Runde Sache: Das Fußball-Lexikon

Runde Sache: Das Fußball-Lexikon

In unserer Serie erklären Kölner Kinder Fußballbegriffe

 

Tim Demond (11), Mittelfeldspieler, Inter 96 Bergisch Gladbach, D1 Jugend

Innenverteidiger

Tim Demond, 11, ist Mittelfeldspieler beim  Inter 96 Bergisch Gladbach (Bild: Christopher Arlinghaus)

“Der Innenverteidiger ist der Chef hinten auf dem Spielfeld. Er organisiert die Vierer-Abwehr-Kette und deckt den Mittelstürmer. Außerdem verteidigt er natürlich die Bälle. Innenverteidiger sind meistens ziemlich groß und müssen etwas breiter sein. Kopfballstark sollten sie auch sein. Innenverteidiger können auch manchmal Tore schießen . Vor allem nach einer Ecke haben sie die Chance dazu. Mats Hummels ist zum Beispiel ein Innenverteidiger.”

 

 

 

 Anastasija Todorovic (11), Mittelfeldspielerin bei TuS Blau-Weiß Königsdorf

Fallrückzieher

Runde Sache Anastasia Todorovic_Neumann“Ein Fallrückzieher ist ein Schuss, bei dem der Spieler den Ball aus der Luft rückwärts ins Tor spielt. Das klappt nur, wenn er den Ball hoch genug zugespielt bekommt. Dann dreht er sich um, springt hoch und schießt den Ball im Fallen direkt aus der Luft ins Tor. Weil er das Tor dabei nicht sieht, muss er vorher einen sehr guten Überblick haben und gut zielen können. Außerdem ist nicht jeder Spieler beweglich genug, um einfach so in der Luft den Ball so spielen zu können – da muss man das Bein nämlich ganz schön hoch kriegen. Fallrückzieher sind so ziemlich die schönste Art, ein Tor zu schießen. Miroslav Klose hat mal ein Fallrückziehertor für die deutsche Nationalmannschaft gemacht, das war richtig cool. Ich habe es auch schon mal probiert, aber es hat nicht so richtig geklappt. Bei uns gab es noch nie einen Fallrückzieher. Wir üben das ja aber auch nicht im Training, so weit sind wir noch nicht.”

 

Julia Viseneber (13), Abwehrspielerin, TUS Blau-Weiß Königsdorf

Handspiel

Runde Sache Julia Viseneber_Neumann“Wenn ein Spieler den Ball in die Hand nimmt, ist es klar: Handspiel. Aber auch, wenn der Ball mit dem Arm berührt oder abgefälscht wird, heißt es Handspiel. Dann gibt es Freistoß für den Gegner. Bei Hand im Strafraum gibt es Elfmeter. Wenn ein Spieler absichtlich die Hand nimmt, bekommt er auch noch eine Gelbe Karte. Manchmal gibt es sogar eine Rote Karte: Ein Spieler, der mit der Hand ein Tor verhindert, muss sofort vom Platz. Schulter ist noch okay, aber alles darunter wird vom Schiri abgepfiffen – jedenfalls bei den Profis. Bei uns kommt es darauf an, wie der Schiri drauf ist. Wenn er nett ist, pfeift er nicht. Vor allem, wenn der Ball nur aus Versehen leicht mit dem Arm berührt wird.”

 

 

Khady N`Diaye, (13) Angriffspielerin, TUS Blau-Weiß Königsdorf

Kapitän

Khady N`Diaye_Neumann“In jeder Mannschaft gibt es einen Kapitän. Er ist der Sprecher der Mannschaft, wenn es Sachen gibt, die das Team mit dem Trainer klären will. Das ist besser, weil dann nur eine Person vor dem Trainer steht und nicht die ganze Mannschaft. Meistens wird der Kapitän von der Mannschaft gewählt, denn er muss von allen akzeptiert sein. Im Spiel ist der Kapitän durch eine Binde am Oberarm zu erkennen. Auf dem Platz hat er das größte Wort: Er sagt seinen Mitspielern, wenn sie falsch stehen oder anders laufen sollen. Oft gibt er die Anweisungen vom Trainer weiter. Am Anfang des Spiels machen die Kapitäne der beiden Mannschaften die Seitenwahl: Der Schiedsrichter lost aus, wer von beiden sich zwischen Seite und Anstoß entscheiden darf. Bei uns ruft der Kapitän vor dem Spiel auch immer die Begrüßung: „Wir begrüßen unseren fairen Gegner, den fairen Schiedsrichter und die fairen Fans mit einem dreifachen TUS Blau-Weiß!“

 

Marvin König, (12), Abwehrspieler bei Inter 96 Bergisch Gladbach

Einwurf

Marvin König“Wenn ein Spieler den Ball ins Seitenaus schießt, dann darf der Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ball nehmen und mit den Händen zu einem Mitspieler  werfen. Der Werfer  muss den Ball in beiden Händen halten. Dann muss er den Ball von hinten über seinen Kopf nach vorn werfen. Wenn er das falsch macht, darf die andere Mannschaft einwerfen. Ein falscher Einwurf ist zum Beispiel, wenn man den Ball vor den Kopf hält oder wenn ein Bein in der Luft ist, wenn man wirft. In unserer Liga sind die Schiedsrichter da genauso streng wie bei den Profis. Aber bei den Profis passiert es fast nie, dass die den Ball falsch einwerfen.”

