Stadtgeschichte: So lebten die Römer in Köln

Viele Römer in Köln waren sehr reich. Das Dionysosmosaik war früher in einer Stadtvilla. Das Kunstwerk ist heute im Römisch-Germanischen zu bestaunen. Foto: Michael Bause
Das Dionysosmosaik war früher in einer Stadtvilla. Das Kunstwerk ist heute im Römisch-Germanischen zu bestaunen. Foto: Michael Bause

Köln ist uralt: Seit mehr als 2000 Jahren stehen hier Häuser aus Stein. Die ersten haben die Römer gebaut. Bevor die Römer in Köln lebten, waren links und rechts des Rheins die Germanen und die Kelten, auch Gallier genannt. Gallien lag auf der linken (westlichen) und Germanien auf der rechten Seite des Flusses.

Im Jahr 58 vor Christus begann der römische Feldherr Julius Cäsar einen Feldzug gegen die Gallier. Er machte Gallien zu einer Provinz im riesigen römischen Herrschaftsgebiet. Sein Nachfolger, Kaiser Augustus, versuchte, auch Germanien zu erobern – ohne Erfolg. Der Rhein wurde zum Grenzfluss zwischen dem römischen Reich und Germanien. An dieser wichtigen Stelle wurde Köln gegründet.

Wege nach Köln

Überreste römischer Architektur, das Nordtor war früher ein Tor in der Stadtmauer. Foto: Max Grönert

Links des Rheins fingen die Römer an Straßen, Städte und Militärlager zu bauen. Wo heute die Kölner Innenstadt ist, entstand ihr Hauptort. Im Jahr 50 nach Christus sorgte dann Agrippina, die Ehefrau des damaligen römischen Kaisers Claudius, dafür, dass dieser Ort den Rang einer “römischen Kolonie” bekam.

Fortan hieß er “Colonia Claudia Ara Agrippinensium”, abgekürzt auch CCAA. Von “Colonia” leitet sich der Name Köln ab. Die Kolonie wurde Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Drei Fernstraßen führten in das römische Köln: Die Via Belgica (Aachener Straße) verlief vom Atlantik nach Köln. Die Agrippastraße (Luxemburger Straße) begann im gallischen Lyon. Und die Limesstraße (Bonner und Neusser Straße) folgte dem Rhein von den Alpen bis zur Nordsee. Teile dieser Fernstraßen der Römer sind bis heute erhalten.

Das Leben der Römer in Köln

In der Stadt bildete das Straßennetz 70 Grundstücke, die sogenannten Insulae. Dort standen schmale zweistöckige Reihenhäuser aus Fachwerk eng nebeneinander. Villen, öffentliche Bauten, Tempel und Paläste waren viel größer. Der Marktplatz in der Stadtmitte nahm sogar vier Insulae ein. Dort trafen sich die Hauptstraßen Cardo maximus (Hohe Straße) und Decumanus maximus (Schildergasse).

Auf den Straßen und Plätzen spielte sich bei Tageslicht das Leben ab. Nachts hingegen war es still. Nur Mutige wagten sich auf die dunklen Straßen ohne Beleuchtung. Die einfache Stadtwohnung In den Reihenhäusern befand sich im Erdgeschoss oft eine Werkstatt, ein Lager oder ein Laden. Die winzigen Wohnungen lagen im Hinterhaus und oben. Nur einige Öllämpchen gaben Licht.

Thermen im römischen Köln

Die Römer in Köln waren sehr gewiefte Architekten, sie bezogen ihr Wasser aus der Eifel und hatten auch Abwasserkanäle - wie hier zu sehen. (Foto: Archiv)

Die Römer waren sehr gewiefte Architekten, sie bezogen ihr Wasser aus der Eifel und hatten auch Abwasserkanäle – wie hier zu sehen. (Foto: Archiv)

Arme Einwohner hatten oft weder Küche noch Bad. Sie holten das Essen in einer öffentlichen Küche und badeten in den “Thermen”. Das waren Badeanstalten.

In den Stadtvillen verlief das Leben ganz anders. Das Haus, in dem das bekannte Dionysosmosaik (das kannst du im Römisch-Germanischen Museum bestaunen) entdeckt wurde, hatte sogar eigene Thermen.

20 Räume lagen um einen Innenhof mit Garten und Säulengang. Der schönste Raum war der Speisesaal mit dem weltberühmten Mosaik. Beim Essen lagen der Hausherr und die Gäste auf Speisesofas.

Das Wasser

Das Wasser für Köln kam aus der Eifel. Die Wasserleitung war 98 Kilometer lang und schaffte jeden Tag 20 Millionen Liter Quellwasser herbei. Über Holzrohre wurde es in Brunnen und Haushalte verteilt. Das schmutzige Wasser konnte durch Gullys in unterirdische mannshohe Kanäle fließen und wurde in den Rhein geleitet.

Die beheizten Thermen brauchten das meiste Wasser. Von der Umkleidekabine ging es ins Warmbad, ins Heißbad und zum Schluss ins Kaltbad, bevor man im Schwimmbecken entspannte. In den kostenlosen Thermen konnte man Stunden zubringen.

Wer gehörte zur Familie?

Zu einer Familie gehörten im römischen Köln alle Personen, die in einem Haus wohnten: Mutter und Vater, die Kinder und auch die Sklaven – diese waren Eigentum ihres Herren.

Die Menschen der CCAA kamen aus allen Gegenden des Reiches: aus Spanien, Ägypten, Bulgarien, England oder der Türkei. Das verraten die Inschriften auf Grabsteinen. Doch woher auch immer sie kamen: Ihre Freizeit verbrachten sie in den Thermen, beim Würfel- oder Brettspiel, bei Gladiatorenkämpfen oder im Theater.

Einkäufe aus aller Welt

In Köln gab es alles: Von den Bauernhöfen kamen Getreide, Fleisch und Früchte. Schiffe brachten kostbare Stoffe aus Asien, Marmor vom Mittelmeer, Oliven aus Spanien, Salz von der Nordsee, Austern vom Ärmelkanal und Wein aus Griechenland. Umgekehrt war Glas aus Köln im ganzen Reich begehrt.

Das Buch zum Text

Der Text auf dieser Seite ist von Matthias Hamann.

Eine lange Version und noch mehr über die Geschichte unserer Stadt erfährst du hier: „Köln – Kleine Stadtgeschichte für Kinder“, Bachem Verlag, 64 Seiten, 16,95 Euro, ab 8

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