International: Die Seite der KGS Horststraße

International: Die Seite der KGS Horststraße
Die Schüler der KGS Horststraße in Köln-Mülheim haben eine tolle Zeitungsseite zum Thema Freundschaft gemacht. Hier seht ihr ihre Beiträge! (Foto: privat)

Auf die KGS Horststraße in Köln-Mülheim gehen einige Kinder, die nicht aus Deutschland kommen und noch nicht so gut Deutsch sprechen können. Sie besuchen dort die sogenannte Eingliederungsklasse. Aber wie freundet man sich mit Kindern aus dieser Klasse an? Dazu gibt es an der KGS Horststraße ein besonderes Projekt – und davon berichten die Schüler aus der Klasse 4c in einer Reportage.

Außerdem haben sie ihren Sportlehrer zum Thema Freundschaft ausgequetscht und sich Gedanken über den Wert von echten Freunden gemacht. Ihr ahnt es schon – mit ihrem Beitrag hatte die Klasse 4c sich für eines der beliebten Duda-Schulkonzerte beworben. Und gewonnen.

In der Woche vor den Sommerferien spielte die Kölner Band auf dem Schulhof der Grundschule. Insgesamt waren 60 tolle Einsendungen in der Duda-Redaktion eingegangen. Bei der Auswahl haben wir Wert darauf gelegt, dass die Artikel sich journalistisch und kreativ mit dem Thema Freundschaft auseinandersetzen. Was die Schüler der KGS Horststraße geschrieben haben, könnt ihr heute auf der Kinderseite lesen. Die Beiträge der anderen beiden Gewinner findet ihr weiter unten. (aso)

 

Reportage: In der Turnhalle lernt man Freunde kennen

An der KGS Horststraße gibt es ein besonderes Projekt für die Kinder aus der Eingliederungsklasse.

In der Turnhalle treffen neue und ältere Schüler aufeinander. (Foto: privat)

Es ist Montag, 9.40 Uhr. Start der großen Pause an der Katholischen Grundschule in Köln-Mülheim. Normalerweise ist die Turnhalle in den großen Pausen menschenleer, aber heute nicht, denn montags haben die Kinder aus der Bärenklasse und die Kinder aus der Eingliederungsklasse (Biberklasse) hier ein Freundschaftstreffen.

Die Kinder aus der Eingliederungsklasse kommen aus vielen verschiedenen Ländern, sind erst kurze Zeit in Deutschland und sprechen nur sehr wenig Deutsch. Durch diese Spielepausen haben sie die Möglichkeit, mit anderen Kindern der Schule Kontakte zu knüpfen und Freundschaften aufzubauen.

Viele Spiele

Es klingelt zur Pause, ungefähr zehn Kinder aus der Bärenklasse (3A) und die neun Schüler aus der Eingliederungsklasse stürmen freudestrahlend und lachend in die Turnhalle. Klaus Storch (Schulsozialarbeiter) und Sabrina Esser (Mitarbeiterin der Ganztagsschule) nehmen die fröhlichen Kinder in Empfang – und dann geht es los.

Zuerst wird das große Fallschirmtuch aus dem Schrank geholt und mit Hilfe des Tuches werden Bälle in verschiedene Richtungen geschleudert. Klaus Storch und Sabrina Esser zeigen den Kindern viele weitere Spiele und Aufgaben mit dem Tuch.

Namen lernen

Bären- und Biberklasse verbringen die Pause zusammen. (Foto: privat)

Bei einem anderen Spiel geht es darum die Namen der Kinder zu lernen und in ein Spiel einzubauen. Als das Signal zum Ende der Spielpause ertönt, sehen viele Kinder enttäuscht aus. „Schon vorbei?“, hört man einige Kinder sagen.

Zwei Kinder aus der Biberklasse, der Eingliederungsklasse, erzählen stolz, dass sie schon viele Namen behalten haben und dass sie sich freuen, so viele neue Kinder kennenzulernen. Auch wenn sie nicht immer alles verstehen, können sie alle Spiele mit viel Spaß mitmachen. Mustafa meint: „Das Beste ist, dass wir jetzt auch auf dem Schulhof in den Pausen mit den anderen Kindern Fußball spielen.“

Neue Kulturen entdecken

Jose aus der Bärenklasse erklärt stolz: „Die fehlende deutsche Sprache ist eigentlich kein Problem. Entweder zeigen wir den Kindern, was sie machen sollen oder ein anderer Schüler spielt den Übersetzer.“

Bei diesem Projekt können nicht nur alle Kinder neue Freundschaften knüpfen, sie lernen darüber hinaus auch, die anderen Kulturen und Situationen besser zu verstehen. Die Kinder der Eingliederungsklasse fühlen sich dann ein bisschen „weniger fremd“ in der Schule.

Von Ayca, Elif und Suzan

 

Interview: „Vertrauen ist das Wichtigste!“

Die Schüler haben ihren Sportlehrer, Manuel Nickel, zu Freundschaft befragt

Herr Nickel, für die meisten Kinder unserer Klasse bedeutet Freundschaft, dass man Spaß haben und zusammen Blödsinn machen kann, dass man gemeinsam lachen und weinen kann und dass man sich nicht einsam fühlt. Wir möchten jetzt gerne von Ihnen wissen, was Sie zum Thema „Freundschaft“ erzählen können. Haben Sie einen besten Freund? Und wenn ja: Wie lange kennen Sie ihn schon?