 

 

 

 

 

Luca Nauwartat (12), Mittelfeldspieler bei Inter 96 Bergisch Gladbach

Tätlichkeit

Luca Nauwartat_Arlinghaus“Eine Tätlichkeit ist, wenn man im Spiel jemanden absichtlich haut oder ihm eine Kopfnuss gibt oder ihn tritt. Wenn das passiert, kriegt der Spieler direkt eine Rote Karte und fliegt vom Platz. Bei dieser WM hat zum Beispiel Pepe eine Tätlichkeit begangen, als er Thomas Müller eine Kopfnuss gegeben hat. Oder auch Luis Suarez, als er den anderen gebissen hat.  Aber er hat nicht Rot bekommen. Hinterher wurde er doch noch bestraft; er darf  jetzt für vier Monate nicht  spielen. Bei uns in der Liga ist das auch schon mal passiert, dass jemand eine Tätlichkeit begangen hat und eine Rote Karte bekommen hat.”

 

 

 

 

 

 

Leon Czylok (11), Torhüter bei Inter 96 Bergisch Gladbach

Sechser

Leon Czylok_ArlinghausDer Sechser steht zwischen dem Mittelfeld und der Abwehr. Er kann von da aus alle Bälle verteilen. Und er gilt als einer der wichtigsten Spieler, weil er eben eine gute Anspielstation ist. Der Sechser kann schnell zum Mittelfeld laufen  und dort spielen. Und er kann auch schnell zur Abwehr laufen und dort den anderen Abwehrspielern helfen. In unserer Mannschaft haben wir auch einen Sechser. Das  ist der Luca, und der macht das  eigentlich ziemlich gut. Beim WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien war Philipp Lahm der Sechser. (spc)Der Sechser steht zwischen dem Mittelfeld und der Abwehr. Er kann von da aus alle Bälle verteilen. Und er gilt als einer der wichtigsten Spieler, weil er eben eine gute Anspielstation ist. Der Sechser kann schnell zum Mittelfeld laufen  und dort spielen. Und er kann auch schnell zur Abwehr laufen und dort den anderen Abwehrspielern helfen. In unserer Mannschaft haben wir auch einen Sechser. Das  ist der Luca, und der macht das  eigentlich ziemlich gut. Beim WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien war Philipp Lahm der Sechser.

Von Sophie Creitz

 

 

Enie Günther, (12), Angriff,  TUS Blau-Weiß Königsdorf

Flügel

“Das äußere Mittelfeld  nennt man auch Flügel. Es gibt natürlich einen rechten und einen linken Flügel. Spieler, die auf dem Flügel spielen, müssen viel laufen: Wenn sie nach vorne zum Angriff gelaufen sind, müssen sie auch immer wieder zurück zur Abwehr kommen. Deshalb kann man nur außen spielen, wenn man schnell ist und eine gute Ausdauer hat. Meistens spielen auf dem Flügel mehrere Spieler: Einer spielt hinten und fängt den gegnerischen Flügelspieler ab. Das ist der Außenverteidiger. Und einer ist eher vorne, der vor allem im Angriff spielt. Aber Philipp Lahm zum Beispiel ist Außenverteidiger und spielt auch oft nach vorne.
Flügelspieler bereiten viele Tore vor: Sie laufen oft nach vorne und flanken dann den Ball in die Mitte zum Stürmer. Manchmal schießen sie aber auch selber Tore, wenn sie nach innen dribbeln und dann schießen. Lukas Podolski macht das oft, der hat auch einen richtig harten Schuss. Bei uns werden auch manchmal Tore vom Flügel gemacht, aber meistens bereitet der Außenspieler nur die Torchancen vor.”

 

Cecelia Ribbeck, (13), Torhüterin, TUS Blau-Weiß Königsdorf

Strafraum

“Der Strafraum ist der viereckige Bereich vor dem Tor, der mit Linien markiert ist. Er ist 16 Meter lang. Im Strafraum darf der Torwart den Ball in die Hand nehmen, zum Abschlag darf er bis zur Grenze vom Strafraum nach vorne gehen. Wenn ein Spieler im Strafraum gefoult wird, gibt es Elfmeter.
Im Strafraum gibt es noch einen kleineren viereckigen Bereich. Das ist der Fünfmeterraum. Der Fünfer ist sozusagen die neutrale Zone für den Torwart. Im Fünfmeterraum darf er nicht angegriffen werden, sonst kriegt er einen Freistoß. Ich spiele auch oft im Tor und finde es gut, dass man im Fünfmeterraum geschützt ist. Vor dem Tor ist es manchmal ganz schön voll, und wenn die Stürmer unbedingt ein Tor schießen wollen, ist das für den Torwart manchmal echt gefährlich.”

