Ärger und Spaß vorm Abitur

Ärger und Spaß vorm Abitur
In der Mottowoche musste die Polizei schon oft an Schulen halten. (Foto: dpa)

Verkleidet als  Baby, Superheld, Hippie, Erstklässler oder in anderen Kostümen sind in der letzten Woche ein paar Schüler zum Unterricht gekommen. Ist denn schon wieder Karneval? Nein, es ist die letzte Woche für die Abiturienten an Schulen in NRW. Das kann lustig sein – oder richtig Ärger geben. Warum?

Die Mottowochen

In dieser Woche hat für die Abiturienten die letzte Schulwoche begonnen – ehe für sie nach den Osterferien die Abschlussprüfungen für den höchsten deutschen Schulabschluss anstehen. Bevor es richtig ernst wird,  kommen die Abschlussklässler noch einmal jeden Tag unter einem anderen Motto in die Schule, jeden Tag in anderen Kostümen. Deswegen wird diese Woche auch als „Mottowoche“ bezeichnet.

Aber warum machen sie das eigentlich? Die Gründe dafür sind nicht wirklich klar. Vermutet wird, dass die Mottowoche aus den USA zu uns herübergekommen ist. Hierzulande fingen Abiturienten  vor etwa 50 Jahren  an, in ihrer letzten Woche kleinere Scherze zu treiben.

Probleme an Kölner Schulen

Allerdings haben es die Schüler an Kölner Schulen bei den Streichen gelegentlich übertrieben. In den letzten Jahren musste oft die Polizei anrücken, Gegenstände wurden zerstört und es gab sogar Verletzte. 2013 gingen bei der Polizei zum Beispiel 20 Anzeigen ein, außerdem wurde ein Schaden von insgesamt 50.000 Euro festgestellt. Bei einer Auseinandersetzung am Humboldt-Gymnasium gingen 2016 rund 200 Schüler aufeinander los. Zwei Jugendliche wurden dabei verletzt.

„Krieg“ zwischen den Schulen?

Wie das kommt? Zum Abitur ärgern die Abiturienten gerne auch die Schüler anderer Schulen. Sie spielen sich zum Beispiel gegenseitig Streiche oder versuchen, einander die Stufenfahne zu klauen. In den letzten Jahren aber werden die Auseinandersetzungen immer härter: Statt sich nur mit Wasserbomben oder Spritzpistolen gegenseitig nass zu machen, kommen auch immer wieder Böller zum Einsatz, Farbballons werden geschmissen oder Wände mit Graffiti beschmiert. Oft erstatten die Schulen danach Anzeige bei der Polizei.

Was tun?

Die Schulen haben ihre Schüler vor der diesjährigen Mottowoche genau darüber aufgeklärt, was für Folgen es haben kann, wenn man übertreibt. Außerdem haben die Abiturienten mehrerer Schulen sich getroffen und eine Erklärung gegen Gewalt bei Abistreichen verfasst. Die haben sie zum Beispiel auf Facebook veröffentlicht. Ob es geholfen hat, wird die Polizei sicher bald verraten.

Von db, ann ,ksta