Masken aus Stoff und gebrauchte Bücher

Masken aus Stoff und gebrauchte Bücher
Kinderreporter Foto: Martina Goyert

Kinderreporterin Milla. Foto: Martina Goyert

Milla wünscht sich weniger Verkehr

Corona, Corona, Corona! Alle sprechen nur noch über das Virus. Es ist gefährlich, aber das Thema Klimaschutz ist dadurch viel zu sehr nach hinten geraten. Durch das Tragen von Plastikmasken und -handschuhen produzieren wir viel mehr Plastikmüll. Das ist gar nicht gut – immer mehr Müllberge entstehen. Wir sollten darauf achten, dass wir trotz aller Corona-Schutzmaßnahmen auch die Umwelt nicht links liegen lassen. Ich trage eigentlich gar keine Plastik- und Einwegmasken, sondern habe welche aus Stoff, auf denen die Wochentage stehen. Am Montag ziehe ich meine Montagsmaske an und so weiter und so fort. Das ist auch total lustig. Vor allem kann man diese Masken waschen. Damit produziere ich schonmal nicht so viel Müll. In meiner Familie machen wir das alle so.

Etwas Gutes hat das Virus aber doch, um beim Klimaschutz zu helfen: Weil die meisten Menschen so vorsichtig sind und es viele Risikogebiete gibt, fliegen viele seltener mit dem Flugzeug und überhaupt ist der Verkehr weniger geworden. Dadurch gerät weniger CO2 in die Umwelt. Ich wünsche mir – auch, wenn vielleicht ein Impfstoff gefunden wird und dann wieder alles ein bisschen „normaler“ wird – dass wir und vor allem auch die Erwachsenen weiter mehr Bus und Bahn fahren und nicht so viel mit dem Flugzeug fliegen.

Kinderreporterin Mine. Foto: Martina Goyert

Mine benutzt Haarseife anstatt Shampoo

Ich versuche mittlerweile seit ungefähr vier Jahren, fast ganz auf Fleisch zu verzichten. Ab und zu esse ich zwar welches, aber dann achte ich darauf, dass das Fleisch aus artgerechter Haltung kommt oder es Biofleisch ist. Außerdem achte ich auch darauf, nicht mehr soviel Plastik zu verschwenden. Zum Beispiel benutze ich jetzt Haarseife, da man Shampoo fast immer nur in einer Plastikverpackung kaufen kann und auch oft Palmfett enthalten ist. Haarseife kann man mittlerweile einfach in der Drogerie kaufen, oder in einem Unverpacktladen, wenn einer in der Nähe ist.

Ich würde mir von den Erwachsenen wünschen, dass auch sie weniger Plastik benutzen. Und vielleicht sollten sie sich auch öfters mal fragen, ob das neue Auto unbedingt ein SUV sein muss. Ist das mitten in einer Großstadt wirklich nötig?

Kinderreporterin Moritz. Foto: Martina Goyert

Moritz findet, es muss weltweite Lösungen geben

Schmelzende Eisberge, Waldbrände in Australien oder Waldsterben in Deutschland. Die Auswirkungen des Klimawandels sind mir nicht nur durch die Fernsehbilder präsent, ich sehe sie auch beim Spaziergang mit meinem Hund durch den Wald. Und nicht zuletzt seit Beginn der „Fridays for Future“-Bewegung ist das Thema Klimawandel bei mir ein großes Thema.

In der Schule hat uns ein Lehrer von grünem Strom erzählt. Der wird aus umweltfreundlichen, erneuerbaren Energiequellen hergestellt – zum Beispiel aus Windkraft. Direkt habe ich meine Eltern gefragt, ob wir auch grünen Strom beziehen. Leider liefert unser Stromlieferant nur zu 20 Prozent grünen Strom. Jetzt überlegen meine Eltern, den Anbieter zu wechseln. Auch haben wir beschlossen, keine Avocados mehr zu kaufen. Wir haben im Bio-Unterricht besprochen, wie viel Wasser durch den Anbau benötigt wird. Für zweieinhalb Avocados werden 1000 Liter Wasser gebraucht. Darüber hinaus werden jährlich bis zu 4000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Avocado-Felder zu schaffen.

Grundsätzlich versuchen wir in unserer Familie darauf zu achten, überwiegend regionale Bio-Produkte zu kaufen oder vegan zu kochen. Natürlich könnten wir noch viel mehr machen. Aber es sollten alle Verantwortung dafür tragen, dass die Erde als Lebensraum erhalten bleibt. Besonders wichtig sind deshalb meiner Meinung nach weltweite, gemeinsame Lösungen wie das Pariser Klimaabkommen, damit die Erwärmung der Erde möglichst unter 1,5 Grad bleibt.

