Mehr Spielorte für Lücke-Kinder!

Mehr Spielorte für Lücke-Kinder!
Für Jugendliche gibt es manchmal extra Räume, wie dieser Bauwagen. Aber was ist mit Kindern zwischen zehn und 13? Unsere Kinderreporterin Meli findet: Sie werden einfach vergessen! (Foto: dpa)

Am Sonntag haben Hunderte Kinder in Köln am Heumarkt und im Rheinpark den Weltkindertag gefeiert. Das Thema des Weltkindertags in diesem Jahr ist: „Kindern eine Stimme geben“. Deswegen haben wir unsere sechs Kinderreporter gefragt: Was nervt euch in Deutschland oder in eurer Stadt? Was würdet ihr gern ändern? Ihre Antworten zeigen wir euch ab heute bis zur Bundestagswahl am Wochenende, jeden Tag eine. Heute erklärt Medi, warum sie sich mehr Orte für Kinder zwischen zehn und 13 Jahre wünscht.

Medi (11) (Foto: Martina Goyert)

Ich bin ein Lücke-Kind. So nennt meine Oma Kinder, die zwischen zehn und 13 Jahre alt sind und für die der Spielplatz nicht mehr das Richtige ist – und das Café oder der Jugendkeller noch nicht das Richtige. Ein Beispiel: Ich stehe auf dem Kiesweg im Grüngürtel in der Innenstadt. Auf der einen Seite liegt der Kinderspielplatz, auf der anderen der Fitnessparcours. Da möchte ich hin. Doch auf dem großen Schild daneben steht, dass ich das nicht darf, weil die Nutzung nur Personen ab 14 Jahren erlaubt ist.

Ich träume von einem Ort, wo ich immer mit meinen Freunden sein kann. Ein Ort, wo sich keiner beschwert, wenn wir laut sind, wo die Bälle und die Worte nur so fliegen, man Ideen bekommt und sogleich was daraus macht, wo man Dinge entdecken oder einfach nur sitzen und reden kann.

Kinder sind wichtiger als Häuser!

Vor kurzem habe ich einen solchen Ort gefunden: Ein alter Sportplatz in Lövenich mit Wiesen, viel Gebüsch und hohen Kletterbäumen. Ich gehe so gerne dorthin, weil der Platz perfekt ist und viele Kinder sich dort treffen. Doch jetzt ist dieser Ort in Gefahr. Was in den Augen von uns Lücke-Kindern das Paradies ist, ist in den Augen der Stadt und der Bauunternehmen eine Baulücke.

Ich frage mich oft, was denen, die in dieser Stadt etwas zu sagen haben, durch den Kopf geht. Ob Häuser wirklich wichtiger sind als Kinder. Ich frage mich, warum alles zugebaut werden muss, warum dieser alte schöne Platz nicht weiter das bleiben kann, was er heute ist und viele Jahre für viele Kinder war: Eine freie Lücke für Lücke-Kinder.

Von unserer Kinderreporterin Medi