Schule ohne Rassismus

Schule ohne Rassismus

Von Simone Nörling

Auf dem Schulhof der GGS Nibelungenstraße in Köln-Mauenheim ist richtig was los. Und das, obwohl gar keine Pause ist. Die Wolf-Klasse bereitet die erste Schulaktion zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vor und hat ihren Paten, den Capoeira-Lehrer Nego Dó eingeladen, die Aktion mitzugestalten. Duda war dabei, als die Kinder sich darauf vorbereitet und erzählt haben, wofür sie sich einsetzen.

Seit fast einem Jahr ist die GGS Nibelungenstraße Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In einer Abstimmung hat sich die Schulgemeinschaft, also alle, die in dieser Schule lernen und arbeiten, dafür entschieden, gegen Diskriminierung und Rassismus einzustehen. Mehr als 4400 Schulen in Deutschland sind in dieser Gemeinschaft vernetzt. Jede Schule wählt sich eine Patin oder einen Paten aus, die oder der sie bei ihren Aktivitäten unterstützt und sich gemeinsam mit der Schule für ein gleichwertiges und respektvolles Miteinander einsetzt.

Was sind Diskriminierung und Rassismus?

Wenn einzelne Menschen oder Gruppen benachteiligt werden, zum Beispiel aufgrund ihres Geschlechts oder ihres Alters oder weil sie eine andere Herkunft oder einen anderen Glauben haben, nennt man das Diskriminierung. Rassismus ist eine Form der Diskriminierung. Er wertet Menschen mit nicht weißer Hautfarbe und anderer Kultur ab. Vorurteile spielen bei Diskriminierung und Rassismus eine große Rolle. Die Menschen haben ohne Grund eine schlechte Meinung von anderen und behandeln sie unfair und ungerecht. Das ist eine Missachtung der Menschenrechte und natürlich auch der Kinderrechte.

Die erste Aktion

Die Drittklässlerin Mia erzählt: „Wir Wölfe haben die Idee, ein Fest auf dem Schulhof zu veranstalten, mit Flohmarkt, Kuchenverkauf und einer Vorführung. Außerdem wollen wir gerne was mit unserem Paten machen.“ „Jetzt tanzen wir mit ihm Capoeira. Das haben wir noch nie gemacht, heute ist das erste Mal“, ergänzt Mieke. Max, Tom, Henna, Klara und all die anderen Kinder aus der Wolf-Klasse sind bereit für Capoeira, Bewegungen und Gesang. „Wenn ich ‚Yeah‘ rufe, antwortet ihr mit ‚Yeah‘, okay?“, ruft Nego Dó. Gemeinsam üben die Kinder die Schritte, schlagen Stöcke gegeneinander und singen die rhythmischen Lieder. Die Spenden, die sie an dem Fest sammeln werden, soll das Kinderhospiz in Köln-Nippes bekommen. Gemeinsam haben die Kinder das beschlossen. Das Hospiz betreut schwerkranke Kinder und ihre Familien.

Capoeira

Seine Wurzeln hat die Kampfsportart in der Kultur des Landes Brasilien in Südamerika. Sie verbindet Tanz, Kampf und Musik. Versklavte Menschen und ihre Nachfahren entwickelten einst Capoeira. Die Kinder der GGS Nibelungenstraße haben mit Nego Dó von Capoeira Kilombolas ihren Wunsch-Paten gefunden. Nego Dó ist in Brasilien geboren und unterrichtet in Köln und Leverkusen Capoeira.

Ein tolles Fest

Dann ist der Tag des Fests gekommen. Überall haben die Wölfe selbst gemalte Plakate aufgehängt und den Schulhof mit bunten Wimpelketten geschmückt. An einem Stand türmen sich leckere Muffins und Kuchenstücke. Auch die Spendenbox steht bereit. Gegenüber verkaufen die Kinder selbst gebastelte Armbänder, gleich daneben bietet der Flohmarktstand jede Menge Spielzeug und Bücher. Nach und nach füllt sich der Hof mit vielen Kindern und Eltern. Aaron erzählt: „Wir finden es toll, dass wir uns eine Aktion aussuchen durften, auf die wir richtig Lust haben.“ Dann flitzt er los: Die Vorstellung beginnt! Nego Dó hat eine große Handtrommel mitgebracht. In den Kreis, den die zuschauenden Kinder gebildet haben, tritt nun die Wolf-Klasse. Alle sind ein bisschen aufgeregt, aber die Vorführung klappt wunderbar. Es gibt viel Applaus. Die Klassenlehrerin Anne Romandi ist sehr stolz auf die Kinder. Sie sagt: „Einfach toll, was die Klasse auf die Beine gestellt hat, um anderen Menschen zu helfen und Rassismus und Diskriminierung zu überwinden!“

Ein super Ergebnis

Vor und nach der Vorstellung wird der Kuchenstand eifrig besucht. Langsam verschwinden die Kuchenberge und gleichzeitig füllt sich die Spendenbox mehr und mehr. Auch am Flohmarktstand und beim Armbänder-Verkauf laufen die Geschäfte gut. Ein paar Tage später besucht die Klasse das Hospiz zur Spendenübergabe. Fast 1000 Euro sind gesammelt worden und die Eltern der Kinder haben auf die Schnapszahl 1111,11 Euro aufgerundet. Alle sind glücklich.

Und deine Schule?

Wenn du es toll und wichtig findest, dass auch deine Schule Teil der Gemeinschaft wird, kannst du dich informieren unter www.schule-ohne-rassismus.org im Netz.