Manuel Nickel mit Leon (Mitte) und Karl (rechts) (Foto: Privat)

Ja, ich habe einen besten Freund, den habe ich damals in der Schule in der siebten Klasse kennengelernt. Ich habe immer Kontakt zu ihm gehabt. Obwohl er in Mainz wohnt und ich in Leverkusen, ist er dennoch immer mein bester Freund geblieben.

Was sind für Sie gute und schlechte Freunde?

Das ist eine schwere Frage. Ich würde sagen, ein guter Freund ist vertrauenswürdig und loyal, er hält immer zu dieser Freundschaft. Man kann sich auch mal streiten, aber sich dann auch wieder vertragen. Er ist fast immer für einen da, wenn man jemanden braucht.

Schlechte Freunde sind die, die wirklich nur Spaß mit jemandem haben wollen, weil derjenige viel Geld hat, selbst „angesagte Freunde“ hat oder auf „coole“ Partys geht. Jemand der nach drei Monaten Spaß sagt: „Jetzt habe ich keine Lust mehr auf diese Freundschaft“, der ist für mich kein richtiger Freund.

Kann man mit Leuten befreundet sein, die man noch nie gesehen hat?

Es könnte im Allgemeinen möglich sein, aber für mich gilt eher, dass ich nicht mit jemandem befreundet sein könnte, den ich vorher noch nicht gesehen habe. Für mich ist Körpersprache, Mimik und Gestik wichtig bei der Beurteilung, ob es jemandem ernst ist mit der Freundschaft oder nicht.

Würden Sie für ihre Freunde etwas Verbotenes tun?

Ja, würde ich.

Und was?

Ich würde keinem anderen Menschen schaden wollen. Wenn mein Freund aber sagen würde: „Ich habe mich verlaufen, kannst du mich abholen?“, und ich müsste hierzu durch eine verbotene Straße fahren, würde ich das im Notfall wahrscheinlich tun, wenn ich dabei keinen anderen gefährde.

Was könnten Sie einem Freund nie verzeihen?

Das Schlimmste, was in einer Freundschaft passieren kann, ist der Betrug beziehungsweise der Verrat. Wen ich meinem Freund zum Beispiel Geheimnisse anvertraue und er nutzt diese für sich aus, und verrät mich, oder wenn er mich bei Geldangelegenheiten übers Ohr haut, dann ist es sehr schwer diese Freundschaft aufrecht zu erhalten.

Es geht dabei sehr viel Vertrauen verloren und dann wird es schwierig, danach noch gut befreundet zu sein.

Wurden Sie schon einmal von einem Freund stark enttäuscht?

Jein. Enttäuscht ja, aber ich wurde nicht verraten und auch nicht betrogen. Wir haben damals zusammen in Köln studiert, dann ist mein Freund umgezogen und wir haben uns sehr lange nicht gesprochen, da ich seine Kontaktdaten nicht hatte und er hat sich nicht bei mir gemeldet.

Jetzt haben wir sporadisch, also nur selten, Kontakt, aber es war für mich schon sehr enttäuschend, dass derjenige sich mehrere Jahre nicht bei mir gemeldet hat.

Machen Sie Sport zusammen mit Ihren Freunden und welche Bedeutung hat Sport für Freundschaften?

Mit meinem besten Freund aus der Kinder- und Jugendzeit habe ich bis zur 13. Klasse sehr viel Sport zusammen gemacht: Fußball spielen, Tennis, Joggen gehen …

Das ist jetzt durch die Entfernung leider nicht möglich, aber die Freunde die ich hier habe, mit denen mache ich zusammen Sport. Ob das Fitness ist, ob das Fußball, Tennis, Basketball oder Billard ist. Wir unternehmen etwas zusammen. Ich habe keine Freunde mit denen ich nicht auch zusammen sportlich aktiv bin.

Ist Freundschaft gleich Liebe?

Auch. Bei meinem besten Freund, würde ich sagen, ist auch Liebe mit im Spiel. Nicht die Liebe die man zu einer Frau empfindet, sondern eher wie zu einem Bruder oder Papa. Also Liebe, die einen zusammenhält. So wie man sagt „wie Pech und Schwefel zusammenhalten“, weil man sich mag. Auf dieser Ebene hat Freundschaft auch mit Liebe zu tun.

Können Sie uns zum Abschluss noch sagen, was Freundschaft für Sie im Allgemeinen bedeutet?

Dass man jemanden hat, egal ob Mensch oder Tier, mit dem die gemeinsame Zeit einfach besser ist.
Das Gespräch führten

Von Leon, Karl und Yassir

 

Kommentar: Nicht jede Freundschaft ist eine echte

Es gibt Kinder, die damit angeben, dass sie viele Freunde haben. Aber spielt es überhaupt eine Rolle, wie viele Freunde man hat oder ist es wichtiger, was man für Freunde hat?

Ich finde es wichtiger, weniger Freunde, aber dafür richtige Freundschaften zu haben. Die vielen Freundschaften in Facebook oder im Internet sind zwar ganz schön, aber mit diesen Freunden kann man nichts unternehmen.

Mit richtig guten Freunden kann man spielen, Eis essen gehen und sich gegenseitig besuchen. Gute Freunde halten zusammen, auch wenn es einem mal nicht so gut geht.

Für mich ist es nicht wichtig, wie viele Freunde man hat, sondern wie gut man sich mit ihnen versteht. Freundschaft ist ein besonderer Schatz und die Zeit, die man mit diesen besonderen Menschen teilt, das ist Freundschaft.

Von Celine

 

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