Wer, wann und gegen wen?

Wer spielt gegen wen? Das verrät einem der Spielplan der Fußball-Bundesliga, der gerade neu veröffentlicht wurde. Doch wie entsteht diese lange Liste eigentlich? Vor allem jetzt in der Corona-Zeit? Darüber haben wir mit einem Spielplan-Manager gesprochen.

Andreas Farr kümmert sich um den Spielplan für die Fuflball-Bundesliga. Foto: Katrin Denkewitz/DFL/dpa
Wer macht den Spielplan?
18 Vereine, 34 Spieltage: Jeder spielt in der Fußball-Bundesliga zweimal gegen jeden. Das allein wäre schon kompliziert genug. Den Spielplan zu erstellen ist aber noch komplizierter. Das weiß kaum einer besser als Andreas Farr. Er arbeitet für die Deutsche Fußball Liga, kurz DFL. Sein Beruf: Spielplan-Manager. Bis vor einigen Jahren wurde der Spielplan noch nach einem festen Plan zusammengebastelt.
Wie entsteht der Plan?
Heute übernimmt diese Aufteilung ein Computer-Programm. „Da ist die Maschine einfach noch cleverer als der Mensch“, sagt Andreas Farr. „Dieses Programm hilft uns sehr.“ Gemütlich zurücklehnen können sich Andreas Farr und seine Kollegen aber nicht.
Sie müssen das Programm nämlich mit vielen Informationen füttern, bevor es loslegen kann. Dazu gehören zum Beispiel die Spielpläne von anderen Turnieren, etwa der Champions League oder einer Europameisterschaft.
Wer darf noch mitreden?
Auch die Vereine dürfen ihre Wünsche abgeben. Zum Beispiel, wenn sie an einem wichtigen Tag wie einem Vereinsjubiläum gerne ein Heimspiel austragen würden. Manche Vereine nutzen die Sommerpause vielleicht, um ihr Stadion umzubauen. Um dafür mehr Zeit zu haben, könnte ein Auswärtsspiel zu Saisonbeginn für sie besser passen.
Wann wird geplant?
Schon im Frühjahr fangen Andreas Farr und seine Kollegen an, die nächste Saison zu planen. „Wir sammeln die ganzen Vorgaben, von der Polizei bis zu den Clubs“, erzählt der Experte. Die Polizei berichtet zum Beispiel aus verschiedenen Städten, wann große Veranstaltungen geplant sind, etwa Demonstrationen oder Volksfeste.
Warum ist das wichtig?
„Es gibt Dinge, die sich gegenseitig ausschließen“, sagt Andreas Farr. Wenn neben sehr vielen Demonstranten noch Tausende Fans in eine Stadt kämen, könnte die Polizei vielleicht nicht mehr auf alles aufpassen. Oder es gäbe ewig lange Staus in der Stadt. Deshalb versuchen die Spielplan-Macher, solche Dinge zu vermeiden.
Alle Wünsche können sie jedoch nicht immer erfüllen. Manchmal melden sich Vertreter der Vereine auch mit Beschwerden: „Da habt ihr uns aber was Schönes eingeschenkt“, sagen sie dann vielleicht. Solange er erklären kann, wie es dazu kam, ist das für Andreas Farr aber kein Problem.
Welche Rolle spielt Corona?
Probleme bereitet in diesem Jahr vor allem das Coronavirus. Durch die lange Pause im Frühling fängt auch die neue Bundesliga-Saison deutlich später an. Statt wie sonst im August nämlich erst am 18. September. Andreas Farr und seine Kollegen mussten ihre Pläne also wieder komplett umschmeißen.
Auch sonst ist in der kommenden Saison vieles anders. Durch den späten Start muss zum Beispiel die Winterpause verkürzt werden. Der letzte Spieltag soll dann im Mai stattfinden. Für einige Spieler geht es danach schnell weiter. Denn schon im Juni und Juli soll die Europameisterschaft aus diesem Jahr nachgeholt werden.
Von David Kluthe (dpa)