Auf dem Schulhof spielen
Schulpausen sind eine super Zeit, um neue Spiele auszuprobieren. Hier erklärt ein Experte, wo Spiele eigentlich herkommen und warum es nur selten ganz neue gibt.
Der Gong läutet. Die Schulpause beginnt. Du kannst es kaum erwarten, mit deinen Mitschülern oder Mitschülerinnen auf dem Schulhof zu spielen. Vielleicht spielt ihr Fangen oder Verstecken oder etwas ganz anderes.
Manche dieser Spiele gibt es schon sehr lange. In Spielen tauchen oft Themen aus dem Alltag auf, erklärt der Spielexperte Jan Erhorn. Das Familienleben zum Beispiel wird in „Mutter-Vater-Kind“-Spielen nachgespielt. „Die Grundthemen des Lebens verändern sich nicht von heute auf morgen fundamental“, sagt der Experte. Also ändern sich auch die Spiele nicht wirklich. Vermutlich haben deine Eltern als Kinder gleiche oder ähnliche Spiele gespielt wie du.
Umgebung ist entscheidend
Spiele werden von Generation zu Generation weitergegeben. Das passiert ganz automatisch, und zwar durchs Abschauen. „Die Jüngeren nehmen sich die Älteren zum Vorbild“, sagt Jan Erhorn. Denn von ihnen kann man coole neue Spiele lernen. Außerdem kann man sich den einen oder anderen Trick abgucken. „Mir gefällt, dass auch die Achtklässler mitspielen“, erzählt Michel aus Schleswig-Holstein über das Fußballspielen.
Auch der Schulhof entscheidet mit, was für Spiele gespielt werden, erklärt der Fachmann: „Nur wenn da Fußballtore sind, kann Fußball gespielt werden. Gibt es ein Klettergerüst, kann geklettert werden.“ Das stellt auch Jonas aus Nordrhein-Westfalen fest. Der Zehnjährige erzählt, dass er in der Grundschule gerne Fußball gespielt hat. An der weiterführenden Schule erkundet der Junge nun das riesige Schulhofgelände.
Neue Spiele erfinden
Manchmal werden alte Spiele wie etwa Fangen ein wenig langweilig. Dann müssen neue Spiele erfunden werden. Das seien dann aber oft Variationen der altbekannten Spiele, erklärt Jan Erhorn. Eine spannendere Art Fangen zu spielen, kennt Ivo aus Niedersachsen: „Wir
spielen oft Engel auf Erden. Da geht es darum, dass einer fängt, aber mit Augen zu. Die Person, die fängt, kann auch Kommandos sagen. Wie zum Beispiel ‚Engel auf Erden‘ und dann darf man nicht auf dem Boden sein.“
Der Spielexperte Jan Erhorn kennt noch mehr Tricks, wie man alte Lieblingsspiele wieder spannend machen kann. Aus dem Lieblingsfilm Sachen abzuschauen, ist eine Möglichkeit. Statt normal zu fechten, kann mit etwas Fantasie ein Lichtschwertkampf daraus werden. Mit
einer Extraregel kommt das Element der Macht dazu, ähnlich wie bei „Star Wars“-Filmen.
Aber auch normale Dinge können zur besonderen Herausforderung werden. Elisa aus Nordrhein-Westfalen macht den Vorschlag, in der Schulpause eine Handstand-Challenge zu starten.
Von Greta Hammerschmidt (dpa)





