Mit ein bisschen Glück zum Fußballstar

Mit ein bisschen Glück zum Fußballstar
Tor oder kein Tor? Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Viele junge Fußballerinnen und Fußballer träumen davon, einmal Profi zu werden.

Einmal ein echter Fußballstar sein, so wie Neymar, Messi oder Cristiano Ronaldo. Für einen weltberühmten Verein spielen und in einem ausverkauften Stadion auflaufen. Davon hat bestimmt schon jeder mal geträumt, der gern Fußball spielt. Doch wie schafft man es dorthin?

Im Training üben die Kinder die Technik. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Neymar wurde zum Beispiel von einem Scout (gesprochen: skaut) entdeckt. Scouts sind Leute, die nach Fußballtalenten suchen. So einer ist auch Fabian Blecher. Er ist der Leiter des Nachwuchsscoutings beim Verein RB Leipzig. „Wer richtig gut Fußball spielen kann, wird auch gefunden“, sagt er. Dafür besucht er Fußballspiele und schaut am Spielfeldrand zu. Wenn ein junger Spieler etwa toll dribbeln kann, keinen Gegner an sich vorbei lässt oder einen ordentlichen Torschuss drauf hat, wird der Scout aufmerksam.

Unterschiedliche Qualitäten

Er sucht aber nicht nach dem einen Talent, das einfach alles kann. „Unterschiedliche Qualitäten im Kader sind wichtig für jede Mannschaft“, sagt Fabian Blecher. Im Kader sind alle Fußballerinnen und Fußballer eines Vereins, die in Turnieren spielen können.

Außerdem setzt jeder Verein eigene Schwerpunkte. Manche Clubs versuchen sich mit viel Kampf und Einsatz zu behaupten. Andere wollen mit Technik und Ballbesitz glänzen. „Ein Spieler muss in den Verein passen. Nicht jeder gute Spieler ist automatisch auch ein guter Spieler für uns“, sagt der Fachmann.

Für den Scout ist ziemlich vieles wichtig. „Klar achte ich unter anderem auf Schnelligkeit, technisches Geschick oder taktisches Verhalten“, erklärt er. Aber es geht auch um noch mehr: „Entscheidend ist ganz sicher auch eine gute Mentalität.“

Fußballscouts stellen sich manchmal an den Rand von Fußballfeldern, um nach Talenten zu suchen. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Das erklärt er mit einem Beispiel: „Ein richtig guter Spieler sprintet auch noch bei einer 4:0-Führung nach hinten und holt sich den verlorenen Ball zurück. Bei einem Rückstand, egal wie hoch, gibt er nicht auf.“ Diese Einstellung zeigt auch, ob jemand von der Profikarriere nur träumt oder es auch wirklich ernst meint. „Man muss ständig besser werden wollen“, sagt Fabian Blecher.

Harte Arbeit

Der Weg zum Fußballstar ist schwer und kostet Arbeit. „Wer besser werden will, muss mehr tun. Das ist beim Fußball nicht anders als in der Schule oder beim Gitarre spielen.“ Trotzdem findet Fabian Blecher: Fußball soll vor allem Spaß machen. „Nur ganz wenige werden Superstars. Aber Freude am Sport können alle haben, dafür muss man nicht berühmt sein.“

Von Philipp Brandstädter (dpa)