Schüler drehen einen Film

Schüler drehen einen Film
Und, Action! In der Klasse 5a wird gedreht. (Foto: dpa)

In der Klasse 5a passiert Spannendes: Die Kinder drehen einen Film für ein Festival. Danija und Zoe spielen die Hauptrollen. Wenn sie erwachsen sind, wollen beide Schauspielerinnen werden.

“Kamera läuft!”, schallt es durch den Klassenraum der 5a. Hier stehen nicht die Fächer Mathematik oder Deutsch auf dem Stundenplan. Die Schüler lernen etwas anderes: Wie man einen Film dreht.

Dazu hat sich die Berliner Grundschule Hilfe von einem Film-Experten geholt. Der kommt für zwei Tage in den Unterricht und bringt die nötige Ausrüstung mit: zum Beispiel eine Profi-Kamera und ein puscheliges Mikrofon an einem langen Stab. Für Bild und Ton ist also gesorgt. Den Rest machen die Kinder.

Drehbuch selbst geschrieben

Zoe (links) und Danija (Foto: dpa)

Zoe (links) und Danija (Foto: dpa)

“Sie haben das Drehbuch geschrieben und sich überlegt, wie die einzelnen Szenen aussehen sollen. Dabei müssen sie in Bildern denken”, erklärt der Film-Experte. Als Szenen bezeichnet man die Einheiten eines Filmes. Szenen werden nacheinander gedreht und am Ende zum Film zusammengeschnitten – das macht dann der Profi. Jeder in der Klasse hat aber eine Aufgabe: entweder vor oder hinter der Kamera.

“Ich spiele die gestresste Mutter”, sagt die elfjährige Danija. Sie trägt einen dicken Pelzmantel und große Ohrringe zum Anklipsen. Ihre Freundin Zoe spielt eine Lehrerin. Beide proben fleißig eine Szene. “Das ist ein Gespräch zwischen der Mutter und der Lehrerin. Wir haben gestern schon den ganzen Nachmittag am Telefon geübt.”

Es geht um Ungerechtigkeit

In dem Film, der nicht länger als sieben Minuten lang ist, geht es unter anderem um ein Mädchen, das sehr viel im Haushalt helfen muss. “Sie muss aufräumen und auf ihre drei Geschwister aufpassen. Deswegen kommt sie müde, zu spät und ohne Hausaufgaben in die Schule”, erzählt Danija. “Außerdem kommt noch ein neues Mädchen in die Klasse, das nur Polnisch spricht. Ihre Mitschüler setzen sich dafür ein, dass sie die Mathearbeit nicht mitschreiben muss.” In dem Film, den sich die Klasse ausgedacht hat, geht es um Kinder, die ungerecht behandelt werden.

Bald auf einem Festival

Die Klasse 5a (Foto: dpa)

Die Klasse 5a (Foto: dpa)

Der Film soll auch bald Zuschauern gezeigt werden: beim Kinderrechte-Filmfestival. Das findet am 21. und 22. November in unserer Hauptstadt Berlin statt.

Danija und Zoe gefällt die Arbeit am Film so gut, dass sie später Schauspielerinnen werden möchten. Obwohl der Job anstrengend ist: “Gestern mussten wir meine Szene 14 mal durchspielen”, berichtet Zoe. “Und man braucht wirklich viel Zeit zum Lernen.” Das ist ja fast so wie normaler Unterricht. “Aber es macht mehr Spaß”, finden beide.

Von Insa Kohler, dpa