Hotzenplotz-Hörspiel: Duda war im Studio dabei

Regisseurin Petra Feldhoff ist die Chefin bei der Hörspiel-Produktion. Sie macht erst weiter, wenn die Szene wirklich gut war. (Foto: Uwe Weiser)
Regisseurin Petra Feldhoff ist die Chefin bei der Hörspiel-Produktion. Sie macht erst weiter, wenn die Szene wirklich gut war. (Foto: Uwe Weiser)

Im Moment entsteht in den Studios des WDR in Köln das Hörspiel zum neuen Buch „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ von Ottfried Preußler. Wir waren bei den Aufnahmen dabei und erklären dir, wie es bei einem Hörspiel hinter den Kulissen zugeht.

Waldemar Kobus spielt den Hotzenplotz

Die Schauspieler hatten viel Spaß bei den Aufnahmen für das neue Hotzenplotz-Hörspiel.

Räuber Hotzenplotz flucht. Kasperl und Seppel haben ihn gefangen und in einem Holzkarren zur Polizei gebracht. „Ihr Rasselbande, euch kriege ich noch“, sagt Hotzenplotz wütend. Er windet sich, dass sein schwarzer Hut wackelt. Doch noch ehe Oberwachtmeister Dimpfelmoser ihn wieder ins Gefängnis stecken kann, dröhnt es aus den Lautsprechern: „In Ordnung, Schluss!“ Kurze Pause. Jetzt ist Hotzenplotz nicht mehr Hotzenplotz, sondern Schauspieler Waldemar Kobus. Für den vierten Teil der Hotzenplotz-Geschichten darf Kobus gerade den berühmten Räuber spielen.

Wer spricht da überhaupt?

Waldemar Kobus spielt den Räuber Hotzenplotz (Foto: Uwe Weiser)

Kobus ist ausgebildeter Schauspieler. Die anderen Sprecher meistens auch. Während ihrer Ausbildung bekommen sie auch ein Sprechtraining. Da lernen sie, wie auch ein vorgelesener Text noch echt und nicht abgelesen klingt. Deshalb klingen die Stimmen in Hörspielen immer sehr verständlich.

„Es ist aber wichtig, dass der Schauspieler zu dem Charakter in der Geschichte passt“, sagt Regisseurin Petra Feldhoff. So wie Kobus, der mit seiner tiefen Stimme und seinem Vollbart ein echter Hotzenplotz ist. „Man muss sich als Schauspieler aber auch gut vorbereiten“, sagt Kobus, „Man stellt sich vor, man wäre Hotzenplotz. Da gehört viel Spinnerei dazu.“

Wo wird das aufgenommen?

Felix Vörtler ist Hauptwachtmeister Dimpflmoser bei den Aufnahmen zum Hörspiel „Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“. (Foto: Uwe Weiser)

Aufgenommen wird das Hörspiel in einem Tonstudio. Anders als in Studios für Musikaufnahmen sind bei Hörspielen die Aufnahmeräume aber sehr groß. So können die Schauspieler die Szenen, die sie gerade sprechen auch gleichzeitig spielen. Deswegen musste Kobus bei der Szene von Hotzenplotz’ Gefangennahme auch wirklich in einen Holzkarren steigen, der dann quer durch den Raum gezogen wurde, in dem in der Mitte ein Mikrofon steht. Das nimmt nicht nur die Stimmen auf, sondern auch die Geräusche wie das Quietschen der Räder.

Im Nebenraum beobachten Regisseurin und Tontechniker das Geschehen über einen Bildschirm. Die Regisseurin sagt nach jeder Szene, ob sie ihr gefallen hat oder nicht. Erst wenn die Regie zufrieden ist, geht es weiter mit der nächsten Szene.

Wer schreibt die Texte?

Das Vorbild für viele Hörspiele sind Bücher. Auch das Hotzenplotz-Stück gibt es schon als Buch. Allerdings sind die Buchfassungen oft nicht geeignet, um sie genauso einzusprechen. Deswegen gibt es spezielle Autoren, die ein Buch zu einem Hörspiel umschreiben. Bei Hotzenplotz wurden zum Beispiel noch andere Charaktere aus den alten Büchern wie die Fee Amaryllis in das Stück eingefügt. „Denn das Buch selbst ist einfach zu kurz für ein 50-Minuten-Hörspiel“, sagt Regisseurin Petra Feldhoff. Die Schauspieler müssen sich übrigens nicht den ganzen Text merken, anders als beim Theater dürfen sie vom Blatt ablesen.

Wie lange dauert das?

Für ein Hörspiel von rund 50 Minuten Länge braucht es in der Regel drei bis vier Tage Aufnahmezeit. Danach müssen die Tonspuren aber noch gemischt, also aufeinander abgestimmt werden. Das kann noch einmal über eine Woche dauern. Bei Hotzenplotz wird sogar die Musik live eingespielt. Die Songs müssen dann von einer Toningenieurin auf die richtige Lautstärke zu den Stimmen gebracht werden. Erst wenn das gemacht ist, kann das Hörspiel veröffentlicht werden.

Das neue Hotzenplotz-Hörspiel kannst du am 20. Oktober im „Kiraka“ auf WDR 5 hören.

VON JONAH LEMM

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