Wie gerecht sind unsere Schulen?

Wie gerecht sind unsere Schulen?
Wer von den Eltern keine Unterstützung bei den Hausaufgaben bekommt, kann in Ganztagsschulen Hilfe erhalten. Aber die gibt es nicht überall. (Foto: dpa)

Im Unterricht aufpassen und lernen. Das ist wichtig, wenn man gut in der Schule sein will. Doch nicht immer kommt es nur darauf an, sagen Bildungsforscher. Der Schul-Erfolg hängt oft auch von vielen anderen Dingen ab.

Helfen Eltern beim Lernen?

Forscher untersuchen immer wieder, wo es mit der Bildung von Kindern gut läuft – und wo es Probleme gibt. Am Mittwoch wurde zu dem Thema eine neue Studie vorgestellt. „Wir haben darin untersucht, wie die Schul-Systeme in Deutschland funktionieren und ob sie gerecht sind“, erklärt Nils Berkemeyer. Er ist einer der Forscher. Mit „gerecht“ meinen die Forscher: Alle Schüler sollen die gleichen Chancen auf einen guten Schul-Abschluss haben.

„Für den Bildungs-Erfolg ist es natürlich wichtig, wie klug oder wie fleißig ein Schüler ist. Aber das ist nicht alles“, sagt Nils Berkemeyer. Es können auch viele andere Dinge eine Rolle spielen. Zum Beispiel: Wie gut kann der Schüler unterstützt werden beim Lernen, etwa von den Eltern. Oder: Wie gut sind die Lehrer an einer Schule? Wie viel Zeit haben sie, sich um lernschwächere Schüler zu kümmern?

Schulen können Probleme ausgleichen

Bei ihrer Studie schauten die Forscher besonders auf die Schul-Systeme. Damit ist unter anderem gemeint: Welche Schul-Formen werden in den verschiedenen Bundesländern angeboten? Also zum Beispiel Gymnasien, Ganztagsschulen und Gemeinschaftsschulen. Und: Wie viele davon werden angeboten? „Beim Angebot gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern“, sagt Nils Berkemeyer.

Die Forscher sind der Ansicht, dass die Schul-Systeme eine große Rolle dabei spielen können, wie erfolgreich Schüler sind. Wenn ein Schüler zu Hause zum Beispiel niemanden hat, der ihm beim Lernen helfen kann. Dann könnte ihn der Besuch einer Ganztagsschule weiterbringen, wenn es dort am Nachmittag Angebote dafür gibt.

„Aber nicht überall gibt es so ein Angebot“, sagt Nils Berkemeyer. „Das ist dann unserer Ansicht nach nicht gerecht.“ Die Forscher wollen, dass noch mehr getan wird, damit es gerechter zugeht.

Von dpa