Ein Notfall für das Klima

Ein Notfall für das Klima
Foto: Marcel Kusch/dpa

Bestimmt hast du das Wort in den vergangenen Tagen schon häufiger gehört: Klimanotstand. Und immer mehr Städte rufen ihn aus.

Am Dienstag hat sich auch die Stadt Köln angeschlossen und den Klimanotstand beschlossen. Aber was heißt das überhaupt? Und was ändert sich dadurch alles?

Ein Schild mit der Aufschrift „Klimanotstand ausrufen“ steckt bei einer Fridays for Future Demonstration vor dem Kölner Hauptbahnhof auf einem Rucksack. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Begriff

Klimanotstand, das klingt erstmal ganz schön bedrohlich, oder? Das soll auch so sein. Denn die Menschen, die sich für die Ausrufung des Begriffs einsetzen, wollen, dass auch alle anderen Menschen verstehen, wie sehr unsere Erde in Gefahr ist. Denn das Klima erhitzt sich immer weiter – unter anderem beispielsweise, weil wir mit unseren Autos Treibhausgase in die Luft pusten. Vielleicht kannst du es dir fast schon denken: Natürlich unterstützt auch das Projekt „Fridays for Future“ die Ausrufung des Klimanotstandes. Viele junge Menschen demonstrieren schon seit Monaten unter diesem Titel auf den Straßen und setzen sich für Klimaschutz ein. 

Der Ursprung

Die Idee zur Ausrufung eines Klimanotstandes stammt ursprünglich von Adrian Whitehead. Er ist ein australischer Biologe. Und er ist überzeugt, dass Bürger die weltweite Klimakatastrophe besser als einen akuten Notfall erkennen können, sobald öffentliche Institutionen den Klimanotstand ausrufen. Und wie könnte es öffentlicher sein, als wenn das eine Stadt selbst tut?

Was ändert sich?

Was der Klimanotstand bewirkt, ist vor allem Aufmerksamkeit. Und es ist ja auch so: Alle reden darüber, dass es ernst ist mit dem Klima. Viele überlegen außerdem, wie sie selbst das Klima besser schützen können. Wenn eine Stadt wie Köln den Klimanotstand ausruft, ist das also vor allem ein Symbol. Und wie ein erhobener Zeigefinger in Richtung derRegierungen auf der Welt, die Ziele der Pariser Klimaschutz-Vereinbarung auch einzuhalten und umzusetzen. In der Vereinbarung steht zum Beispiel drin, dass sich die Erde auf keinen Fall mehr erwärmen soll als zwei Grad Celsius.

Und: Wenn eine Stadt den Klimanotstand ausruft, kann sie einige Entscheidungen schneller treffen. Gäbe es also einen Beschluss bei der Stadt Köln, der eigentlich gegen das Pariser Abkommen spricht, kann dieser Beschluss durch den Klimanotstand schnell wieder aufgehoben werden. Man sagt auch, die Politik wird so „handlungsfähiger“.

Foto: Marcel Kusch/dpa

Was heißt das für Köln?

Das gilt nun auch für Köln: Unter anderem sollen Gebäude der Stadt möglichst klimaneutral betrieben werden und so viele Menschen wie möglich sollen zukünftig auf Fahrten mit dem Auto verzichten. Außerdem sollen Experten helfen, das Klimaschutzkonzept der Stadt zu unterstützen. Denn bis 2050 will Köln klimaneutral werden – das stand allerdings schon vorher fest. Klimaneutral bedeutet, dass du nicht mehr CO2 und andere Klimagase in die Umwelt entlässt, als diese ohne Schaden vertragen kann.

Nachhaltiges Bauen

Besonders spannend: Die Stadt Köln will neue Gebäude in Zukunft aus Holz bauen, vor allem Kitas und Schulen. Denn Holz ist – anders als Beton – ein klimafreundlicher und nachwachsender Rohstoff. Wer weiß, vielleicht hast dann auch du bald schon in einer Holz-Schule Unterricht! 

Die Kritik

Trotz der vielen Leute, die den Klimanotstand gut und wichtig finden, gibt es auch Kritiker. Sie sagen zum Beispiel, der Begriff „Notstand“ sei zu dramatisch. Und dass es nicht reiche, einen Notstand auszurufen. Es müssten schließlich auch Taten und Aktionen folgen, um das Klima zu schützen. Es wird also spannend in den kommenden Tagen und Wochen in Köln – und der Welt.

Von Elisa Sobkowiak