Riecht der gut!
Manche Vögel haben eine feine Nase – obwohl sie gar keine Nase haben.
Hunde haben eine richtige Spürnase. Ratten übrigens auch. Und Aale erst recht. Aber Vögel? Die haben ja nicht mal eine Nase, die können bestimmt nicht gut riechen! Genau das dachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lange. Mittlerweile glauben sie aber, dass einige Arten viel besser riechen können, als man bisher dachte.
Schnabel statt Nase
Doch zunächst einmal: Vögel haben keine klassische Nase, sondern einen Schnabel. Den nutzen sie zum Fressen – und zum Riechen. Am Schnabel sind nämlich Nasenlöcher. Bei den meisten Vogelarten liegen die ziemlich weit oben, also dort, wo der Schnabel in den Kopf übergeht. Der Kiwi – das ist ein Vogel, der in Neuseeland lebt – nutzt seine Nasenlöcher sehr intensiv. Er sucht nachts nach Nahrung und verlässt sich dabei auf seinen Geruchssinn. Doch es gibt auch Vögel bei uns in Deutschland, die gut riechen können: zum Beispiel Störche. Sie ernähren sich von Schnecken, Fröschen und kleinen Nagetieren. Die findet man oft in einer frisch gemähten Wiese. Deswegen tauchen die Vögel häufig dort auf. Bisher war den Forschenden aber nicht klar, woher die Störche wissen, dass eine Wiese frisch gemäht ist. Mithilfe einer Studie haben sie vor Kurzem herausgefunden: Ihr Schnabel weist ihnen den Weg – sie riechen das Gras!
Hilfe bei der Partnerwahl
Auch andere Vögel nutzen ihre Nasenlöcher: Zebrafinken, die unter anderem in Australien leben, helfen sie zum Beispiel bei der Partnerwahl. Blaumeisen erschnuppern, ob sich Feinde in ihren Nestern aufhalten. Und Zugvögeln hilft ihr Geruchssinn bei ihrer langen Reise.
Von Angela Sommersberg





