Ab in den Sandkasten

Ab in den Sandkasten
Feriencamp Beachvolleyball. Foto: Martina Goyert

Die Füße im Sand, ein Sprung in die Luft und ein kräftiger Schlag gegen den Ball: Wenn du schon einmal Beachvolleyball gespielt hast, kommt dir diese Beschreibung vielleicht bekannt vor.

Duda hat sich die Sportart beim Feriencamp von Beachplus in Köln mal genauer angeschaut, das in der ersten, zweiten und sechsten Sommerferienwoche an der Anlage Beachbase in Bocklemünd stattgefunden hat. Mit drei Teilnehmern des Camps sowie einem echten Profi hat Duda darüber gesprochen, was so besonders ist an diesem Spiel mitten im Sand.

Beachvolleyball-Profi Julius Brink. Foto: Martina Goyert

Mit sechs Jahren auf dem Spielfeld

Seit zehn Jahren ist immer in den Sommerferien bei Beachplus Zeit, sich in einwöchigen Camps richtig auszuprobieren – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Gemeinsam mit Coaches lernen die jungen Spieler, sich im Team zu helfen und gegenseitig Respekt zu zeigen. Einer, der selbst schon sehr früh auf dem Beachvolleyballfeld stand, ist Julius Brink. Er gehört zu den berühmtesten deutschen Beachvolleyballern und hat mit seinem Spielpartner 2012 unter anderem die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London gewonnen. Heute ist er Mitbegründer von Beachplus – und hat auch dem Feriencamp einen Besuch abgestattet.

Schon Mutter und Bruder von Julius haben Volleyball gespielt. Und mit sechs Jahren stand er dann schon selbst beim Verein Bayer Leverkusen auf dem Feld! „Mein Trainer damals und auch das Vereinsleben hat mir sehr viel mitgegeben“, sagt Julius Brink, „man lernt viel über Freundschaft, Kollegialität und auch Verbindlichkeit, weil man natürlich regelmäßig zum Training kommen sollte, um die anderen vom Team nicht hängen zu lassen.“

Foto: Martina Goyert

Die Technik richtig beherrschen

Was aber ist denn nun der Unterschied zwischen Volleyball und Beachvolleyball? Natürlich ist der Spieluntergrund ein anderer, das eine findet drinnen statt, das andere draußen. Aber Pritschen und Baggern, also das obere und untere Zuspiel, das muss man natürlich erstmal bei beiden Sportarten lernen. „Volleyball ist eine Überkopf-Sportart. Heißt, für die Koordination ist Beachvolleyball nochmal eine ganz andere Herausforderung – denn draußen unter freiem Himmel fehlt die Decke als Orientierungspunkt“, sagt Julius Brink. Außerdem steht man beim Beachvolleyball nur zu zweit auf dem Feld, beim Volleyball zu sechst. „Die beiden Beachvolleyballer müssen also richtige Allrounder in allen Bereichen sein und die Techniken von sonst sechs Spielern beherrschen.“

Julius Brink gibt Ben Technik-Tipps. Foto: Martina Goyert

Tipps vom Profi

Julius Brink war in seiner Beachvolleyball-Karriere richtig erfolgreich. Vielleicht hat er ja einen Trick, falls du auch anfangen möchtest zu spielen oder sogar schon in einem Volleyball-Verein bist? „Eine gute Möglichkeit zu gewinnen, ist ‚einfach‘ keine Fehler zu machen“, sagt Julius Brink. Also: Lieber nicht zu riskant spielen und auf die Fehler der anderen hoffen. Ein für Julius guter Leitsatz beim Volleyball: „Kein Ball ist verloren! Wer dieses Gefühl mitnimmt und sich notfalls auch mal richtig in den Sand wirft, der hat gute Chancen.“ Aber neben allen Regeln und Tricks findet der Profi: Vor allem beim Hobby-Beachvolleyball sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Schließlich gibt es nichts nervigeres, als wenn jemand jeden Spielzug ausdiskutieren und auf sein Recht beharren will. „Mit einer guten Portion Gier und Lust auf den Ball klappt der Rest von ganz alleine“, findet Julius.

Sport für jeden

Und wenn du jetzt denkst: Volleyball, das kenne ich aus der Schule – das ist doch diese Sportart, nach der die Arme immer so schrecklich weh tun! Dann hat Beachvolleyballprofi Julius Brink einen ganz allgemeinen Tipp für dich: „Für jedes Kind ist in der Sportwelt etwas dabei. Oft bewegt man sich leider nicht so oft im Alltag. Dabei kann man sich dadurch viel besser konzentrieren und man bekommt ein gesundes Körpergefühl. Außerdem ist es beim Sport vollkommen egal, woher jemand kommt, wie alt jemand ist oder ob die Spieler männlich oder weiblich sind. Es geht nur um den gemeinsamen Spaß.“ Also probier es doch einfach mal aus – Hauptsache, du bewegst dich!

Ben. Foto: Martina Goyert

Ben, 15 Jahre

„Das Besondere an Beachvolleyball ist, dass man es mit allen Körperteilen spielen kann und man dabei immer an der frischen Luft ist. Außerdem braucht man keine lästigen Schuhe anziehen sondern ist direkt mit den Füßen im Sand. Ich habe auch einen Trick gegen Gegner: Beim Aufschlag spiele ich immer in die Mitte von beiden Spielern gegenüber, weil die sich dann abstimmen müssen, wer den Ball annimmt. Oft behindern sie sich dann gegenseitig und laufen gegeneinander.“

Merle. Foto: Martina Goyert

Merle, 13 Jahre

„Wer Beachvolleyball spielen will, braucht auf jeden Fall Spielintelligenz, Kraft, Koordination und Schnelligkeit. Man lernt aber durch das Spielen selbst auch noch etwas dazu. Weil ein Beachvolleyballteam aus zwei Spielern besteht, ist es sehr wichtig, dem anderen zu helfen, wenn der mal einen schlechten Tag hat. Dadurch habe ich gelernt, mich voll auf eine Sache zu fokussieren und gut im Team zusammenzuarbeiten.“

Yari. Foto: Martina Goyert

Yarie, 13 Jahre

„Ich spiele beim DJK Südwest Köln Beachvolleyball. Das Schöne ist, dass man im Verein immer wieder die gleichen Leute trifft und gemeinsam besser wird, indem man über einen langen Zeitraum zusammen trainiert und spielt. Ein richtiges Vorbild im Beachvolleyball habe ich zwar nicht, aber ich versuche mir kleine, realistische Ziele zu setzen und die dann nacheinander zu erreichen.“