Die Kinderrechte als Comic

Der Zeichner Miguel Riveros und der 9-jährige Imran haben mit anderen ein Comic gezeichnet. (Foto: Michael Bause)
Der 9-jährige Imran hat beim Comic mitgeholfen. (Foto: Michael Bause)

Du weißt vielleicht, dass du besondere Kinderrechte hast. Zum Beispiel das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Das auf Gesundheit. Oder das auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause. Insgesamt zehn spezielle Rechte für Kinder gibt es. Aber weil noch nicht alle Kinder davon erfahren haben, hat die Stadt Köln sich etwas ausgedacht: Sie hat aus den Kinderrechten einen Comic machen lassen! Wir waren dabei, als der Comic entstanden ist.

Dass er eigene Rechte hat, das wusste Imran schon. „Wir haben das in der Schule besprochen“, sagt der Neunjährige. Er findet es wichtig, dass es die Kinderrechte gibt. „Wenn man zum Beispiel belästigt wird, dann denkt man, dass man nichts machen kann, nur weil man klein ist. Aber das stimmt ja gar nicht.“

Die Zeichner Miguel Riveros (links) und David Scheffel. (Foto: Michael Bause)

Die Zeichner Miguel Riveros (links) und David Scheffel. (Foto: Michael Bause)


Zusammen mit den Comiczeichnern Miguel Riveros und David Scheffel sitzt Imran an einem langen Tisch im Jugendprojekt Dachlow in Köln-Weidenpesch. Dachlow beteiligt sich oft an solchen politischen Aktionen. Drei Wochen lang waren die beiden Comiczeichner jeden Nachmittag hier.

Manche Kinder haben sich gezeichnet

Vor ihnen auf dem Tisch liegen die zehn Kinderrechte ausgedruckt auf einem weißem Blatt Papier. „Wir haben uns die Rechte zusammen angeschaut und uns überlegt, wie wir daraus einen Comic machen können“, sagt Miguel Riveros. Zu jedem der zehn Kinderrechte ist so ein Mini-Comic von einer Seite entstanden.

Etwa 15 der 60 Kinder, die jeden Nachmittag nach der Schule hierher kommen, haben sich an dem Projekt beteiligt. Mitmachen konnte, wer Lust hat. „Manche Kinder haben selbst etwas gezeichnet“, sagt Miguel Riveros und deutet auf die vielen bemalten Zettel, die auf dem Tisch liegen. „Andere haben sich die Geschichten ausgedacht.“

Comiczeichner haben Idee aufgegriffen

Auszug aus dem Comic zu den Kinderrechten.

So wie der 16-jährige Marcel. Er hatte sofort eine Idee zu Punkt drei: Das Recht auf Gesundheit. „Ich dachte an ein Kind, das zu seiner Mutter sagt: Mama, ich bin krank. Und wie die beiden dann gemeinsam zum Arzt gehen“, erzählt er. „Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, dass jeder in einer Krankenkasse ist und zum Arzt gehen kann. Aber das ist nicht überall so.“ Für Marcel ist es selbstverständlich, dass es die Kinderrechte gibt. „Aber in vielen Ländern werden diese Rechte nicht geachtet – und bei uns in Deutschland manchmal auch nicht.“

Auszug aus dem Comic.

Die Idee mit dem Comic findet er deswegen super. „Das ist mal was Neues und es repräsentiert die Jugend.“ Aus Marcels Idee haben Miguel Riveros und David Scheffel dann den Comic gezeichnet. In vielen Illustrationen sind Zeichnungen, die die Kinder in Dachlow gemacht haben, verarbeitet. Und weißt du, wer die Hauptrolle in dem Comic über den kranken Jungen spielt? Es ist der neunjährige Imran. Als richtiger Comicheld.

Wenn du dir das Comic mal anschauen möchtest, kannst du das ab heute tun. Viele Exemplare liegen in Schulen, Bürgerzentren und vielen anderen Orten in der Stadt Köln aus.

Mehr Infos zu den Kinderrechten

Vor fast 30 Jahren, im Jahr 1989, haben die Vereinten Nationen die Kinderrechte aufgeschrieben. Mittlerweile haben die meisten Länder der Welt die Kinderrechte unterschrieben, auch Deutschland. Trotzdem halten sich leider nicht alle Länder daran.

Die Kinderrechte bestehen eigentlich aus 54 Artikeln. Weil diese Texte aber ganz schön kompliziert geschrieben sind, hat die Unicef, die Kinderrechtsorganisation der Vereinten Nationen, die 54 Artikel zu zehn wichtigen Rechten zusammengefasst:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung
    unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht.
  2. Das Recht auf einen eigenen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  3. Das Recht auf Gesundheit.
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung.
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  6. Das Recht auf eine eigene Meinung und sich zu informieren, mitzuteilen,
    gehört zu werden und zu versammeln.
  7. Das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und eine Privatsphäre.
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen wie Armut,
    Hunger und Krieg und auf Schutz vor Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung.
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause.
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Quelle:

www.wir-kinder-haben-rechte.de

Von Angela Sommersberg