Millionen Tonnen Essensreste

Millionen Tonnen Essensreste
Lebensmittel landen viel zu oft im Müll. Foto: Marius Becker/dpa

Die Landwirtschaftsministerin will, dass weniger Essen verschwendet wird

Hast du schon mal mitbekommen, dass deine Eltern zu Hause Lebensmittel weggeworfen haben? Vielleicht war die Banane zu braun, das Brot schon trocken oder sogar schimmelig. Zack, landet alles in der Mülltonne. Experten haben jetzt herausgefunden: Durchschnittlich wirft jeder Deutsche zu Hause 55 Kilogramm Essen pro Jahr weg. In ganz Deutschland sind es laut  Landwirtschaftministerium insgesamt sogar elf Millionen Tonnen. Natürlich sollst du keine schlecht gewordenen Lebensmittel essen – denn davon kannst du krank werden. Aber leider ist all das Essen, was im Müll landet, nicht unbedingt auch verdorben. Dass Lebensmittel so verschwendet werden, will die Politik jetzt ändern. Aber wie?

Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Was wurde beschlossen?

Julia Klöckner von der CDU setzt sich mit einem Konzept dafür ein, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden. Sie ist die Landwirtschaftsministerin in Deutschland. Das Bundeskabinett hat Klöckners „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ am Mittwoch beschlossen. Das Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen halb so viele Lebensmittel verschwendet werden wie heute. Also dürfte jeder Deutsche noch 27,5 Kilogramm pro Jahr wegwerfen. Immer noch eine ganz schöne Menge! Es geht aber nicht nur um dich, deine Eltern und die Familie deines Freundes. Auch in der Wirtschaft soll weniger verschwendet werden.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Zum Beispiel sollen die Bestellmengen angepasst werden: Supermärkte sollen weniger und dafür häufiger Lieferungen erhalten, damit sie nicht so viel wegwerfen müssen. Bauern, Verarbeiter, der Groß- und Einzelhandel und Restaurants sollen sich absprechen und  überlegen, wie das am besten funktioniert. Gar nicht so einfach – oder hast du schon mal überlegt, was mit den Resten in einem Hotel passiert, wenn beim Frühstücksbuffet nicht alles aufgegessen wird? Außerdem sollen auch intelligente Verpackungen entwickelt werden, die mit ihrem Farbverlauf anzeigen, ob du das entsprechende Lebensmittel noch gefahrlos essen kannst. Einige Politiker kritisieren, dass alle Maßnahmen  freiwillig sind – es gibt also keine Strafe, wenn sich jemand nicht an das neue Konzept hält.

Warum landet so viel im Müll?

Etwa ein Drittel des Lebensmittel-Abfalls machen Obst und Gemüse aus. Das könnte daran liegen, dass diese Lebensmittel schnell nicht mehr so gut aussehen, wenn sie falsch gelagert werden – zum Beispiel, weil sie Druckstellen haben oder schrumpelig werden. Experten sagen außerdem: In Deutschland sind alle Lebensmittel für viele immer verfügbar. Dadurch vergessen wir, wie wertvoll die Produkte sind. Und dass einige Menschen nicht die Möglichkeit oder das Geld haben, jederzeit in den Supermarkt zu gehen. Auch durch das Mindesthaltbarkeitsdatum auf vielen Verpackungen lassen wir uns täuschen. Oft sind die Lebensmittel immer noch genießbar.

Vor der Mülltonne gerettete Lebensmittel Foto: Daniel Karmann/dpa

Was kannst du tun?

In Deutschland gehen viele Lebensmittel, die noch gut sind, aber sonst weggeworfen würden, an die Tafeln – die verteilen sie an Menschen, die nicht genug Geld haben, um selbst Lebensmittel zu kaufen. Du kannst natürlich auch an Tafeln spenden. Oder beim Einkaufen  deinen Eltern helfen, nur das einzupacken, was  wirklich gegessen wird. Außerdem kannst du beim „Foodsharing“ – also „Essen teilen“ – Lebensmittel abgeben, die du selbst nicht verwenden kannst. Auch in Köln gibt es verschiedene Foodsharing-Angebote. Du kannst Lebensmittel dort oft umsonst abgeben, aber auch mitnehmen – manchmal auch gegen einen Preis, der dir der Kauf wert ist.

Von Elisa Sobkowiak (mit dpa)