 

Annabel Wiese, 12 Jahre,Torhüterin, Außenverteidigung und Mittelfeldspielerin beim DJK Südwest

Abseits

Annabel Wiese (Bild:KRA)

“Wenn ein Spieler hinter der Abwehr vom Gegner steht, also alleine vor dem Torwart, dann steht er im Abseits. Jemand, der im Abseits steht, darf keinen Ball gepasst bekommen. Dann gibt es nämlich Freistoß für den Gegner. Auch wenn er im Abseits steht und dem Torwart zum Beispiel im Weg steht oder die Sicht behindert, pfeift der Schiedsrichter ab. Die Abseitsregel ist gut für das Spiel: So steht keiner einfach vor dem Tor rum und kann alleine vor dem Torwart schießen. Man muss immer gucken, dass man nicht hinter der Abwehr steht. Und das Mittelfeld muss aufpassen, bevor es den Ball zum Stürmer spielt: Man darf nur passen, wenn der Spieler richtig steht. Bei uns in der Liga spielen wir mit Abseits, die Regel zählt nämlich ab der D-Jugend. Nur bei manchen Turnieren spielen wir noch ohne Abseits, weil da auch Jüngere mitspielen. Und in der Halle gibt es bei uns auch kein Abseits.”

 

Katharina Urbig, 12, Abwehrspielerin beim DJK Südwest Köln

Schwalbe

Katharina Urbig (Bild: KRA)“Schwalbe bedeutet, dass man so tut, als ob man gefoult wurde, obwohl es gar kein Foul war. Also, wenn du jemanden nur kurz berührst und der sich fallen lässt. Oder wenn jemand ganz leicht getreten wird und so tut, als ob er Schmerzen hat – obwohl es gar nicht wehtut. Damit will der Gegner einen Elfmeter oder Freistoß rausholen. Wenn er gut schauspielern kann, denkt der Schiri manchmal wirklich, dass es ein Foul war. Vor allem, wenn er weit weg stand und es nicht richtig gesehen hat. Aber wenn der Schiri merkt, dass es eine Schwalbe war, gibt es die Gelbe Karte und einen Freistoß für den Gegner. Eine Schwalbe ist nämlich unsportlich und unfair. Mir ist das noch nie passiert, auch wenn ich Abwehrspielerin bin. Zum Glück!”

 

Pauline Fey (12), Mittelfeld beim DJK Südwest Köln

Tor

Pauline Fey (Bild: KRA)“Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn der Ball ganz hinter der Torlinie ist, ist er im Tor. Wenn der Ball noch ein Stück auf der Linie ist, dann ist es kein Tor. Wenn  der Torwart den Ball vor der Linie hält, ist es natürlich kein Tor. Manchmal hält der Torwart zwar den Ball, aber der Ball ist dabei hinter der Linie. Dann ist es trotzdem ein Tor, auch wenn der Torwart gehalten hat. Meistens ist es aber klar: Der Ball ist im Netz, also ist er drin. So ist es bei uns jedenfalls immer. Da gab es noch nie Streit, ob der Ball im Tor war oder nicht. Bei den Profis passiert das  manchmal: Zum Beispiel beim Pokalfinale  Dortmund gegen Bayern. Da war der Ball  drin, aber der Schiedsrichter hat gedacht, dass er auf der Linie war, und das Tor nicht gegeben.”

 

 

Angelina Arnold (12), Angriff, beim TUS Blau-Weiß Königsdorf

Doppelpass

Angelika Arnold (Bild: Jörn Neumann)“Ein Doppelpass ist eine schnelle Passkombination. Zwei Spieler passen sich den Ball hin und her, also der eine Spieler passt den Ball zum anderen und bekommt ihn sofort wieder zurückgespielt. Damit kann man die Abwehr ganz schön durcheinander bringen und schnell nach vorne kommen. Doppelpässe zu spielen ist aber nicht leicht, auch bei uns im Spiel klappt es nicht oft. Doppelpässe sind das schöne Spiel – so, wie es der Trainer sehen will. Bei den Profis sehen Doppelpässe richtig gut aus. Wenn ein Tor mit einem Doppelpass herausgespielt wurde, ist das auch viel schöner, als wenn es nur eine Ecke war oder eine Flanke mit einem Freistoß.”

 

Von Moritz Neufeld und Sophie Creitz (Bilder: Jörn Neumann, Arlinghaus, KRA)

1 Comment

  1. das ist toll was ihr alles wisst!
    runt um das fußball.

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