Was krabbelt auf dem Waldboden herum?

Pseudoskorpion
Der Pseudoskorpion ist ungefährlich. (Foto: Getty)

Unter dem Laub, im Boden, auf scheinbar totem Holz: Im Wald wimmelt es nur so von winzigen Tierchen. Viele sind mit bloßem Auge nicht oder kaum zu erkennen. Aber sie sind sehr nützlich für die Natur im Wald.

Wusstet ihr, dass in unseren Wäldern Skorpione leben? Allerdings keine großen und  gefährlichen. Man braucht eine Lupe, um   Pseudoskorpione zu sehen. Anders ist es bei den Waldmistkäfern, die bis zu 19 Millimeter groß werden. Die dicken, schwarzen Käfer sind Taxi für sehr viel kleinere Tiere: Winzige Hornmilben hängen sich an die Käferbeine und lassen sich durch den Wald kutschieren. Der Waldboden und umgefallene Bäume sind  Lebensraum für viele winzige Lebewesen.

Hornmilben

Hornmilbe

Die Hornmilbe hat einen Schutzpanzer. (Foto: dpa)

Die winzigen Spinnentiere werden höchstens einen Millimeter groß. Nur unter dem Mikroskop sieht man, dass Milben kugelig sind und einen dicken Panzer haben, der sie vor Feinden schützt. Sie sind sehr wichtig, weil sie altes  Holz, abgefallene Blätter und Teile von toten Pflanzen fressen.  Daraus machen sie wieder nährstoffreichen Boden, auf dem neue Pflanze wachsen können.

Bärtierchen

Das Bärtierchen sieht aus wie ein winziger, tapsiger Gummibär. Daher hat es auch seinen Namen.  Das rund 1,5 Millimeter lange Tierchen ist ein wahrer Überlebenskünstler. Im Waldboden lebt es ebenso wie in der Antarktis. Sogar in den Weltraum hat man Bärtierchen schon geschickt.  Als einzige Lebewesen haben sie diesen Ausflug bisher unbeschadet überstanden. Dafür haben die Bärtierchen einen Trick: Fehlt das für sie lebenswichtige Wasser in ihrer Umgebung, kugeln sie sich ein und trocknen aus. So können sie viele Jahre und selbst extreme Hitze und Kälte  überstehen. Wenn die Bedingungen besser werden, erwachen sie wieder zum Leben.

Springschwänze

Springschwanz

Ein Springschwanz unter dem Mikroskop (Foto: dpa)

Springschwänze sind nur bis zu zwei Millimeter groß. Trotzdem können sie mehrere Zentimeter weit springen. Und zwar mit Hilfe ihrer Sprunggabel, die sie unter den Hinterkörper geklappt tragen. Mit ihr können sie  in die Höhe schnellen. Springschwänze leben manchmal auch in der feuchten Blumenerde von Zimmerpflanzen. Direkt nach dem Gießen sieht man sie als helle Punkte an der Oberfläche der Erde.

Pseudoskorpione

Zwei kräftige Greifscheren, ein Giftstachel, acht Beine: Bestimmt habt ihr einen Skorpion schon mal auf einem Foto oder im Zoo gesehen. Schaut man sich ein Stück Totholz oder Laub unter der Lupe an, sieht man Skorpione. Aber auch, wenn sie ihren großen, entfernten Verwandten ähnlich sehen – gefährlich sind die Pseudoskorpione nicht. Einen Stachel haben die Spinnentierchen nicht. Und mit ihren Giftdrüsen können sie nur Milben und Springschwänzen gefährlich werden. Bücherskorpione kommen übrigens bei euch zu Hause vor. Sie leben in Büchern, aber auch im Hausstaub.

Experiment

Legt ein großes weißes Tuch auf den Waldboden und werft eine Handvoll Laubstreu darauf. Kurz darauf flüchten die im Laub lebenden Tierchen. Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr sie auf dem Laken erkennen. Mit einem feuchten Pinsel könnt ihr sie vorsichtig aufnehmen, in ein Gefäß geben und sie unter der Lupe ansehen. Danach solltet ihr sie wieder in die Freiheit entlassen.

Von Jasmin Krsteski