Immer auf der Suche

Immer auf der Suche
Svenja beim Geocachen. Foto: Privat

An Ostern suche viele Kinder Eier – Svenja aus Köln sucht das ganze Jahr. Sie hat Duda erklärt, wie ihr Hobby Geocaching funktioniert.

Svenja beim Geocachen. Foto: Privat

Was ist Geocaching?

Im Gebüsch, am Wegesrand, hinter Bäumen oder auf einem Ast: Überall sind kleine oder große Dosen versteckt, sogenannte Geocaches. „Geo“ steht für „Erde“ und „cache“ bedeutet auf Englisch „Versteck“. Für Leute wie die zehnjährige Svenja aus Köln-Porz ist die Suche nach ihnen eine ganz besondere Schnitzeljagd. Sie sucht in ihrer Freizeit regelmäßig mit ihrer Mutter Geocaches. In den Dosen befinden sich kleine Zettel: die Logbücher. Der Finder trägt sich darin ein, der Beweis, dass er den Geocache gefunden hat. Auch Online trägt Svenja ihre Funde in eine Liste ein.

Svenja beim Geocachen. Foto: Privat

Wie funktioniert die Suche?

Für die Suche nach Geocaches kann man ein spezielles GPS-Gerät nutzen. Es funktioniert aber auch mit einer App auf dem Smartphone – so macht Svenja das. Dort erscheint nach Öffnen der App eine Landkarte. Auf ihr blinken ganz viele Punkte – die Geocaches. „Jeder angemeldete Geocacher darf eine Dose verstecken“, erklärt Svenja. Die Koordinaten gibt der Geocacher dann in der App ein – und die anderen können suchen. Sie selbst sucht seit zwei Jahren Geocaches, hat selbst aber noch keine versteckt.

Geocache und GPS-Gerät. Foto: Wikipedia

Was braucht Svenja für die Suche?

Abgesehen von der App oder dem GPS-Gerät hat Svenja immer ein paar Hilfsmittel dabei, um die Geocachs zu finden. Manche Dosen liegen zum Beispiel in einem tiefen Loch. Svenja nutzt eine Art Angel, um sie dort heraus zu fischen. Am einen Ende ist ein Magnet befestigt, den Stab kann sie ausklappen. Manche Dosen sind nämlich mit einem Magneten versehen, damit die Cacher sie besser packen können. „Manche Magnetdosen kleben auch an Leitplanken“, berichtet Svenja. Für dunklere Ecken hat sie auch eine Taschenlampe dabei. Damit sie zum Beispiel besser auf die Rückseite von Bäumen gucken kann, ob die Dose dort versteckt ist, hat sie zudem einen Klapp-Spiegel im Gepäck. „Manche Cacher haben auch eine Leiter im Auto“, sagt Svenja.

Gibt es unterschiedliche Caches?

Bei den meisten Caches stehen die Koordinaten in der Karte und der Cacher kann los und sie suchen. Bei manchen hat sich derjenige, der die Dose versteckt hat, noch etwas Besonderes ausgedacht. Einige sind zum Beispiel mit dem Hinweis „Mystery“ versehen: Der Cacher muss erst ein Rätsel lösen, um die Koordinaten angezeigt zu bekommen. Caches mit dem Hinweis „Multi“ sind sogar durch mehrere Aufgaben gesichert. „Am Ende gibt es aber immer eine Dose“, erklärt Svenja und lacht. Ihr Rekord: Sie hat 20 Dosen an einem Tag gefunden!

Foto: Privat

Wie groß können die Dosen sein?

Kleine schwarze Filmdosen, Mini-Dosen mit Magneten, Plastik-Reagenzgläser: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt bei der Form der Dose. Profi-Cacher gehen auch in sogenannten „Lost Places“ auf die Suche: Das können alte Fabrikhallen sein, in denen irgendwo eine winzige Dose versteckt ist oder ein leeres Auto sein. Manchmal ist dann sogar das ganze Auto die Dose – und irgendwo darin ist das Papier-Logbuch versteckt.

Internationales Geocaching-Logo. Foto: Wikipedia

Sucht man auch gemeinsam?

Svenja geht immer mit ihrer Mutter geocachen. „Grundsätzlich sollte man sowieso nie alleine cachen gehen. Falls etwas passiert, hat man immer Hilfe“, sagt Svenja. „Und mit mehreren macht es auch viel mehr Spaß!“ Aber es gibt für Geocacher sogar ganze Veranstaltungen. Viele Cacher kommen dann zusammen, um sich über das Hobby auszutauschen. Bei diesen Veranstaltungen sollen manche Dinge auch auf Reisen gehen. Svenja hat zum Beispiel einen Stofftier-Hund mit einem Halsband ausgestattet, auf dem eine Nummer steht. Den Hund hat sie in Bonn auf einem Geocaching-Event mitgenommen. Demnächst will sie ihn mit auf ein weiteres Event mitnehmen – und so geht der Hund auf Reisen. Online kann sie nachsehen, bis wohin er es schafft.

Von Jennifer Wagner