Cosplayer: Hüpf in die Computerwelt!

An dem Rakan-Kostüm hat Kristian fast 21 Tage lang gearbeitet. (Foto: DeZzibELL)
An dem Rakan-Kostüm hat Kristian fast 21 Tage lang gearbeitet. (Foto: DeZzibELL)

Wenn man in diesen Tagen durch Köln läuft, könnte man denken, es sei schon wieder Karneval. Überall laufen Menschen in Kostümen herum! Es ist aber kein Karneval – sondern Gamescom. Zu der großen Messe kommen nämlich nicht nur Leute, die sich für digitale Spiele interessieren, sondern auch solche, die sich wie Figuren aus Computerspielen verkleiden. Das nennt man Cosplay. Wir haben mit einem Cosplayer gesprochen: Kristian ist 19 Jahre alt, lebt in Köln und macht seit viereinhalb Jahren Cosplay. Dieses Jahr sitzt er sogar in der Jury bei einem Wettbewerb.

Was ist Cosplay?

Kristian ist Cosplayer und investiert jede Menge in sein Hobby.

Kristian ist Cosplayer und investiert jede Menge in sein Hobby.

Der Begriff Cosplay ist aus zwei englischen Wörtern zusammengesetzt: „costume“, das heißt auf Deutsch Kostüm, und „play“, also darstellen. „Beim Cosplay verkleidet man sich wie eine Figur aus einem Videospiel, einem Film, einer Serie oder einem Buch“, sagt Kristian.

„Viele Cosplayer tragen einfach nur das Kostüm, andere verhalten sich auch so wie die Figur.“ Die meisten Cosplayer in Deutschland stellten Charaktere aus Videospielen nach, sagt Kristian. Es gibt aber auch Leute, die sich wie Harry Potter oder Hannah Montana verkleiden.

Kristian erzählt: „Ich suche mir meistens eine Figur aus meinem aktuellen Lieblingsvideospiel aus, die gut zu mir passt.“ Manchmal fragen ihn auch Freunde, ob er Lust hat, bei einem Gruppenkostüm mitzumachen. Woher kommt Cosplay? Cosplay ist Anfang der 1980er Jahre in dem asiatischen Land Japan entstanden. Dort gibt es ganz spezielle Comics und Zeichentrickfilme. Die heißen Manga und Anime. Ein bekanntes ist zum Beispiel „Pokémon“.

Die Japaner haben zunächst die Figuren aus solchen Comics dargestellt. Vor ungefähr 25 Jahren haben einige Leute aus den USA und Europa dann aber auch angefangen, sich wie ihre Helden zu verkleiden. „Die Szene wird immer größer“, erzählt Kristian. „Vor allem in den vergangenen fünf Jahren ist sie nochmal richtig gewachsen.“

Wie wird man Cosplayer?

Am Rakan-Kostüm hat Kristian lange gearbeitet. (Foto: Fotograf-13)

Rakan ist der Lieblingsheld von Kristian. (Foto: Fotograf-13)

Viele Cosplayer fangen als Jugendliche an. Kristian war 14 Jahre alt. „Ich war damals schon auf Anime- und Manga-Treffen und auch bei der Gamescom und hab dort Cosplayer gesehen. Ich fand das cool und wollte sowas auch machen.“ Er hat dann aber noch eine Weile hin und her überlegt – es ist nämlich ganz schön schwierig, ein Kostüm zu bauen. Letztlich hat Kristian Hilfe von Freunden bekommen.

Insgesamt zehn Kostüme hat er in den letzten Jahren entworfen. „Die alten gefallen mir aber nicht mehr.“ An seinem Lieblingskostüm aus dem Videospiel „League of Legends“, hat er zusammen mit zwei Freunden insgesamt 500 Stunden gearbeitet. Das sind fast 21 ganze Tage!

„Es gibt aber auch einfache Kostüme, an denen man nur so 20 bis 30 Stunden sitzt“, sagt er. Auch die Kosten für das Material sind hoch: Rakan hat mehr als 500 Euro gekostet. Mittlerweile verdient Kristian sich durch das Cosplay aber ein bisschen Geld dazu – er arbeitet als Cosplayer bei Veranstaltungen. Und er hat auch schon Wettbewerbe gewonnen!

Was machen Cosplayer?

Ekko ist eine Figur aus "League of Legends". (Foto: Fotofisch Fotografie)

Ekko ist eine Figur aus „League of Legends“. (Foto: Fotofisch Fotografie)

Richtig gelesen – es gibt Cosplay-Wettbewerbe. Die finden meistens auf sogenannten Conventions statt, dort treffen sich die Cosplayer, um sich gegenseitig ihre Kostüme vorzuführen und zu quatschen. Für die Wettbewerbe gibt es dann eine Jury aus bekannten Cosplayern, die das beste, schönste und kreativste Kostüm bewerten. „Dabei läuft man über eine Bühne und präsentiert sich den Zuschauern“, erzählt Kristian. Er hat schon mehrere Preise gewonnen und sitzt bei einem Wettbewerb bei der Gamescom selbst in der Jury.

Die Kostüme sind übrigens oft ziemlich schwer – und man kann sich schlecht darin bewegen. Kristian erzählt, dass er einmal mit zwei Freunden zusammenstand, alle hatten ihre Kostüme an, es fiel etwas runter. „Aber keiner konnte sich bücken, um es aufzuheben“, sagt er und lacht. Trotzdem verkleidet und stylt er sich gerne – manchmal dauert das bis zu vier Stunden. „Aber später auf der Veranstaltung ist es dann einfach toll, Aufmerksamkeit und Komplimente für sein Kostüm zu bekommen.“

Für Cosplayer gibt es bei der Gamescom das „Cosplay Village“ in Halle 10.2 und mehrere Wettbewerbe.

Die Gamescom

Neue Spiele zocken bis man vor Müdigkeit umfällt – das kann man auf der Gamescom. Die Veranstaltung ist die größte Messe für digitale Spiele auf der Welt. Sie hat von heute bis Samstag für alle Besucher geöffnet. Aber aufgepasst: Wenn du jünger als zwölf Jahre alt bist, darfst du nur in Begleitung eines Erwachsenen unterwegs sein – und nicht alle Bereiche betreten. Ab zwölf Jahren bekommst du ein Altersbändchen.

Zum Glück gibt es noch einen besonderen Bereich für Kinder: Bei „Family & Friends“ in der Halle 10.2. kannst du neue Spiele für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ausprobieren. Dort gibt es auch viele Ecken zum Ausruhen – dort können deine Eltern ja dann auf dich warten.

VON ANGELA SOMMERSBERG