Suchen nach dem besten Buch

Suchen nach dem besten Buch
Welches Buch reißt Jugendliche am meisten mit? Das hat die Jugendjury beim Jugendliteraturpreis entschieden. (Foto: dpa)

Der Jugendliteraturpreis ist der wichtigste Preis für Kinder- und Jugendbücher in Deutschland. Eine Jury aus neun Erwachsenen vergibt ihn in vier Kategorien. Und dann gibt es noch den Preis der Jugendjury. Die Idee hinter der Jugendjury ist: Nicht nur Erwachsene sollen darüber entscheiden, welche Kinder- und Jugendbücher besonders toll sind, sondern auch die, die diese Bücher wirklich lesen. Wir haben mit Mädchen aus Köln gesprochen, die in der Jury mit dabei waren.

Die Kinderjury besteht aus sechs Leseclubs. Insgesamt sitzen etwa 100 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland in diesen Clubs – einer davon ist in Köln und heißt „Karigis“. 31 Jungen und Mädchen waren Teil der Jugendjury und haben mitentschieden, welches Werk gewinnen soll.

Der Gewinner

Am Freitag wurde auf der Frankfurter Buchmesse verkündet: Das Buch „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli hat den Jugendlichen am besten gefallen. Das Buch erzählt die Geschichte von Simon, der sich in Blue verliebt. Doch wie Blue aussieht, bleibt für Simon erst mal ein großes Geheimnis. Denn die beiden chatten nur miteinander. Und Simon weiß, dass Blue auf seine Schule geht. Wird Blue sich ihm offenbaren?

Hier erfährst du mehr über „Nur drei Worte“ und die anderen Gewinner des Jugendliteraturpreises. Es sind auch tolle Kinderbücher dabei!

Vier Bücher pro Monat lesen

Wie entscheidet die Jugendjury, wer gewinnt? Das ist ein langer Weg. Am Anfang schauen die Jugendlichen sich an, welche neuen Romane in einem Jahr veröffentlicht werden. Dann bestellen sie die Bücher. Jetzt heißt es: lesen, lesen, lesen – jeder Schüler im Club mindestens vier Bücher pro Monat. Darüber sprechen sie dann, wenn sie sich Freitagnachmittags bei Karigis treffen.

Erstmal lesen nicht alle Schüler alle Bücher. Trotzdem wird mit der Zeit klar, welche Bücher in diesem Jahr besonders gut sind. Ein halbes Jahr vor der Preisverleihung muss sich jeder Leseclub auf ein Lieblingsbuch festlegen. „Da gibt es bei Karigis immer richtig viele Diskussionen“, sagt Kornelia Diallo. Sie leitet den Kölner Leseclub.

Schließlich gibt es dann eine Liste mit den sechs besten Büchern, den Nominierten. Diese sechs Bücher müssen alle 100 Jugendlichen lesen – und Punkte für jedes Buch vergeben. Diese Punkte werden ausgewertet und so der Sieger bestimmt.

Wie es sich anfühlt, in der Jury zu sitzen, erzählen uns drei Mädchen aus Köln:

Juli, 15

In der Jugendjury zu sein bedeutet viel Verantwortung. Aber auch, dass die Erwachsenen uns vertrauen, dass wir die Bücher wirklich lesen und ordentlich bewerten. Das ist ein sehr gutes Gefühl. An einem Roman ist mir sehr wichtig, dass die Figuren cool sind und ich mich gut in sie reinfühlen kann.

 

Mascha, 15

Ich bin stolz darauf, in der Jury zu sein. Von unserer Wahl lassen sich nachher viele Leute beeinflussen. Wie ich entscheide, ob ein Buch gut oder schlecht ist? Es muss eine gute Botschaft haben und ein Gefühl vermitteln. Die Handlung darf nicht schleppend sein und die Charaktere müssen interessant sein.

 

Caro, 15

Ich spreche gerne über Bücher. Deswegen habe ich meine Mutter immer gezwungen, die gleichen Bücher zu lesen wie ich. Seit ich bei Karigis bin, muss ich das nicht mehr – dort haben wir ein super Miteinander und reden viel. In der Jugendjury zu sein, gibt mir die Chance, Bücher bekannter zu machen, die ich gut finde.

Von Angela Sommersberg