Die Nachbarn haben uns toll versorgt

Die Nachbarn haben uns toll versorgt
Ein positiver Corona-Schnelltest hat immer Konsequenzen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Kinderreporterin Lulu hat sich mit Corona infiziert und in ihrer Quarantäne ein Tagebuch geführt

Tag 1: Ich werde mit Kopf- und Halsschmerzen wach

Ich bin wach geworden und habe sofort gemerkt, dass ich krank bin. Ich hatte Kopf- und Halsschmerzen und Fieber. Dann habe ich einen Test gemacht. Er war positiv. Damit habe ich nicht gerechnet. Wir haben einen Hundewelpen bekommen und waren die Woche vorher viel zu Hause. Also muss ich mich in der Schule angesteckt haben. Dort werden wir dreimal die Woche getestet. Das Fenster ist immer gekippt. Wir tragen Masken. Trotzdem haben viele Kinder Corona. Ich war sehr schlapp, habe den ganzen Tag geschlafen und hatte keinen Appetit.

Meine zwei Schwestern und meine Eltern mussten auch in Quarantäne. Meine Eltern sind doppelt geimpft, aber weil das schon fünf Monate her ist, mussten sie auch in Quarantäne. Meine Schwestern und ich sind nicht geimpft. Meine Freundin, die ich am Tag zuvor getroffen hatte, musste auch in Quarantäne. Sie tat mir leid, denn das war schon ihre dritte Quarantäne.

Lula musste in Quarantäne. Foto: Kinderreporterin Lula

Es war alles chaotisch. Der Kinderarzt wollte keinen PCR-Test bei mir machen, der Arbeitgeber von meinem Vater wollte aber einen PCR-Test. Meine große Schwester, meine Mutter und mein Vater bekamen auch schon leichte Symptome. Wurden aber alle negativ getestet.

Tag 2: Abstand halten in der Familie – hat das noch Sinn?

Aus dem Bett aufstehen wollte ich noch nicht. Der Schnelltest von meiner großen Schwester und meinem Vater war jetzt auch positiv. Der Bürgertest bei meiner großen Schwester war dann aber negativ. Dieses Hin und Her war total anstrengend. Wie sollten wir uns aufteilen? Wer benutzt welches Bad? Wer sollte zu wem Abstand halten? Machte Abstand halten überhaupt noch Sinn?

Meine Mutter war weiter negativ, hatte aber schon Halsschmerzen. Meine kleine Schwester hatte Kopfschmerzen, war aber auch negativ.

Tag 3: Mir geht’s besser!

Ich fühlte mich gut! Aber meine Mutter war am Abend dann auch positiv. Meine kleine Schwester wollte so gerne mit mir spielen, aber das ging ja nicht.

Jetzt wollte ich Homeschooling machen. Es war schwierig, die Aufgaben im Buch ohne Erklärung zu lösen.

Unsere Freunde und Nachbarn haben uns toll versorgt. Wir haben Mittagessen gekocht bekommen, Hühnersuppe und Lasagne, morgens haben wir frische Brötchen bekommen, einen Strauß Blumen und andere tolle Überraschungen. Das fand ich total hilfsbereit und nett.

Tag 4: Jetzt sind alle in der Familie positiv

Zum Frühstück gab es wieder frische Brötchen, mir hat es wieder sehr gut geschmeckt. Ich habe für die Schule gearbeitet und mit Lucky gespielt, unserem Hundewelpen. Meine Eltern fühlten sich stark erkältet. Auch meine kleine Schwester war jetzt positiv. Sie hat sich darüber gefreut, jetzt brauchten wir keinen Abstand mehr halten.

Tag 5 und 6: Oje, auch meine Freundin hat es jetzt

Genau am fünften Tag wurde meine Freundin positiv getestet! Wie blöd. Ich habe wieder für die Schule gelernt und mit Lucky im Garten gespielt. Ich bin froh, dass wir einen Garten haben.

Homeschooling hat nicht so gut geklappt. Die Aufgaben habe ich erst bekommen, als die Schule aus war und dann habe ich oder meine Mutter meine Freundinnen gefragt, was sie gemacht haben.

Tag 7: Ich teste mich frei und bin froh, genesen zu sein

Am siebten Tag konnte ich mich frei testen. Ich war negativ und durfte also wieder in die Schule. Da habe ich mich riesig gefreut.

Jetzt geht es mir wieder gut. Ich finde die Politik hat das nicht gut organisiert. Wir haben immer noch keine Lüftungsgeräte in der Klasse. Ich konnte nicht über Video am Unterricht teilnehmen.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich jetzt genesen bin. Ich musste die ganze Zeit so vorsichtig sein. Nun kann ich mich erst mal nicht mehr so leicht mit Corona anstecken.