Nachtwanderungen

Nachtwanderungen
Bat Night in Jülich, Foto Bernd Schaller

Kracks! Ein Geräusch kommt aus dem Dickicht im dunklen Wald. Ein Fuchs? Ein Wildschwein? Oder doch nur ein Vogel? Zu sehen sind im Lichtkegel der Taschenlampen nur die Schatten von Ästen, die unheimlich tanzen. Ein bisschen gruselig ist so eine Nachtwanderung schon. Nachts sieht wirklich alles anders aus als am hellen Tag. Der Mond steht sichelförmig am Himmel. Um eine Laterne flattert auf der Jagd nach Insekten lautlos eine Zwergfledermaus. Ein Kauz ruft aus dem Wald.

Während die Tiere, die tagsüber im Wald zu sehen sind, schlafen, kommen nun die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere aus ihren Verstecken. Traut ihr euch auch nachts in den Wald? Weil es jetzt im Herbst schon wieder früher dunkel wird, müsst ihr gar nicht lange so wach bleiben, um auf eine Nachtwanderung zu gehen. Schnappt euch einfach eine Taschenlampe und eure Eltern und macht euch auf den Weg. Oder ihr nehmt an einer der vielen Nachtwanderungen- und Führungen teil, die es in der Region gibt.

Tipps für die Nachtwanderung

Schaut im Internet nach, wann die Sonne untergeht. Zurzeit ist das etwa um 19 Uhr herum. Am besten geht ihr bereits in der Dämmerung los, denn dann ist es noch so hell, dass ihr auch noch etwas sehen und viel entdecken könnt. Zum Beispiel Tiere, die sich jetzt auf Futtersuche machen. Fledermäuse lassen sich momentan besonders gut beobachten. Vor allem, wenn es nicht regnet. Wenn ihr Tiere beobachten wollt, solltet ihr besonders leise sein und Tarnkleidung tragen, also eher dunkle Kleidung, die nicht leuchtet oder besonders auffällt. Eine Taschenlampe ist wichtig, damit ihr den Weg sehen könnt. Praktisch sind Lampen, die ihr um den Kopf schnallen könnt, denn so habt ihr die Hände frei. Zwischendurch solltet ihr sie allerdings auch mal ausschalten, um die Tiere nicht zu verschrecken, die ihr sehen wollt. Beim Naturschutzbund (Nabu) könnt ihr euch außerdem Fledermausdetektoren ausleihen oder kaufen. Damit könnt ihr die Geräusche der Tiere für euch hörbar machen und so herausfinden, wo sich Fledermäuse in der Nähe aufhalten.

Großes Mausohr im Flug

Wer ist nachts unterwegs?

Zu den Tieren, die nachts oder in der Dämmerung unterwegs sind, gehören Eulen, Fledermäuse, Igel, Siebenschläfer, Fuchs, Nachtfalter und Kröten. Fledermäuse könnt ihr besonders gut an Laternen beobachten. Außerdem halten sie sich gerne an Waldrändern und Gewässern auf. Und wenn du im Wald aufmerksam lauschst, kannst du vielleicht den Waldkauz rufen hören. Er ist im Herbst auf Partnersuche und daher häufig zu vernehmen.

Sternenhimmel

Den Sternenhimmel könnt ihr besonders gut im Herbst und Winter bewundern. Und zwar vor allem da, wo es auf der Erde nicht viel Licht um euch herum gibt. Mit einer kostenlosen App, zum Beispiel „Verlust der Nacht“, könnt ihr nach Sternbildern suchen und herausfinden, welche Sterne am Himmel zu sehen sind. Dafür haltet ihr einfach das Display des Handys in den Himmel. Gleichzeitig helft ihr damit den Wissenschaftlern herauszufinden, welche Sterne wo zu sehen sind. Eure Daten werden nämlich an ein Berliner Forschungsteam übermittelt. Das will herausfinden, wo es wie viel Lichtverschmutzung gibt. So nennt man es, wenn der Himmel durch künstliches Licht von der Erde erhellt wird, sodass die Sterne nicht mehr gut zu sehen sind.

Spiele

Es gibt viele tolle Spiele, die ihr nur im Dunkeln spielen könnt. Zum Beispiel „Glühwürmchen finden“. Das ist ein Spiel für mehrere Kinder mit Taschenlampen. Ihr versteckt euch im dunklen Dickicht des Waldes. Wenn der Spieleleiter euch das Signal gibt, beginnt ihr, mit der Taschenlampe Blinkzeichen zu geben – wie Glühwürmchen-Damen, die damit die Leuchtkäfermännchen anlocken. Der Spieleleiter versucht nun, die anderen Kinder anhand der Leuchtsignale zu finden. Findet er ein Kind, gibt es seine Lampe ab und schließt sich ihm auf der Suche an. Das gleiche könnt ihr auch mit Geräuschen statt Leuchtsignalen machen. Oder ihr spielt „Stumme Post“. Dabei „malt“ ihr mit der Taschenlampe Bilder auf den Waldboden oder in die Luft, und die anderen müssen erraten, was es ist.

Geführte Wanderungen in der Region

Ihr habt Lust auf ein nächtliches Abenteuer? Hier haben wir ein paar Tipps für euch zusammengestellt.

Nacht-Lichter-Wanderung

Mit Laternen oder Lichtern durch die Dunkelheit wandern könnt ihr am Samstag, 13. Oktober von 18.30 Uhr bis 22 Uhr auf dem Krewelshof in der Eifel. Die Wanderungen führt um den Krewelshofer See, begleitet von dem Traumlicht-Baum. Im Mailabyrinth warten außerdem Quiz-Stationen auf euch.

Karten gibt es für 7 Euro im Vorverkauf über die Internetseite oder 8,50 Euro an der Abendkasse.
www.krewelshof.de

Nachwächtertour Quelle Prima Colonia

Nachts durch Köln

Der Nachtwächter führt Kinder und Erwachsene mit der Laterne durchs dunkle Köln und erzählt davon, was der Teufel der Sage nach mit dem Dombau zu tun hatte und wie das Pestflämmchen die Kölner einst in Angst und Schrecken versetzte.

Jeden Freitag und Samstag, im September um 21.30 Uhr, ab Oktober bis März bereits um 20.30 Uhr. Treffpunkt ist die Kreuzblume neben dem Domforum. Erwachsene 16, Kinder 10 Euro.
www.colonia-prima.de

 

 

Waldkauz im Flug

Mondscheinabenteuer im Wald

Alleine im dunklen Wald ist es euch doch zu gruselig? Dann macht doch bei der geführten Nachtwanderung von Querwaldein mit.

Am Samstag, 23. November um16.30 Uhr bis 19 Uhr, Treffpunkt ist der Decksteiner Weiher. 14 Euro pro Kind, Teilnahme nur mit Erwachsenen, Anmeldung unter 0221-2619986 oder anmeldung@querwaldein.de
www.querwaldein.de

Sternenwanderung

Durchs Teleskop, mit Fernrohren und Ferngläsern könnt ihr während einer Wanderung durch das Gelände der Sternwarte den klaren Sternenhimmel über der Eifel beobachten. Die Sternbilder Stier und Orion sind dort derzeit zum Beispiel zu sehen. Ihr könnt Fragen stellen und vieles über die Sternbilder, die Milchstraße und den Mond lernen.

Kinder bis zwölf Jahre frei, Jugendliche 7,50 Euro, Erwachsene 15 Euro. Freitags, Samstags und Sonntags nach Anmeldung.
www.sterne-ohne-grenzen.de