Das Land der Schätze – Bulgarien

Der Schatz von Varna
Der Schatz von Varna – ein nachgestaltetes Fürstengrab. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Wusstest du, dass in Bulgarien der älteste Goldschatz der Welt gefunden wurde? Nein? Hier erfährst du, was es damit auf sich hat und was das Land am Schwarzen Meer, das seit 2007 zur EU gehört, noch alles zu bieten hat!

Der Schatz von Varna – ein nachgestaltetes Fürstengrab. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Der besagte Schatz wurde in der Hafenstadt Varna im Osten des Landes entdeckt. Bei Bauarbeiten stießen die Arbeiter dort auf ein Feld voller Gräber – und in einigen davon befand sich etwa 6500 Jahre alter Schmuck. Heute kannst du ihn im Archäologischen Museum von Varna bestaunen. Ein Teil davon wurde sogar vor kurzem in Deutschland ausgestellt: in Rostock.

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Das Tal der Düfte

Mitten in Bulgarien wird etwas hergestellt, das sogar noch wertvoller ist als Gold. Dort liegt das Rosental. Wie der Name schon verrät, werden hier Rosen angebaut. Aus deren Blüten gewinnt man Öl. Weil es so gut riecht, benutzt man es zum Beispiel für die Herstellung von Parfüm. Da man für einen einzigen Liter davon aber schon eine Million Blumen braucht, ist Rosenöl sehr teuer. Von Mai bis Juni blühen die Pflanzen, sodass es im ganzen Tal herrlich duftet.

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Außerdem kannst du dir in einigen Orten anschauen, wie sie geerntet und zu Öl verarbeitet werden. Oft tragen die Menschen auch traditionelle Trachten, wenn sie die Blüten pflücken, und feiern die Ernte mit Tänzen und Gesang.

Eine goldene Kirche

In der Hauptstadt Sofia steht die berühmteste Kirche Bulgariens, die Alexander-Newski-Kathedrale. Sie ist so groß, dass 5000 Besucher auf einmal hineinpassen. Sie wurde zur Erinnerung an die russischen Soldaten gebaut, die für Bulgarien kämpften, um das Land von der Unterdrückung durch die Osmanen zu befreien. Die Osmanen waren ein Volk, das aus dem heutigen Gebiet der Türkei kam.

Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia, eines der Wahrzeichen der bulgarischen Hauptstadt. Foto: Britta Pedersen/dpa

Statt spitzer Türme hat die Alexander-Newski-Kathedrale runde Kuppeln, die vergoldet sind und deshalb in der Sonne schön schimmern. Damit sieht die Kirche aus wie die Gebäude, die zur Zeit des byzantinischen Reichs gebaut wurden. Das war ein Reich, das sehr wahrscheinlich von 330-1453 existierte und unter anderem auch Bulgarien umfasste. Weil die Kathedrale aber erst viel später errichtet wurde, nennt man den Baustil neobyzantinisch. „Neo“ kommt vom griechischen Wort „néos“ und heißt „neu“.

Armbänder für den Frühling

In Bulgarien ist es Tradition, sich am 1. März sogenannte Martenizi zu schenken. Das sind Armbänder, Anhänger mit Wollpüppchen oder Bündel aus roten und weißen Fäden. Die sollen die Sagenfigur Baba Marta milde stimmen. Baba Marta bedeutet so viel wie „Oma März“ und sie beeinflusst mit ihrer Laune angeblich das Wetter. Ist sie wütend, wird es kalt. Beruhigt sie sich wieder, wird es wärmer. Deshalb lässt man die Martenizi so lange an, bis man das erste Anzeichen für den Frühling sieht oder der Monat vorbei ist. Dann bindet man es an einen blühenden Baum oder legt es unter einen Stein – das soll  Glück und Gesundheit bringen.

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Kukeri: bulgarischer Karneval

Ähnlich dem deutschen Karneval gibt es auch in Bulgarien ein Kostümfest, um den Winter zu vertreiben.  Das heißt Kukeri und findet in vielen Dörfern am ersten Sonntag des Monats März statt.

Dabei verkleiden sich Männer mit Masken und Fellen, die sie aussehen lassen wie wilde Tiere. Außerdem tragen sie Glocken am Gürtel, die klingeln, wenn sie durch die Straßen tanzen und springen. Das Geräusch soll helfen, böse Geister zu verscheuchen.

Von Natalie Solbach

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