Die Welt gedenkt Martin Luther King

Wandgemälde mit dem Konterfei von Martin Luther King Jr. entlang. Das Gemälde stammt von dem Künstler James Crespinel und ist aus den 1990er Jahren. (Foto: Elaine Thompson/AP/dpa)
Wandgemälde mit dem Konterfei von Martin Luther King Jr. entlang. Das Gemälde stammt von dem Künstler James Crespinel und ist aus den 1990er Jahren. (Foto: Elaine Thompson/AP/dpa)

Stell dir vor, du steigst in den Bus. Es ist verboten, in den ersten Reihen zu sitzen, selbst wenn die frei sind und es hinten gerammelt voll ist. Das gab es vor 65 Jahren in den USA noch. Damals waren die ersten Reihen für Menschen mit weißer Hautfarbe reserviert, Dunkelhäutige durften nur hinten sitzen. Ungerecht, oder? Das fand auch Martin Luther King. Er setzte sich für die Rechte der schwarzen Bevölkerung ein. Vor 50 Jahren wurde er erschossen.

Wer war Martin Luther King?

Martin Luther King wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta geboren, einer Stadt im Südosten der USA. Seine Familie war gläubig, der Vater arbeitete als Pfarrer, die Mutter als Lehrerin. Damals war es normal, dass Dunkelhäutige und Hellhäutige voneinander getrennt waren: Es gab Schulen, Restaurants und Toiletten je für Schwarze und für Weiße. Der dunkelhäutigen Bevölkerung ging es viel schlechter und sie hatte weniger Rechte. Martin Luther King war ein toller Redner. Schon mit 17 Jahren arbeitete er als Hilfsprediger in der Kirche seines Vaters. Nach der Schule studierte er Soziologie und Religion – auch das war nicht leicht, weil Dunkelhäutige nicht jede Uni besuchen durften. Trotzdem machte er einen Doktortitel und arbeitete dann als Pfarrer in der Stadt Montgomery.

Wer war Rosa Parks?

Martin Luther King wird von seiner Frau Coretta geküsst, nachdem er in einem Prozess zu 500 Dollar Strafe verurteilt wurde, weil er einen Boykott der öffentlichen Busse organisiert hatte. (Foto: Gene Herrick/AP/dpa)

Im Dezember 1955 fuhr eine dunkelhäutige Frau in Montgomery mit dem Bus. Dann kam ein Weißer und wollte ihren Sitzplatz haben. Eigentlich hätte die Frau, sie hieß Rosa Parks, aufstehen müssen. Doch sie weigerte sich – und wurde verhaftet. Dann schaltete sich Martin Luther King ein: Er rief die Schwarzen dazu auf, nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

Ein Jahr lang hielten sie das durch – ein Jahr, in dem das Busunternehmen kein Geld von dunkelhäutigen Passagieren einnahm. Schließlich beschloss ein sehr hohes Gericht: In Montgomery gibt es in den Bussen keine Rassentrennung mehr.

Ein großer Erfolg – und ein typisches Vorgehen von Martin Luther King: Er organisierte solche Boykott-Aktionen, Sitzstreiks oder Demonstrationen und hielt Reden – aber er wandte nie Gewalt an. Selbst, wenn wütende, weiße Bürger gewalttätig wurden. Trotzdem wurde Martin Luther King verhaftet und bedroht.

Wann änderte sich etwas?

Martin Luther King hielt vor vielen Menschen eine bedeutende Rede mit dem Tiitel „I have a Dream“. (Fotos: dpa)

Martin Luther King wurde immer bekannter. Am 28. August 1963 führte er eine große Demonstration in der Hauptstadt Washington an. Dort hielt er vor mehr als 250 000 Menschen seine bekannteste Rede. Sie ist unter dem Titel „I have a Dream“ (Ich habe einen Traum) bekannt. Martin Luther King träumte davon, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden. Und dass seine vier kleinen Kinder eines Tages in einem Land leben, in dem sie nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden, sondern nach ihrem Charakter.

Martin Luther King hatte Erfolg: Nur ein Jahr nach seiner Rede wurde in den USA die Rassentrennung per Gesetz aufgehoben. Für seinen Einsatz bekam Martin Luther King kurz danach sogar den sehr wichtigen Friedensnobelpreis.

Doch dann geschah etwas Schlimmes

Heute vor genau 50 Jahren wurde Martin Luther King erschossen. Er wurde nur 39 Jahre alt. Ganz aufgeklärt ist der Mord bis heute nicht. Und heute? Martin Luther King hat viel erreicht: Vor dem Gesetz ist die dunkelhäutige Bevölkerung der USA heute gleichgestellt.

Yolanda Renee King, Enkelin von Martin Luther King Jr., spricht bei der Kundgebung „Marsch für unsere Leben“. Mit der Demonstration sollte ein strengeres Waffengesetz in den USA erreicht werden. (Foto: Andrew Harnik/AP/dpa)

Doch in der Gesellschaft haben es die Schwarzen noch immer schwer – sie sind im Durchschnitt ärmer, schlechter gebildet und werden vor Gericht härter bestraft. Sie werden auch von der Polizei schlechter behandelt. In den vergangenen Jahren sind sogar mehrere Schwarze von Polizisten erschossen worden – obwohl sie keine Gefahr darstellten.

Deswegen hat sich eine neue Bewegung gegründet. Sie heißt Black Lives Matter (Schwarze Leben zählen) und setzt sich dafür ein, dass Menschen mit heller und dunkler Hautfarbe wirklich gleichgestellt sind und es weniger Gewalt gibt. Und es sind ja auch gute Dinge passiert. So war Barack Obama bis 2017 der erste schwarze Präsident der USA. Übrigens setzt sich heute auch ein Kind für Veränderung ein: die neunjährige Yolanda Renee King. Sie ist die Enkelin von Martin Luther King.

Wer war Martin Luther King?