Ostergruß für Oma und Opa

Ostergruß für Oma und Opa
Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Wann hast du deine Großeltern zum letzten Mal gesehen? Vielleicht haben sie dir gestern noch vom Handy-Bildschirm aus zugewunken.

Aber sie treffen, umarmen und mit ihnen kuscheln, das dürfen Kinder schon länger nicht mehr. Und leider darf man die Großeltern auch nicht besuchen, um Ostern zu feiern. Der Grund dafür ist das Coronavirus. Aber warum ist es so wichtig, dass du ausgerechnet den Großeltern nicht zu nahe kommst?

Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Was ist Covid-19?

Das Coronavirus kann die Krankheit Covid-19 auslösen. Wie sich diese Krankheit äußert, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche tragen das Virus zwar in sich, aber werden überhaupt nicht krank. Andere haben nur etwas Husten. Es kann aber auch passieren, dass Menschen so schlimm krank werden, dass sie kaum noch atmen können, Fieber bekommen und ins Krankenhaus müssen. Und leider sterben auch manche an der Krankheit. Ob man schlimm krank wird, hat viel mit dem Alter einer Person zu tun. Die Wissenschaftler haben festgestellt: Vor allem Kinder tragen das Virus oft in sich und werden nicht krank. Und wenn, dann fühlt es sich meist nur wie eine leichte Erkältung an. Bei Menschen ab 50 Jahren hingegen kann die Krankheit einen schwereren Verlauf nehmen. Je älter ein Mensch ist, desto größer ist die Gefahr.

Was bedeutet das?

Deine Großeltern, die ja nun mal zu dieser Gruppe von älteren Menschen gehören, müssen also besonders aufpassen, dass sie das Virus nicht bekommen. Und du kannst das Virus in dir tragen und an andere Menschen weitergeben– obwohl du dich fit und gesund fühlst. Das Virus versteckt sich unter anderem in der Spucke. Wenn du sprichst, hustest oder niest, fliegen winzige Tröpfchen davon durch die Gegend. Wenn jemand die einatmet, kann das Virus auch in dessen Körper gelangen. Wenn du deine Großeltern sehen würdest, könntest du das Virus also an sie weitergeben – ohne zu wissen, dass du es in dir trägst.

Warum sind besonders Großeltern gefährdet?

Dass ältere Menschen oft besonders schlimm an Covid-19 erkranken, hat mehrere Gründe. Das Immunsystem, also deine Körperpolizei, die dafür zuständig ist, Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen, funktioniert bei jungen Menschen viel besser als bei älteren. Wenn das Virus es doch in den Körper geschafft hat, setzt es sich vor allem in der Lunge fest. Dieses Organ sorgt dafür, dass du gut atmen kannst. Genau wie das Immunsystem funktioniert auch die Lunge bei den meisten jungen Menschen noch besser als bei den älteren. Dazu kommt, dass manche Großeltern schon andere Krankheiten haben, zum Beispiel Probleme mit dem Herz. Das nennt man Vorerkrankungen. Bei Menschen mit Vorerkrankungen hat das Virus es leicht – es macht sie besonders schnell krank. Das gilt auch für jüngere Menschen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die meisten Experten, Ärzte zum Beispiel, fürchten: Selbst, wenn die strengen Regeln gelockert werden und du wieder in die Schule gehen kannst, solltest du deine Großeltern erst einmal eine Weile noch nicht sehen. Denn die Gefahr, dass du das Virus hast, besteht ja weiterhin. Deswegen forschen die Wissenschaftler mit Hochdruck an Medikamenten, Impfungen und einem Test, mit dem man schnell sehen kann, ob jemand das Virus in sich trägt. Bis es so etwas gibt, kann man seine Großeltern am besten schützen, indem man sie nicht trifft. Das heißt aber nicht, dass du sie nicht sehen kannst. Zum Glück gibt es ja Telefone, Smartphones und Videos. Und Stift und Papier. Was du damit machen kannst, liest du im Kasten.

Milla (10)
Meine Großeltern leben in Wilhelmshaven. Das ist mit dem Auto ungefähr drei Stunden von Köln entfernt und auch nur, wenn man keinen Stau hat. Deswegen sehe ich sie nicht so häufig. In dieser Lage im Moment würde ich sie aber trotzdem gerne besuchen, ich habe nämlich auch ganz große Angst um sie.
Wenn ich meine Großeltern sehe, dann spiele ich viel mit ihnen und wir gehen spazieren. Am meisten vermisse ich ihr Lachen. Um mit ihnen in Kontakt zu bleiben, rufe ich sie an, denn es tut immer gut, ihre Stimmen zu hören. Außerdem schicken meine Eltern ihnen auch Fotos von meinem kleinen Bruder und mir. Ich hoffe ganz doll, dass meine Großeltern gesund bleiben und ich sie bald wieder besuchen kann. Ich vermisse sie nämlich schon sehr. Meinen Großeltern möchte ich noch sagen: „Ich habe euch ganz doll lieb und bleibt bitte, bitte gesund.“

