Fliegende Säugetiere

Fliegende Säugetiere
Fledermaus Exkursion mit NABU-Experte Olaf Stümpel in den Bonner Rheinauen. Bild: Dirk Borm

Mit dem Umweltpädagogen Olaf Stümpel auf der Suche nach Fledermäusen

Fledermäuse werden erst im Dunkeln aktiv. Deshalb startet unser Ausflug am Abend. Nach Sonnenuntergang werden wir am Bonner Rheinufer spazieren gehen, aber zuerst treffen wir uns an einem Tümpel. Die ersten Fledermäuse sehen wir in Büchern, die Olaf Stümpel mitgebracht hat. Der Umweltpädagoge leitet die Exkursion. Veranstaltet wird sie vom NABU Bonn. Das ist die Bonner Gruppe des Naturschutzbunds Deutschland, kurz NABU, der sich für die Natur und den Umweltschutz einsetzt.

Olaf Stümpel erklärt die Tiere mit einem Modell. in den Bonner Rheinauen. Bild: Dirk Borm

Zum Einstieg erzählt Olaf Stümpel interessante Dinge über Fledermäuse: „Es gibt sie seit mehr als 50 Millionen Jahren, also viel länger als den Menschen. Sie sind die einzigen Säugetiere, die richtig fliegen können. Und sie hängen sich mit Kopf nach unten an Bäume, sodass sie sich zum Starten nur fallen lassen müssen.“

Sehen mit den Ohren

Weil Fledermäuse meistens im Dunkeln unterwegs sind, orientieren sie sich vor allem über ihre Ohren: Dazu stoßen sie einen Ruf aus – und zwar unglaublich oft: „100-mal in der Sekunde“, sagt der Umweltpädagoge. An dem Echo, das Bäume und andere Tiere zu ihnen zurückschicken, erkennen sie ihre Umwelt. Wahrnehmen können Menschen den Ruf der Fledermaus normalerweise nicht. Aber Olaf Stümpel hat einen Detektor dabei: ein elektronisches Gerät, das die Fledermausrufe für uns hörbar macht. Je nach Art hören sich die Rufe dann anders an: „Beim Abendsegler etwa klingt das nach ‚Plips, plops, plips, plops‘“, so Stümpel.

Olaf Stümpel weiß sehr viele über die Tiere. Bild: Dirk Borm

Wie die Echoortung funktioniert, das lernen wir bei einem Spiel auf der benachbarten Wiese. Die meisten von uns stehen als Bäume im Kreis herum, ein Kind mit Augenbinde ist die Fledermaus, ein anderes ein Nachtfalter, das ist ein Schmetterling. Die jagende „Fledermaus“ ruft, der „Nachtfalter“ antwortet. Je häufiger die Fledermaus ruft, desto häufiger kommt das Echo zurück und desto schneller ist die Beute gefangen.

Das sagen die Kinder

Madita (12): „Ich wusste zwar vorher, dass Fledermäuse nachtaktiv sind“, sagt Madita, „aber nicht, dass es sie auch in so klein gibt. Zwergfledermäuse sind nur so groß wie eine Streichholzschachtel.“

Greta (11): „Das war schon spannend, wie die alle auf einmal aufgetaucht sind, als die Sonne untergegangen ist“, sagt Greta. „Außerdem finde ich es interessant, wie die Fledermäuse aufgebaut sind und wie die Wasserfledermäuse sich ihre Beute mit den Füßen in den Mund schaufeln.“

Caro (12): „Fledermäuse sind meine Lieblingstiere“, erzählt Caro. Ein paar von ihren Fledermaus-Stofftieren hat sie im Rucksack mitgebracht. Vieles von dem, was Olaf Stümpel erzählt, habe sie schon gewusst. „Nur nicht, dass es in Deutschland nur 25 Fledermausarten gibt.“

Hannah (12): „Echte Fledermäuse sind viel besser als Vampire und Batman“, sagt Hannah. „Sie sind so niedlich.“ Ein wenig beängstigend findet sie nur, dass es Vampirfledermäuse geben soll, die das Blut von Säugetieren trinken. „Aber hier gibt es die nicht.“

Charlotte (12): „Ich war überrascht, dass es so viele verschiedene Fledermäuse gibt“, sagt Charlotte. Auf der ganzen Welt sind es 900 Arten, hat Olaf Stümpel erzählt. „In unserem Garten fliegen öfter mal Fledermäuse rum. Aber die huschen nur an einem vorbei.“

Da fliegen die Tiere. Bild: Dirk Borm

Tipps & Infos

Auch in der Stadt kann man auf Fledermäuse stoßen. Für den Umgang mit ihnen hat Olaf Stümpel ein paar Tipps. Sollte dir mal eine Fledermaus ins Fenster fliegen: „Schalte das Licht aus, mach das Fenster weit auf und lass das Tier in Ruhe. Die Fledermaus fliegt von allein wieder raus.“ Solltest du eine Babyfledermaus auf der Straße finden: „Zieh dir besser Handschuhe an, um dich zu schützen, und hänge sie vorsichtig wieder in den Baum oder an einen Mauervorsprung.“

Mehr Tipps zum Umgang mit Fledermäusen gibt der NABU im Internet.

Von Markus Düppengießer