Beobachte nachtaktive Tiere!

Beobachte nachtaktive Tiere!
Fiependes Nagetier: der Siebenschläfer (Foto: dpa)

Bist du schon einmal nachts draußen gewesen? Zugegeben, das ist ein bisschen unheimlich. Aber auch ganz schön spannend. Frage doch mal deine Eltern, ob sie mit dir nach Anbruch der Dunkelheit zusammen in den Wald oder in den Park gehen. Vielleicht habt ihr auch einen Garten, in den ihr gehen könnt. Nehmt auf jeden Fall eine Taschenlampe mit. Denn auch im Dunkeln gibt es ganz schön viel zu sehen. Zum Beispiel Tiere, die tagsüber schlafen und in der Dunkelheit unterwegs sind.

Dazu gehören viele kleine Tiere wie Schnecken, Nachtfalter und Regenwürmer. Aber auch größere Tiere wie Eulen, Marder, Waschbären, Rehe, Wildschweine und Füchse. Aber warum schlafen diese Tiere tagsüber und sind nachts wach? Mäuse und Igel zum Beispiel sind im Dunkeln besser geschützt. Viele Tiere, die sie gerne fressen würden, schlafen nachts.

Ganz sicher sind sie trotzdem nicht: Die Eule hat sich auf kleine nachtaktive Tiere spezialisiert. Sie sieht in der Dunkelheit hervorragend. Vor allem aber hört sie sehr gut und kann genau ausmachen, wo gerade eine Maus entlangläuft – selbst, wenn die sich unter Laub versteckt hat.

Einige Arten wie der Frosch, die Schnecke oder der Regenwurm würden tagsüber einfach in der Sonne austrocknen. Sie verstecken sich deshalb am Tag und kommen erst in der Abenddämmerung heraus.

Wir stellen dir heute einige Tiere vor, die du nachts zum Beispiel treffen könntest.

Fledermaus

Der König der Schallwellen findet sich bestens nachts zu recht. (Foto: dpa)

Der König der Schallwellen findet sich bestens nachts zu recht. (Foto: dpa)

Du erkennst sie daran, dass sie  schnell im Zickzack hin- und herfliegen. Das liegt daran, dass sie sich mithilfe von Ultraschallwellen orientieren. Sie stoßen Töne aus, die wir Menschen nicht hören können. Die Töne machen unsichtbare Schallwellen. Treffen sie auf ein Hindernis, zum Beispiel die Wand eines Hauses, werden die Wellen zurückgeworfen. So weiß die Fledermaus, dass vor ihr ein Hindernis ist und wie weit es weg ist.   Auch wenn sie mit ihren Augen nachts nicht besonders gut sehen kann, entsteht auf diese Weise ein genaues Bild im Kopf der Federmaus.

Deswegen kann es auch nicht passieren, dass sie sich in den Haaren eines Menschen verfängt, wie manche befürchten. In Nordrhein-Westfalen gibt es 20 verschiedene Fledermausarten, am häufigsten ist die kleine Zwergfledermaus. Häufig kannst du Fledermäuse auf der Jagd nach Insekten in der Nähe von Straßenlaternen beobachten. Es gibt sogar Fledermausdetektoren zu kaufen, mit denen man die Ultraschall-Laute der Tiere hörbar machen und sie   leichter aufspüren kann.

Glühwürmchen

Leuchtender Käfer (Foto: Thinkstock)

Leuchtender Käfer (Foto: Thinkstock)

Das Glühwürmchen ist eigentlich ein Käfer und heißt deshalb auch „Leuchtkäfer“. Über eine chemische Reaktion kann er sein Hinterteil zum Leuchten bringen, deshalb sieht man das nachtaktive Insekt in der Dunkelheit umherschwirren. Eigentlich können das sonst fast nur Tiere, die im Meer leben. Die Fähigkeit der Tiere, sich selbst zum Leuchten zu bringen, nennt man Biolumineszenz. Mit dem Licht geben die Weibchen und Männchen der Käfer sich Signale, sie wollen so zueinander finden: Die umherfliegenden Männchen suchen nach den im Gras sitzenden Weibchen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Glühwürmchen. Bei manchen leuchten nur die Weibchen, bei anderen können auch die Männchen leuchten. Im Sommer sind die Chancen besonders hoch, in nicht zu dichten Laubwäldern kurz nach Sonnenuntergang Glühwürmchen zu beobachten.

Waldkauz

Waldkauz (Foto: Thinkstock)

Waldkauz (Foto: Thinkstock)

Der Waldkauz ist eine Eule, die bei uns besonders häufig vorkommt. Tagsüber versteckt er sich zum Beispiel in Baumhöhlen. Du wirst ihn vermutlich eher hören als sehen. Hört man im Fernsehen Eulenrufe, sind es meist die eines Waldkauzes. Er ruft Hu-Huhuhu-huu.

Der Waldkauz frisst Mäuse, aber auch Vögel und sogar Eichhörnchen. Er fliegt sehr leise, obwohl er oft mit den Flügeln schlägt und nur gelegentlich gleitet. Wenn er sauer ist, lässt er aber schon ein Geräusch von sich: dann klappert er laut mit seinem Schnabel.

Siebenschläfer

Ein Nagetier, das dem Eichhörnchen ähnelt, jedoch etwas kleiner ist und graues Fell hat: Das ist der Siebenschläfer (Bild siehe oben). Vielleicht hörst du ihn aus Baumhöhlen, Felsspalten, Obstgärten oder Parks fiepen. Am liebsten frisst der Siebenschläfer nämlich Früchte, Pilze und Haselnüsse.

Von Oktober bis Mai hält er Winterschlaf. Sein Name ist also nicht richtig: Der Winterschlaf des Siebenschläfers dauert nämlich länger als sieben Monate! Diese lange Schlafzeit kann für den kleinen Nager auch gefährlich werden: Stöbern Marder, Katzen oder Eulen in der Zeit sein Versteck auf, ist er verloren. Übersteht er die Winterzeit, kann der Siebenschläfer aber ganz schön alt werden: bis zu neun Jahre!

Igel

Pieksende Stacheln (Foto: dpa)

Pieksende Stacheln (Foto: dpa)

Der Igel ist nachts unterwegs, und zwar meist allein. Finden könnt ihr ihn zum Beispiel auf Wiesen und vielleicht auch in Gärten. Er frisst Würmer, Schnecken und Raupen. Bei Gefahr rollt er sich zu einer pieksenden Kugel zusammen. Anfang April ist der Igel aus seinem Winterschlaf erwacht.

Von Jasmin Krsteski

 

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