Goodbye, Großbritannien!

Goodbye, Großbritannien!
100 Mal die Flagge Großbritanniens: Die Briten haben abgestimmt - sie wollen allein sein, nicht Teil der EU. (Foto: dpa)

Es ist tatsächlich passiert: Großbritannien tritt aus der EU aus. Bei einer landesweiten Abstimmung am Donnerstag kreuzten rund 52 Prozent an, dass sie Großbritannien nicht in der EU sehen wollen. Das ist mehr als die Hälfte. Und damit steht fest: Großbritannien wird das erste Land sein, das aus der EU austritt. Dieser Austritt wird auch Brexit genannt. Das Wort ist zusammengesetzt aus den Worten „Britain“ für Großbritannien und „Exit“ für Ausgang.

Der britische Staatschef David Cameron (Foto: dpa)

Der britische Staatschef David Cameron (Foto: dpa)

Das bedeutet auch das Ende für Premierminister David Cameron. Er verliert jetzt seinen Job. Denn er hat vor der Abstimmung dafür geworben, dass sein Land in der EU bleibt. Die meisten seiner Bürger wollen aber etwas anderes – deswegen hat Cameron gesagt: Ihr braucht einen anderen Premierminister, ich bin der falsche für euch. Am Freitag kündigte er seinen Rücktritt an.

Vermutlich wird Cameron im Oktober aufhören. Unter dem neuen Premierminister könnte dann auch Großbritannien aus der EU austreten. Im Moment verhandeln Politiker deswegen noch viel: In Brüssel diskutieren Politiker der EU, wie so ein Austritt genau ablaufen könnte. Es ist schließlich das erste Mal!

So ein Austritt dauert Jahre

Überhaupt wird der EU-Austritt ganz schön lange dauern. Denn die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern ist verschlungen, es gibt komplizierte Verträge. Und die müssen jetzt alle aufgelöst und neu verhandelt werden. Mindestens zwei Jahre wird das dauern. So lange sitzen die Briten weiter mit im EU-Parlament – haben dort aber fast nichts mehr zu sagen. Insgesamt, so schätzen Experten, könnte es fünf Jahre dauern, bis Großbritannien der EU „Goodbye“ sagt.

Die Verbindungen zwischen der EU und Großbritannien sind sehr eng – und es geht um viel Geld. Denn wie jedes andere EU-Land hat Großbritannien Geld in einen Europa-Topf einbezahlt – aber es hat auch Geld bekommen. Zum Beispiel Unterstützung für Bauern oder Forscher. Weil die Unsicherheit groß ist, ist die britische Währung Pfund gerade nicht mehr so viel Wert.

Könnten andere folgen?

Klar ist schon jetzt: Die EU wird es Großbritannien nicht leicht machen. Als EU-Mitglied hatte das Land zum Beispiel Vorteile im Handel, die wichtig sind. Auch bei der Reise seiner Staatsbürger in andere EU-Länder hatten es die Menschen mit einem britischen Pass leicht. Das wird sich jetzt ändern. Großbritannien wird diese Vorteile verlieren – oder muss dafür einen hohen Preis zahlen. EU-Politiker werden dem Land zeigen wollen: Ihr wolltet uns nicht – jetzt sollt ihr merken, wie wichtig wir sind! Für die EU ist das auch wichtig, um noch mehr Länder davon abzuhalten, aus dem Staatenverbund auszutreten.

Von ann, aso