„Ich bewundere Elsa für ihre Stärke“

„Ich bewundere Elsa für ihre Stärke“
Szenenbild: © Disney

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Sechs Jahre mussten wir warten. Aber jetzt geht es endlich wieder los – der zweite Teil der „Eiskönigin“ läuft im Kino. Zum Start haben wir mit Willemijn Verkaik (44) gesprochen, sie singt Elsa.

Frau Verkaik, Sie haben das Lied „Lass jetzt los“ aus „Die Eiskönigin“ gesungen. Hätten Sie vorher gedacht, dass der Song so erfolgreich werden würde?
Nein, man kann ja nie einschätzen, wie erfolgreich etwas wird. Ich wusste aber natürlich, dass Disney-Filme oft gut und erfolgreich sind. Als ich den Song damals eingesungen habe, dachte ich schon: Wow, das ist ein richtig guter Song. Aber ich bin trotzdem überrascht von den vielen tollen Reaktionen. Das ist wie Magie, was dieser Song mit den Menschen macht. Unglaublich! Ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein.

Szenenbild: © Disney

Im neuen Film „Die Eiskönigin 2“, der seit gestern im Kino läuft, singen Sie wieder Elsa. Gibt es darin ein neues „Lass jetzt los“?
Ja, ihr könnt euch richtig freuen, es gibt nämlich wieder so einen Ohrwurm. Er heißt „Wo noch niemand war“ und der ist wieder richtig schön geschrieben. Nach dem Einsingen hab ich ihn selbst gar nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Wie wird man denn überhaupt die Gesangsstimme von Elsa?
Ich habe ursprünglich eine Ausbildung zur Musical-Darstellerin gemacht. In dem Musical „Wicked – Die Hexen von Oz“ habe ich viele Jahre die Rolle der grünen Hexe Elphaba gespielt. Und zwar in Stuttgart und in Oberhausen. Die Darstellerin der Elphaba in den USA war Idina Menzel – und die ist auch die Originalstimme von Elsa. Deswegen wurde ich gefragt, ob ich in Deutschland Elsa singen möchte.

Sie kommen aus den Niederlanden. Dort sprechen und singen Sie Elsa. Im deutschen Film singen Sie nur. Ist es nicht schwierig, in einer fremden Sprache zu singen?
Das fällt mir nicht mehr schwer. Ich arbeite ja schon seit etwa 15 Jahren in Deutschland. In der Zeit habe ich versucht, so akzentfrei wie möglich Deutsch zu lernen.

Szenenbild: © Disney

Was ist anders, wenn Sie für die Eiskönigin singen, statt beim Musical auf der Bühne stehen?
Das ist total unterschiedlich. Für die Eiskönigin stehe ich ja ganz alleine im Studio, ohne Publikum. Ich muss sehr genau singen, weil es die Figur und ihre Mundbewegungen schon gibt. Mein Gesang soll dann gut dazu passen. Außerdem versuche ich natürlich, die Gefühle der Figur sehr gut rüberzubringen. Das kann man gar nicht vergleichen mit dem Auftritt auf der Bühne: Beim Musical gibt es ein Publikum, da muss ich alles selbst live auf der Bühne machen. Aber für mich ist so eine Kombination aus Musical und Einsingen im Studio perfekt.

Was ist schwierig daran, Elsa zu verkörpern?
Elsa ist eine Powerfrau, sie ist stark und zielstrebig und das soll man auch in ihrer Stimme hören. Die Songs sind unglaublich gut geschrieben, aber sie fordern auch viel. Beim Einsingen musste ich wirklich alles geben – und das auf Knopfdruck im Studio. Ich bin sehr zufrieden, dass es auch diesmal wieder so gut geklappt hat.

Die Eiskönigin II – Gesangsaufnahmen mit Willemijn Verkaik. Foto: TWDC/Kurt Krieger

Was glauben Sie: Warum sind Anna und Elsa so beliebt?
Die Schwesternliebe zwischen den beiden ist total stark, sie würden alles füreinander tun. Ich denke, viele hätten gerne so eine Schwesternliebe oder haben sie vielleicht schon, und erkennen sich darin wieder. Gleichzeitig sind die beiden aber auch total lieb und lustig, das mögen viele Kinder gerne.

Gibt es etwas, das Sie mit Elsa gemeinsam haben?
Ich finde Elsa ist sehr geerdet – das bin ich auch. Ich bewundere an ihr, wie entschlossen sie ist. Und ich wünsche mir ihre Kräfte.

Das Gespräch führte Angela Sommersberg