Kinderreporter Florian. Foto: Martina Goyert

Flo sieht viel Müll auf den Straßen

Bei uns im Ort gibt es einen Unverpacktladen, in dem wir oft einkaufen. Da kann ich die Zutaten für mein Müsli in Verpackungen abfüllen, die ich mitbringe. Damit spart man viel Plastikmüll. Das mit dem Müll finde ich sowieso wichtig: Deshalb nehme ich mein Pausenbrot auch nur in Boxen von zu Hause und Wasser in meiner Trinkflasche mit. Dann versuche ich darauf zu achten, dass das Licht aus ist, wenn ich nicht im Zimmer bin. Oder dass ich mit dem Wasser sparsam umgehe. Ich muss aber zugeben, dass mir das beim Duschen nicht immer gelingt…

Was ich mir von Erwachsenen wünsche: Wenn ich draußen mit meinen Freunden unterwegs bin, sehe ich überall – am Straßenrand, auf den Wiesen, an der Bushaltestelle – ganz viel Müll. Eigentlich müsste man da jede Woche hergehen und die Dinge aufsammeln, so viel ist das manchmal. Wenn Leute schon keine Mehrwegverpackungen nehmen, sollten sie wenigstens den Abfall in den Abfalleimer werfen oder wieder mit nach Hause nehmen und da wegwerfen. Damit zum Beispiel der Plastikmüll nicht irgendwann als kleine Teilchen im Meer landet und die Umwelt gefährdet.

Kinderreporter Mila.
Foto: Martina Goyert

Mila wünscht sich, dass mehr auf Fleisch verzichtet wird

Der Klimawandel macht auch in der Corona-Pandemie keine Pause – das haben wir an den Waldbränden in Kalifornien gesehen oder an den Polargebieten, wo immer mehr Eis schmilzt und die Lebensräume vieler Tieren für immer verloren gehen. Deshalb ist mir Klimaschutz sehr wichtig und ich versuche, möglichst wenig Ressourcen zu verschwenden. Klamotten kriege ich oft Second Hand und was mir nicht richtig passt, arbeite ich an meiner Nähmaschine um.

Von den Erwachsenen wünsche ich mir, dass sie weniger Fleisch essen. Ich selber bin seit meiner Geburt Vegetarierin und vermisse nichts. Daher kann es ja nicht so schwierig sein, an ein oder zwei Tagen in der Woche auf Wurst und Schnitzel zu „verzichten“. Es gibt so viele Alternativen. Außerdem wünsche ich mir von den Politikern eine bessere Busanbindung für Orte auf dem Land, wo ich mit meiner Familie lebe. Sicher würden mehr Menschen mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren, wenn die Busse morgens öfter fahren – und auch ich hätte es leichter, zur Schule zu kommen. Auch breitere und durchgehende Radwege würden helfen – beispielsweise von Seelscheid nach Siegburg und weiter nach Sankt Augustin und Bonn, damit mehr Leute aufs Fahrrad oder E-Bike umsteigen. Ich finde, die Regierung kann viel mithelfen, die Leute besser zu informieren und zu motivieren, wie einfach sie durch kleine Änderungen in ihrem Leben viel für das Klima tun können.

Kinderreporter Ruby.
Foto: Martina Goyert

Ruby findet: Handeln statt nur reden

„Klimawandel“ – darüber diskutieren viele Menschen. Viele Jahre haben wir darüber hinweggesehen, und das sind nun die Konsequenzen: Wale mit Plastik im Bauch, die Klimaerwärmung, Dürre und Ernteausfälle. Es wird Zeit, dass wir alle – Kinder und Erwachsene – etwas tun!

In meiner Freizeit fahre ich viel Fahrrad und bin mit der KVB und dem Zug unterwegs. Meistens leihe ich meine Bücher, CDs und DVDs in der Stadtbibliothek aus. Das spart Geld und schont die Umwelt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist die Mitgliedschaft sogar kostenlos! Außerdem bin ich ein großer Fan von Flohmärkten. Es gibt dort sogar Sachen, die heutzutage nicht mehr hergestellt werden. Zum Beispiel habe ich dort das Spiel „Mastermind“ gefunden oder schicken Schmuck. Auch das spart Rohstoffe.

Ich hoffe, dass bald mehr Menschen zu Fuß gehen oder mit Fahrrad, Bus oder Bahn fahren. Die Fahrtickets sollten viel günstiger werden, weil dann viele Erwachsene merken, dass sie, anstatt den Sprit für das Auto zu bezahlen, einiges sparen könnten. Ich wünsche mir auch, dass die Politiker nicht so viel reden, sondern endlich handeln. Alle Erwachsenen sollten sich bewusst sein, dass sie, wenn sie weiter den Klimawandel kleinreden, die Zukunft von uns Kindern und Jugendlichen gefährden.

Von den Kinderreportern