Bleibt Großbritannien in der EU?

Bleibt Großbritannien in der EU?
Dieser Bäcker ist für Europa. Sonst würden seine Brötchen und Amerikaner teurer werden. (Foto: dpa)

Diese sechs Buchstaben hörst du zurzeit in jeder Nachrichtensendung: Brexit. Das Wort ist eine Vermischung aus Britain, also Großbritannien, und Exit, dem englischen Wort für Ausstieg. Denn die Menschen in Großbritannien entscheiden heute, ob sie in der Europäischen Union bleiben – oder aussteigen wollen. Die Europäische Union (EU) ist ein Zusammenschluss von 28 Staaten. Jedes EU-Land schickt Vertreter nach Brüssel und Straßburg. Dort arbeiten die EU-Politiker.

Warum wird abgestimmt?

Die Briten haben ihre eigene Währung behalten: 20 Euro und 20 Pfund zum Vergleich (Foto: dpa)

Die Briten haben ihre eigene Währung behalten: 20 Euro und 20 Pfund zum Vergleich (Foto: dpa)

Als sich vor rund 60 Jahren einige Länder zusammenschlossen, machte Großbritannien (also England, Schottland, Wales und Nordirland) nicht mit. Die Menschen hatten Angst, dass ihre Rechte zu sehr verändert würden. Letztlich entschieden die Bürger sich vor etwa 40 Jahren doch für die Gemeinschaft. Trotzdem hatte das Land eine Sonderrolle: Als die meisten EU-Länder 2002 den Euro einführten, behielten die Briten ihr Pfund. Und wenn du  auf die Insel reist, musst du  deinen Ausweis zeigen.

Vor mehr als 20 Jahren gründete sich die Partei Ukip, die Großbritannien aus der EU holen will. Mit der Zeit haben immer mehr Bürger für diese Partei gestimmt. Deswegen versprach der britische Regierungschef David Cameron den Bürgern 2013: Wenn ihr mich in zwei Jahren wieder wählt, dürft ihr abstimmen, ob wir in der EU bleiben. Das Versprechen löst er nun ein.

Gründe für den Brexit

Großbritannien allein auf sich gestellt - dieser junge Mann ist dafür. (Foto: rtr)

Großbritannien allein auf sich gestellt – dieser junge Mann ist dafür. (Foto: rtr)

Brexit-Anhänger finden, dass die EU zu viele Gesetze hat und sich zu sehr  einmischt. Es gibt zum Beispiel Vorschriften, wie viele Fische pro Jahr gefangen werden dürfen. Die EU-Gegner glauben, dass es dem Land bessergeht, wenn die Briten alleine entscheiden können.

Diejenigen, die für einen Ausstieg  sind, meinen zudem: Es kommen zu viele Ausländer ins Land. Denn mit der Zeit sind neue Länder in die EU eingetreten. Manche sind sehr arm.  Aus solchen Ländern ziehen Menschen in reichere Länder wie Großbritannien, um dort zu arbeiten. Das stört manche Briten.

Vielen Menschen gefällt außerdem  nicht, dass Großbritannien viel Geld an die EU bezahlen muss. Damit werden zum Beispiel ärmere EU-Länder unterstützt. Viele Briten würden das Geld lieber für ihr Land benutzen.

Gründe gegen den Brexit

Brexit-Gegner sind dafür, dass die Briten in der EU bleiben. Dieser Frau trägt deswegen die Flagge der EU im Gesicht. (Foto: rtr)

Brexit-Gegner sind dafür, dass die Briten in der EU bleiben. Dieser Frau trägt deswegen die Flagge der EU im Gesicht. (Foto: rtr)

Brexit-Gegnern ist die Gemeinschaft und der Frieden mit den anderen EU-Ländern wichtig. Das war schließlich nicht immer so: In zwei Weltkriegen kämpften viele Länder der EU gegeneinander. Inzwischen sind aus Feinden Freunde geworden.

Sie helfen sich auch in Krisen: Die reicheren Länder unterstützen die ärmeren. Als Gemeinschaft kann die EU stärker in Verhandlungen mit großen Ländern wie Russland, China oder den USA auftreten.  Die Bürger von EU-Ländern haben viele Vorteile, wenn sie in ein anderes EU-Land reisen: Sie können überall leben und arbeiten. Das wäre für die Briten nach einem Austritt wohl komplizierter.

Doch auch für die Wirtschaft könnte der Brexit Nachteile haben. Innerhalb der EU gibt es keine Zölle: Wenn ein Brite in einem EU-Land einkauft, muss er dafür keine extra Gebühren bezahlen. Auch für die britischen Firmen ist das gut. Nach einem Austritt würden Zölle anfallen, wenn die Firmen ihre Produkte an Menschen in anderen EU-Ländern verkaufen. Weil die dann teurer werden, werden vielleicht weniger britische Waren gekauft.

Und was sagen Kinder?

Leila ist für's Zusammenbleiben. (Foto: dpa)

Leila ist für’s Zusammenbleiben. (Foto: dpa)

Leila  wohnt in der Stadt Brighton. Sie ist oft in Deutschland, weil ihre Mutter Deutsche ist.  Ein paar Dinge unterscheiden ihre Heimat vom Rest Europas: „Wir sind eine Insel und haben anderes Geld. Bei uns gibt es immer noch das englische Pfund und nicht den Euro.“ An Großbritannien gefällt ihr, dass dort Leute aus verschiedenen Ländern leben und es viel Küste und Natur gibt. Über den Brexit sprechen gerade alle Leute, sagt Leila. „Wenn ich Chefin der Europäischen Union wäre, würden alle Länder als große Gemeinschaft zusammenleben und versuchen, Probleme zusammen zu lösen, zum Beispiel die Flüchtlinge aufzunehmen.“

Freitagmorgen steht die Entscheidung fest. Wir verraten euch hier auf Duda.news, wie es ausgeht.

Von Angela Sommersberg und Kathy Stolzenbach (mit dpa)