Mine (11)
Wegen des Coronavirus darf man ja leider seine Großeltern nicht mehr besuchen. Damit wir uns trotzdem noch sehen können, versuchen wir mit der ganzen Familie zu skypen. Oder wir telefonieren. Oder ich schreibe eine Karte. Normalerweise haben wir meine Großeltern fast jedes Wochenende besucht. Mit meinem Opa mütterlicherseits sind wir oft ins Kino oder auf den Kinderbauernhof gegangen. Ich vermisse meine Großeltern sehr doll. Und man weiß ja gar nicht genau, wann man sich wieder sehen kann. Da meine Oma väterlicherseits alleine wohnt, ist es für sie bestimmt besonders schwer: immer alleine zu Hause zu sein und nur zum Spazieren rausgehen zu können. Ich möchte meine Großeltern noch grüßen: „Liebe Oma und lieber Opa, ich vermisse euch ganz dolle, und ich hoffe, dass die Infektionszahlen bald runtergehen und wir uns endlich wieder besuchen dürfen.“

Moritz (12)
Bei meiner Oma Anni war ich schon immer viel, vor allem, wenn meine Eltern gearbeitet haben. Oma hat mich zur Spielgruppe gebracht, später vom Kindergarten und der Schule abgeholt. Wir haben zusammen gespielt, sie hat für mich gekocht und war immer für mich da. Ich bin einfach glücklich, wenn ich bei ihr bin. Durch Zufall haben wir ihr noch vor der Corona-Krise ein Smartphone vorbei gebracht. Meine Schwester und ich haben ihr erklärt, wie man es benutzt. Jetzt, wo wir uns nicht mehr besuchen können, ist es schön, sich wenigstens am Bildschirm zu sehen. Mein Opa Achim lebt in einem Pflegeheim. Er ist leider schwer an Demenz erkrankt und vergisst alles ganz schnell. Er versteht nicht, dass wir ihn zurzeit nicht besuchen dürfen. Das ist sehr traurig. Eins ist sicher: Sobald die Krise vorbei ist, werde ich ihn und auch meine Oma direkt besuchen. Dann dürfen wir uns endlich wieder umarmen und dankbar sein, dass wir uns haben.

Ruby (10)
Die Situation ist schon eigenartig, oder? Man kann seine Freunde und Verwandten nicht treffen. Dazu gehören auch die Großeltern, die ja meistens zur Risikogruppe gehören. Es ist echt doof, Oma und Opa nicht treffen zu können. Wir halten über das Telefon Kontakt. Da meine Großeltern mütterlicherseits kein Laptop oder Tablet haben, müssen wir ohne den Kontakt über das Internet auskommen. Meine anderen Großeltern leben im Ausland. Aber wir telefonieren manchmal per Videoanruf auf Whatsapp. Es ist echt traurig, meine Großeltern nicht zu sehen. Sie sind über 65 Jahre alt und gehören ja zur Risikogruppe. Da mache ich mir manchmal Sorgen. Die einen sehe ich so ein- bis zweimal im Monat. Die anderen Großeltern einmal im Jahr. Wir essen zusammen, unterhalten uns oder Oma und Opa erzählen, wie es früher war. An dieser Stelle möchte ich sagen: „Liebe Oma, lieber Opa, liebe Freunde und der ganze Rest der Familie: Schön, dass es euch gibt! Lasst euch nicht entmutigen und bleibt tapfer!“

Mila (11)
Meine Großeltern väterlicherseits leben in Siegburg. Seitdem die Schule geschlossen ist, habe ich sie nicht mehr getroffen. Normalweise besuche ich sie mindestens einmal pro Woche. Ich fahre von meiner Schule in Sankt Augustin mit der Straßenbahn zu ihnen. Jetzt vermisse ich sie sehr. Wir haben zwar schon Videotelefonate gemacht, aber das ist natürlich nicht das Gleiche. Auch Ostern wird sicher komisch, weil wir uns sonst immer bei Oma und Opa treffen und im Garten nach Eiern und Süßigkeiten suchen. Das muss dieses Jahr leider ausfallen. Meine andere Oma wohnt bei uns im Haus, deshalb sehe ich sie immer noch täglich. Aber da sie schon 84 Jahre alt ist, müssen wir sehr gut aufpassen. Ich setze mich nicht mehr direkt neben sie, sondern achte auch in der Wohnung auf zwei bis drei Meter Sicherheitsabstand. Wir essen auch nicht mehr zusammen an einem Tisch. Meinen lieben Omas und meinem lieben Opa sende ich viele Grüße. Ich vermisse euch und bleibt gesund!

Von Angela Sommersberg

Aufruf: Male ein Bild für Oma und Opa

Bist du auch traurig, dass du Ostern nicht zusammen mit deinen Großeltern feiern kannst? Da können wir helfen! Und zwar so: Du malst ein wunderschönes Bild für deine Großeltern. Das schickst du in die Redaktion. Wir veröffentlichen dann eine Auswahl der Bilder in unserer Osterausgabe am 11. April. Und stell’ dir mal vor, wie sehr deine Großeltern sich freuen, wenn sie dann die Zeitung aufschlagen und dein Bild sehen!

So machst du mit

Schick’ dein Bild per Mail an:
ksta-duda@dumont.de

Du musst es mit Hilfe deiner Eltern einscannen oder abfotografieren (Auflösung 300 ppi).

Oder du schickst es per Post an:
Kölner Stadt-Anzeiger, Chefredaktion, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln; Stichwort „Ostern“.

Einsendeschluss ist der 8. April. Verrate uns deinen Namen, dein Alter und wie deine Großeltern heißen. Deine Eltern müssen einverstanden sein, dass du mitmachst. Unter allen Einsendungen verlosen wir tolle Preise.