 1949 (Foto: privat)

Jugendliche 1949 (Foto: privat)

„Früher, vor 200 Jahren, da war die Kindheit viel länger als heute. Damals sind die Jungen und Mädchen erst mit 16 oder 17 in die Pubertät gekommen und waren bis dahin Kind“, sagt Klaus Hurrelmann. Da war es aber auch nicht wichtig, wie alt die Kinder waren. Sie mussten meistens den Eltern im Haushalt oder bei der Arbeit helfen. Zur Schule sind die meisten nicht gegangen. Damals gab es den Begriff Jugendliche noch gar nicht.

Jugend im 20. Jahrhundert

Vor 100 Jahren sind die Kinder  mit ungefähr 15 Jahren in die Pubertät gekommen. Danach galten sie erst als jugendlich. Zu der Zeit hat man angefangen den Begriff Jugend überhaupt zu benutzen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Schulpflicht eingeführt. Das heißt, jedes Kind musste dann in die Schule gehen.  Die Kindheit hörte mit dem Ende der Schulzeit  auf. Danach fingen die Jugendlichen an zu arbeiten und haben eine Familie gegründet. Das ist heute ganz anders.

Jugend 2016

Heute gelten Kinder schon mit ungefähr  zwölf Jahren als jugendlich, manche auch  früher. Denn Kinder kommen früher in die Pubertät. Die Kindheit wird also kürzer.  Aber warum ist das so? Die Wissenschaft ist sich nicht sicher.   Als Hauptgründe gelten das Umfeld und die Ernährung. Deine Kindheit ist anders als früher bei deinen Eltern oder Großeltern. Du hast vielleicht ein Handy, auf dem du Nachrichten liest oder mit deinen Freunden schreibst. Du wächst mit  neuen Medien  auf und machst vielleicht mal eine große Reise. So  bekommst du viel von der Welt mit und schaust über den Tellerrand. Das war bei deinen Eltern  noch nicht so, als sie jung waren.

Wie lang dauert  die Jugend?

Das ist auch im Gesetz und in der Wissenschaft unterschiedlich. In Deutschland gilt man mit 18 Jahren zwar als volljährig. Doch es kann sein, dass ein Krimineller vor Gericht noch wie ein Jugendlicher bestraft wird – auch wenn er schon älter ist.   Klaus Hurrelmann zufolge dauert die Jugend etwa bis zum Alter von 27 Jahren.  Also bis man  arbeiten geht, eigenes Geld verdient und eine Familie gründet.

Das kann natürlich bei manchen auch schon früher der Fall sein. Deine Eltern haben, als sie jung waren, bestimmt schon früher angefangen zu arbeiten. Ihre Jugend war kürzer. Du wirst länger zur Jugend zählen als sie. Die Kindheit ist heute kürzer als vor 200 Jahren. Die Jugend ist dafür viel länger.

Von Jacqueline Rother